Gesundheit & Pflege

Fellwechsel und Pflege im Herbst

Der Herbst-Fellwechsel startet zwischen September und November und dauert 6-8 Wochen. Mit der richtigen Bürste und täglicher Pflege hilfst du deinem Hund durch diese haarige Zeit.

4 Min Lesezeit
Fellwechsel und Pflege im Herbst
Inhalt
  1. Wann beginnt der Fellwechsel im Herbst?
  2. Anzeichen des Fellwechsels
  3. Die richtige Bürste
  4. Wie oft bürsten?
  5. Baden während des Fellwechsels
  6. Futter zur Unterstützung
  7. Was gegen Juckreiz tun?
  8. Dauer des Fellwechsels

Zwischen September und November wechseln Hunde ihr leichtes Sommerfell gegen ein dichteres Winterfell. Der Prozess dauert 6 bis 8 Wochen, und bedeutet für Halter deutlich mehr Haare auf Sofa, Kleidung und Fussboden.

Wann beginnt der Fellwechsel im Herbst?

Der Herbst-Fellwechsel startet meist Ende September, wenn die Tageslichtdauer unter 12 Stunden fällt. Der Körper reagiert auf das veränderte Licht und produziert mehr Melatonin, das den Fellwechsel auslöst. Rassen mit Unterwolle wie Golden Retriever oder Collies beginnen oft schon Anfang September. Kurzhaarige Rassen wie Boxer starten später, etwa Mitte Oktober.

Anzeichen des Fellwechsels

Das deutlichste Zeichen: Du findest täglich handtellergrosse Mengen Hundehaare in der Wohnung. Der Hund kratzt sich häufiger, weil die losen Haare jucken. Das neue Winterfell wächst dichter nach und fühlt sich beim Streicheln flauschiger an. Bei hellen Hunden wird das Winterfell oft eine Nuance dunkler.

Ein Labrador verliert im Fellwechsel täglich etwa eine Handvoll Haare, dreimal mehr als sonst. Bei Huskys oder Berner Sennenhunden kann es eine ganze Tüte voll werden.

Die richtige Bürste

Für Hunde mit Unterwolle ist eine Unterfellbürste unverzichtbar. Die Furminator-Bürste greift tief in das Fell und löst lose Unterwolle, ohne das Deckhaar zu beschädigen. Bei kurzhaarigen Hunden ohne Unterwolle reicht eine Gummibürste, die die Haut massiert und lose Haare sammelt.

Bei Golden Retrievern funktioniert eine Kombination: Erst die Unterfellbürste für die lose Wolle, dann eine Borsten-Slicker-Bürste für das Deckhaar.

Wie oft bürsten?

Täglich mindestens 10 Minuten. Alles andere führt dazu, dass sich die losen Haare in der Wohnung verteilen statt in der Bürste zu landen. Bei Rassen mit viel Unterwolle sind 15 bis 20 Minuten realistisch.

Tipp: Draussen bürsten, nicht drinnen. Die Vögel freuen sich über die Haare als Nistmaterial.

Baden während des Fellwechsels

Ein Bad alle zwei bis drei Wochen kann sinnvoll sein, aber nur mit einem rückfettenden Hundeshampoo. Das warme Wasser löst zusätzlich lose Haare. Nach dem Baden gründlich föhnen, das lockert die restlichen losen Haare, sodass sie sich leichter herausbürsten lassen.

Verwende niemals Menschenshampoo. Die pH-Werte unterscheiden sich stark: Hundehaut hat einen pH von 5,5 bis 7,5, Menschenhaut liegt bei 4,5 bis 6,5.

Futter zur Unterstützung

Omega-3-Fettsäuren unterstützen den Fellwechsel. Ein Teelöffel Lachsöl täglich (bei 25 kg Körpergewicht) macht das neue Fell glänzender und reduziert Hautjucken. Alternativ: Futter mit mindestens 0,5 % Omega-3-Anteil wählen.

Biotin und Zink fördern das Fellwachstum. Bei Nahrungsergänzungsmitteln aber vorsichtig sein: Eine Überdosierung kann zu Durchfall führen. Die Dosierung immer mit dem Tierarzt besprechen.

Was gegen Juckreiz tun?

Juckreiz entsteht, weil lose Haare die Haut reizen. Tägliches Bürsten ist die beste Vorbeugung. Bei starkem Jucken kann eine Massage mit Kokosöl die Haut beruhigen und das Fell geschmeidiger machen.

Wenn der Hund sich blutig kratzt oder kahle Stellen entstehen, solltest du einen Tierarzt aufsuchen. Das kann auf eine Allergie oder Hautinfektion hindeuten, die nichts mit dem normalen Fellwechsel zu tun hat.

Dauer des Fellwechsels

Nach 6 bis 8 Wochen ist das Winterfell vollständig ausgebildet. Du merkst es daran, dass deutlich weniger Haare in der Bürste landen, höchstens ein Viertel der Menge vom Höhepunkt des Fellwechsels.

Das neue Winterfell ist dichter und oft eine Spur dunkler als das Sommerfell. Es isoliert besser gegen Kälte, kann aber auch dazu führen, dass der Hund in beheizten Räumen schneller schwitzt.

Muss ich bei extremem Haaren zum Tierarzt?

Ja, wenn der Hund kahle Stellen entwickelt, sich blutig kratzt oder das Fell stumpf und struppig wird. Das sind keine normalen Fellwechsel-Symptome.

Haaren alle Hunde gleich stark?

Nein. Pudel und andere Rassen mit Locken haaren kaum, weil ihre losen Haare im Fell hängen bleiben. Nordische Rassen wie Huskys verlieren dagegen büschelweise Unterwolle.

Kann ich den Fellwechsel verkürzen?

Nein, die Dauer ist genetisch festgelegt. Intensive Pflege sorgt aber dafür, dass weniger Haare in der Wohnung landen und der Hund weniger juckt.

Hilft professionelle Fellpflege beim Groomer?

Ja, ein Besuch alle 4 Wochen während des Fellwechsels kann sinnvoll sein. Professionelle Entfilzung und Unterwolle-Behandlung reduzieren das Haaren zu Hause erheblich.

Verlieren alte Hunde anders Fell als junge?

Ja, bei Senioren ab 8 Jahren dauert der Fellwechsel oft länger und das neue Fell wächst dünner nach. Die Haut wird trockener und benötigt mehr Pflege mit rückfettenden Produkten.