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Groomer

Ein Groomer ist ein Fachmann für die professionelle Pflege und das Styling von Hunden, der das Fell schneidet, trimmt und den Hund wäscht.

5 Min Lesezeit
Groomer
Inhalt
  1. Wann ist ein Groomer sinnvoll?
  2. Welche Aufgaben übernimmt ein Groomer?
  3. Wie wichtig ist der Umgang des Groomers mit dem Hund?
  4. Woran erkennt man einen guten Groomer?
  5. Was kostet ein Groomer-Besuch?
  6. Wie findet man einen geeigneten Groomer?
  7. Welche Ausbildung braucht ein Groomer?
  8. Groomer und Tierarzt

Ein Groomer, auch Hundefriseur oder Hundecoiffeur genannt, ist auf die professionelle Pflege von Hunden spezialisiert. Zu den Tätigkeiten gehören je nach Felltyp und Bedarf das Bürsten, Baden, Trocknen, Schneiden, Scheren oder Trimmen des Fells sowie die Krallenpflege. Auch die Pflege von Pfoten, Ohren und Augen kann zum Aufgabenbereich gehören.

Der Begriff Grooming umfasst dabei nicht nur die ästhetische Gestaltung des Fells. Eine fachgerechte Fellpflege trägt auch dazu bei, Verfilzungen, Hautprobleme und andere Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Wann ist ein Groomer sinnvoll?

Ob ein Hund regelmässig einen Groomer benötigt, hängt vor allem von Felltyp, Rasse, Felllänge und der häuslichen Pflege ab. Bei manchen Hunden reicht die Pflege durch die Halter aus, während andere regelmässig professionell geschnitten oder getrimmt werden müssen.

Besonders bei Hunden mit kontinuierlich wachsendem oder stark zur Verfilzung neigendem Fell kann eine regelmässige professionelle Fellpflege sinnvoll sein. Dazu gehören beispielsweise Pudel, Bichon Frisé, Malteser und verschiedene Terrier. Auch bei langhaarigen Hunden kann ein Groomer die Fellpflege unterstützen.

Ein fester zeitlicher Abstand lässt sich nicht für alle Hunde festlegen. Je nach Felltyp und gewünschter Frisur können mehrere Termine pro Jahr erforderlich sein. Bei guter häuslicher Pflege ist der Abstand zwischen den Terminen etwas grösser.

Bei Hunden, deren Fell regelmässig getrimmt oder geschoren werden muss, kann ein Groomer auch erforderlich sein, um die rassetypische Fellstruktur und -länge zu erhalten. Beim Trimmen werden abgestorbene Haare von Hand oder mit geeigneten Werkzeugen entfernt.

Welche Aufgaben übernimmt ein Groomer?

Das genaue Leistungsangebot unterscheidet sich je nach Hundesalon. Typische Tätigkeiten sind:

  • Bürsten und Kämmen
  • Entfernen von Unterwolle
  • Baden und Trocknen
  • Schneiden und Scheren des Fells
  • Trimmen bestimmter Felltypen
  • Entfilzen
  • Krallenpflege
  • Pflege von Pfoten und Ballen
  • ggf. Reinigung von Ohren und Augenbereich

Ein Groomer kann bei der Fellpflege auch Veränderungen an Haut oder Fell feststellen. Dazu gehören beispielsweise Rötungen, kahle Stellen, Parasiten oder ungewöhnliche Hautveränderungen. Eine Diagnose oder medizinische Behandlung gehört jedoch nicht zum Aufgabenbereich eines Groomers. Bei auffälligen Veränderungen sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden.

Wie wichtig ist der Umgang des Groomers mit dem Hund?

Neben den fachlichen Kenntnissen ist ein sicherer und möglichst stressarmer Umgang mit dem Hund ein wichtiger Bestandteil der professionellen Fellpflege.

Der Hund muss je nach Behandlung beispielsweise auf einem Tisch stehen, sich bürsten, scheren oder föhnen lassen. Bei ängstlichen oder unerfahrenen Hunden kann die Behandlung deshalb eine besondere Herausforderung darstellen.

Ein geeigneter Groomer berücksichtigt das Verhalten und den Zustand des jeweiligen Hundes und passt die Behandlung entsprechend an. Dazu gehören beispielsweise kurze Pausen oder eine schrittweise Gewöhnung an bestimmte Arbeitsschritte.

Bei starkem Stress, Angst oder aggressivem Verhalten kann es sinnvoll sein, die Behandlung abzubrechen und gemeinsam mit einem Trainer oder Tierarzt nach einer geeigneten Lösung zu suchen.

Woran erkennt man einen guten Groomer?

Ein professioneller Hundesalon sollte einen hygienischen und sicheren Eindruck machen. Die verwendeten Scheren, Schermaschinen, Bürsten und anderen Werkzeuge sollten sauber und für die jeweilige Fellstruktur geeignet sein.

Auch die Kommunikation vor der Behandlung ist wichtig. Der Groomer sollte erfragen, welche Fellpflege gewünscht ist, und erklären können, welche Behandlung für den jeweiligen Felltyp sinnvoll ist.

Bei rassetypischen Frisuren sind Kenntnisse über die jeweilige Fellstruktur und die entsprechenden Pflege- und Schnitttechniken erforderlich.

Ein guter Groomer sollte ausserdem erkennen, wann eine Situation seine fachlichen Möglichkeiten überschreitet. Medizinische Hauterkrankungen, Verletzungen oder andere gesundheitliche Probleme gehören in die Hände eines Tierarztes.

Was kostet ein Groomer-Besuch?

Die Kosten unterscheiden sich erheblich nach Land, Region, Grösse des Hundes, Felltyp, Fellzustand und Umfang der Behandlung. In Deutschland nennt der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) für eine Behandlung im Hundesalon durchschnittlich etwa 40 bis 100 Euro, wobei die Preise insbesondere von der Grösse des Hundes abhängen. Dies ist lediglich eine allgemeine Orientierung und kein einheitlicher Tarif.

In der Schweiz und Österreich können die Preise je nach Region und Salon ebenfalls deutlich variieren.

Aufwendige Behandlungen, beispielsweise bei stark verfilztem Fell, brauchen mehr Zeit und verursachen damit höhere Kosten.

Wie findet man einen geeigneten Groomer?

Bei der Auswahl können Empfehlungen von anderen Hundehaltern hilfreich sein. Auch Tierarztpraxen haben unter Umständen Erfahrungen mit örtlichen Hundesalons.

Vor dem ersten Termin sollten einige Fragen geklärt werden:

  • Welche Erfahrungen bestehen mit der jeweiligen Rasse oder dem Felltyp?
  • Welche Leistungen werden genau angeboten?
  • Wie wird mit ängstlichen oder unruhigen Hunden umgegangen?
  • Was passiert, wenn sich während der Behandlung Hautveränderungen oder andere Auffälligkeiten zeigen?
  • Welche konkreten Kosten sind für die geplante Behandlung zu erwarten?

Ein Kennenlerngespräch kann insbesondere bei ängstlichen oder unerfahrenen Hunden sinnvoll sein. Dabei kann auch geklärt werden, wie der Hund an die Behandlung gewöhnt werden kann.

Welche Ausbildung braucht ein Groomer?

Die Ausbildung ist im deutschsprachigen Raum unterschiedlich geregelt.

Deutschland

In Deutschland ist Hundefriseur beziehungsweise Groomer kein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Eine gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung zum Groomer gibt es daher nicht. Es existieren verschiedene private Ausbildungs- und Weiterbildungsangebote. Seit 2025 gibt es beispielsweise den Zertifikatslehrgang „Hundepflege und Dienstleistung (IHK)“, der von der IHK Potsdam in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe angeboten wird.

Österreich

Auch in Österreich ist die Ausbildung zum Hundefriseur nicht gesetzlich als eigener Lehrberuf geregelt. Entsprechende Kenntnisse können über spezialisierte Kurse und praktische Ausbildung erworben werden.

Der Lehrberuf Tierpflege ist davon zu unterscheiden. Er umfasst die allgemeine Pflege und Versorgung von Tieren und ist in Österreich als dreijährige Ausbildung eingerichtet.

Schweiz

In der Schweiz kann Hundecoiffeur beziehungsweise Hundecoiffeuse als Spezialisierung innerhalb der dreijährigen Grundbildung Tierpfleger/in EFZ mit Schwerpunkt Heimtierpflege erlernt werden. Anschliessend besteht die Möglichkeit, die entsprechende Fachprüfung des Schweizerischen Verbands für Berufsbildung der Tierpflege (SVBT) abzulegen. Seit 2015 sind unter bestimmten Voraussetzungen auch Tiermedizinische Praxisassistentinnen und -assistenten sowie Absolventinnen und Absolventen des FBA Tierbetreuer SVBT zur Fachprüfung zugelassen.

Damit unterscheiden sich die formalen Ausbildungsmöglichkeiten in Deutschland, Österreich und der Schweiz deutlich.

Groomer und Tierarzt

Groomer und Tierärzte haben unterschiedliche Aufgaben. Der Groomer übernimmt die Pflege von Fell, Hautoberfläche, Krallen und gegebenenfalls weiteren äusserlich zugänglichen Bereichen. Die Untersuchung und Behandlung von Erkrankungen gehört dagegen zum tierärztlichen Aufgabenbereich.

Bei Hautveränderungen, Verletzungen, Parasitenbefall, schmerzhaften Stellen oder anderen gesundheitlichen Auffälligkeiten sollte deshalb eine tierärztliche Abklärung erfolgen.