Futter
Hundefutter ist die Gesamtheit aller Nahrungsmittel, die speziell für die Ernährung von Haushunden entwickelt wurden und deren Nährstoffbedarf decken sollen.
Inhalt
Hundefutter – damit ist alles gemeint, was speziell für die Ernährung von Haushunden entwickelt wurde und deren Nährstoffbedarf abdecken soll. Klingt simpel, ist aber in der Praxis erstaunlich vielschichtig.
Allein im deutschsprachigen Raum stehen heute über 3000 verschiedene Produkte im Regal. Wer schon mal ratlos vor der Futterwall im Zoofachhandel stand, weiß: Diese Vielfalt ist Fluch und Segen zugleich. Sie macht die Wahl schwieriger – ermöglicht aber auch, das Futter sehr gezielt auf den eigenen Hund zuzuschneiden.
Welche Futterarten gibt es und wo liegen die Unterschiede?
Fünf Hauptkategorien, und die unterscheiden sich in Wassergehalt, Haltbarkeit und Nährstoffdichte deutlicher, als viele Halter vermuten:
Trockenfutter
Weniger als 12 Prozent Wassergehalt – daher bei richtiger Lagerung zwei bis drei Jahre haltbar, praktisch und günstig im Transport. Ein 15-Kilogramm-Hund kommt täglich mit rund 150 bis 200 Gramm aus. Die harte Textur kann Zahnbelag etwas reduzieren, ersetzt aber das Zähneputzen nicht im Ansatz. Qualitätsseitig gilt: Futter mit über 60 Prozent Fleischanteil liefert in der Regel alle nötigen Nährstoffe – kostet dafür aber spürbar mehr als getreidelastige Varianten.
Nassfutter
75 bis 85 Prozent Wasser – damit ist Nassfutter die naheliegende Wahl für Hunde, die von sich aus wenig trinken. Derselbe 15-Kilogramm-Hund braucht hier täglich etwa 400 bis 500 Gramm. Eine angebrochene Dose hält sich im Kühlschrank maximal zwei bis drei Tage. Besonders ältere Hunde mit Zahnproblemen kommen damit gut zurecht, weil das Kauen leichter fällt.
BARF (Biologisch Artgerechte Rohfütterung)
Rohes Fleisch, Innereien, Knochen, dazu Gemüse – alles in festen Proportionen. Grob gerechnet: 15 bis 25 Gramm Fleisch pro Kilogramm Körpergewicht täglich. BARF verlangt Tiefkühlung und wirklich konsequente Hygiene. Der große Pluspunkt ist die vollständige Kontrolle über jeden einzelnen Inhaltsstoff. Auf der anderen Seite steckt erheblicher Planungsaufwand dahinter – und ohne tierärztliche oder ernährungskundliche Begleitung schleichen sich Nährstoffmängel oft unbemerkt ein.
Selbstgekochtes Futter
Gekochtes Fleisch mit Gemüse und Beilagen – hygienisch sicherer als BARF, aber zeitaufwendiger als jedes Fertigprodukt. Sinnvoll ist diese Option vor allem bei bestätigten Futtermittelallergien, weil sich jede einzelne Zutat kontrollieren lässt. Ohne einen Ernährungsplan vom Tierarzt sollte man das allerdings nicht dauerhaft durchziehen.
Welche Nährstoffe benötigt ein Hund täglich?
22 Aminosäuren, 13 Vitamine, 21 Mineralstoffe – das ist der Bedarf eines Hundes in Kurzform. Wie viel davon genau gebraucht wird, hängt stark vom Alter und Aktivitätsniveau ab:
Proteine
Erwachsene Hunde brauchen mindestens 18 Prozent Protein in der Trockenmasse, Welpen 22 Prozent. Die biologische Wertigkeit macht dabei den Unterschied: Fleisch liegt bei 80 bis 95, Getreide nur bei 50 bis 60. Ein aktiver Border Collie verträgt problemlos bis zu 25 Prozent, ein gemütlicher Mops fährt mit rund 20 Prozent besser.
Fette
Mindestens 8 Prozent der Trockenmasse sollten es sein, das Verhältnis Omega-3 zu Omega-6 idealerweise zwischen 1:5 und 1:10. Lachs gilt als besonders gute Omega-3-Quelle, Geflügelfett punktet beim Omega-6-Profil. Zu wenig Fett ist am Fell sichtbar – es wird stumpf und glanzlos. Zu viel davon landet schnell als Durchfall im Auslauf.
Kohlenhydrate
Es gibt keine festgelegte Mindestmenge, aber gut verdauliche Kohlenhydrate aus Süsskartoffeln oder Reis können bis zu 50 Prozent der Energieversorgung übernehmen. Mais und Weizen verdauen viele Hunde schlechter – und sie gelten als häufigere Auslöser von Unverträglichkeiten.
Wie erkenne ich hochwertiges Hundefutter?
Die Zutatenliste sagt mehr als jeder Werbespruch auf der Verpackung. Fleisch muss an erster Stelle stehen – aber Vorsicht bei der Kategorie «Geflügel»: Der Begriff kann auch Schnäbel und Federn einschliessen.
Ein paar Anhaltspunkte: «Hühnchenbrust getrocknet» ist deutlich aussagekräftiger als «Geflügelmehl». «Süsskartoffel» ist konkreter als «Pflanzliche Nebenerzeugnisse». Und wenn mehr als fünf E-Nummern in der Liste stehen, ist das Futter mit hoher Wahrscheinlichkeit überprozessiert.
Der Rohaschegehalt sollte unter 10 Prozent liegen. Höhere Werte können auf minderwertiges Ausgangsmaterial oder einen zu hohen Mineralstoffanteil hindeuten.
Wie viel Futter braucht mein Hund?
Als grobe Orientierung gilt: 2 bis 3 Prozent des Körpergewichts täglich für erwachsene Hunde, 4 bis 6 Prozent für Welpen. Für einen 25-Kilogramm-Labrador wären das 500 bis 750 Gramm am Tag.
Kastrierte Hunde kommen oft mit 20 bis 30 Prozent weniger Kalorien aus, Senioren ab 7 Jahren häufig ebenfalls. Am anderen Ende der Skala: Ein Husky, der täglich 20 Kilometer läuft, kann locker die doppelte Standardmenge vertragen.
Einmal pro Woche kurz nachprüfen lohnt sich: Die Rippen sollten sich ertasten lassen, aber nicht sichtbar vorstehen. Die Taille muss von oben erkennbar bleiben – das ist ein schneller und verlässlicher Hinweis.
Was tun bei Futtermittelallergien?
Echte Futtermittelallergien sind seltener als oft gedacht – sie betreffen nur 1 bis 2 Prozent aller Hunde. Häufiger steckt eine Unverträglichkeit gegen bestimmte Proteine oder Zusatzstoffe dahinter.
Eine Ausschlussdiät läuft 8 bis 12 Wochen und beschränkt sich auf genau eine Protein- und eine Kohlenhydratquelle, die der Hund vorher noch nie bekommen hat. Hirsch mit Süsskartoffel hat sich dabei bewährt. Anschliessend werden schrittweise weitere Zutaten eingeführt und beobachtet.
Juckreiz, Durchfall oder wiederkehrende Ohrentzündungen – solche Symptome lassen bei der richtigen Diät in der Regel nach 3 bis 4 Wochen nach.
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