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Blaualgen in der Schweiz: Was die Forschung des BAFU über das Risiko für Hunde zeigt

3 Min Lesezeit
Blaualgen in der Schweiz: Was die Forschung des BAFU über das Risiko für Hunde zeigt
Inhalt
  1. Was genau sind Blaualgen?
  2. Warum lassen sich Blaualgen nicht konkreter vorhersagen?
  3. Gibt es neue Forschungsansätze?
  4. Wie und wo kann ich Warnmeldungen zu Blaualgen frühzeitig erhalten?
  5. Was tue ich, wenn mein Hund vermutlich mit Blaualgen in Kontakt war?

Wenn sich im Sommer Seen verfärben oder Warnungen in sozialen Medien auftauchen, steigt die Verunsicherung. Besonders Hundehalter reagieren sensibel, wenn es um mögliche Vergiftungen durch Blaualgen geht. Die gute Nachricht vorweg: Die Forschung in der Schweiz zeigt inzwischen sehr genau, wie komplex dieses Thema ist. Gleichzeitig wird klar, warum es keine einfache Entwarnung gibt und auch keine sichere Vorhersage.

Was genau sind Blaualgen?

Genaugenommen sind Blaualgen keine Algen, sondern Bakterien. Fachlich spricht man von Cyanobakterien. Sie gehören zu den ältesten Lebensformen auf der Erde und kommen in fast allen Gewässern vor.

Diese Bakterien sind also immer da. Problematisch wird es, wenn sich bestimmte Arten stark vermehren. In dem Fall kommt es zu einer sichtbaren Massenvermehrung von Cyanobakterien, der Fachbegriff dafür ist „Algenblüte“ oder auch „Cyanobakterienblüte“. Diese Blüten können Giftstoffe bilden, die für Tiere und Menschen gefährlich sind.

Für Hunde wird es besonders kritisch, wenn sie beim Baden Wasser schlucken. Genau dort liegt das Risiko.

Warum lassen sich Blaualgen nicht konkreter vorhersagen?

Warnungen wirken häufig reaktiv und nicht vorausschauend. Das liegt an der Natur der Blaualgen selbst. Es müssen mehrere Faktoren zusammenspielen, damit sich eine Blüte bildet: Warme Temperaturen, wenig Wasserbewegung, genügend Nährstoffe, stabile Schichten im Wasser. Und nicht jede Blaualgenart verhält sich gleich (es gibt wohlgemerkt mehrere tausend Arten von Cyanbobaktieren). Manche Arten profitieren von Bedingungen, die für andere ungünstig sind.

Cyanobakterien können sich innerhalb weniger Tage und teils sogar Stunden stark vermehren. Ein See wirkt morgens noch unauffällig und zeigt am Nachmittag bereits sichtbare Verfärbungen oder Schlieren.

Hinzu kommt, dass viele Gewässer nicht permanent überwacht werden. Kantone führen punktuell Messungen durch oder reagiere auf Meldungen aus der Bevölkerung.

Da es kein einheitliches Muster gibt, ist die frühere Einschätzung und Ausgabe von Warnmeldungen für Behörden schwierig.

Gibt es neue Forschungsansätze?

Das Bundesamt für Umwelt arbeitet eng mit Forschungsinstituten wie der Eawag zusammen. Ziel ist es, das Verhalten von Cyanobakterien besser zu verstehen und Risiken früher zu erkennen. Selbst klassische Parameter wie Chlorophyll oder andere Standardwerte reichen nicht aus, um toxische Entwicklungen sicher zu erkennen. Deshalb geht die Forschung mittlerweile weg von einzelnen Messwerten hin zur Kombination verschiedener Methoden.

Dazu gehören biologische Analysen der Arten (Artenbestimmung der Cyanobakterien), chemische Messungen von möglichen Toxinen und neue biologische Marker (Biomoleküle) im Wasser. Ergänzt wird das durch moderne Technik wie automatische Messstationen und Unterwasserkameras, die Plankton und Wasserqualität kontinuierlich beobachten.

Diese Systeme liefern erstmals Daten in hoher zeitlicher Auflösung. Dadurch lassen sich Veränderungen im See deutlich besser nachvollziehen als früher.

Wie und wo kann ich Warnmeldungen zu Blaualgen frühzeitig erhalten?

Offizielle Informationen kommen in der Schweiz direkt von den Kantonen. Typische Quellen sind die kantonalen Webseiten der Umwelt- und Gesundheitsämter und offizielle Medienmitteilungen der Kantone.

Direkt vor möglicherweise betroffenen Orten gibt es häufig Aushänge oder Infotafeln (z.B. an Badeseen, Strandabschnitten).

Leider gibt es keine zentrale Live-Karten für alle Schweizer Seen gleichzeitig, weshalb sich immer ein Blick auf den jeweiligen Kanton lohnt.

Bei Unsicherheit immer selbst einen Blick auf die Wasserqualität werfen.

Bei uns kommst du über die Navigation, in dem du deinen Ort auswählst, auch zu den Saisonalen Hinweisen. Oder du rufst unseren Saisonkalender auf: https://rundum.dog/saisonkalender/

Was tue ich, wenn mein Hund vermutlich mit Blaualgen in Kontakt war?

Wenn dein Hund in trübem, grünlich verfärbtem oder schlierenartigem Wasser war, gilt zuerst: Kontakt stoppen und Reinigung beginnen. Das bedeutet, hole deinen Hund sofort aus dem Wasser und spüle sein Fell gründlich mit klarem Wasser aus (verhindere, dass er sich vorher ableckt!). Kein weiteres Baden oder gar Trinken aus dem verdächtigen Gewässer.

Falls Symptome wie starkes Speicheln, Erbrechen, Zittern oder Orientierungslosigkeit auftreten, keinesfalls abwarten! Suche sofort tierärztliche Hilfe oder kontaktiere den tierärztlichen Notdienst.

Quellen

Bundesamt für Landestopografie swisstopo: Toxische Algen: Vorhersage von Blüten rückt näher

eawag aquatic research: Cyanobakterien/Blaualgen

Bundesamt für Umwelt BAFU: Badewasserqualität

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