Zucker im Hundefutter: Warum ungesunde Zutaten fast immer drin sind
Zucker im Hundefutter dient technischen Zwecken, nicht der Gesundheit. Ab zwei Prozent Zuckergehalt wird es problematisch für deinen Hund.

Kurz gesagt
Ein gesunder Hund kann kleine Mengen natürlichen Zucker verstoffwechseln, aber bei zwei Prozent oder mehr Zuckergehalt im Gesamtfutter wird es problematisch.
Inhalt
Geprüft am 24. Februar 2023Redaktionell verantwortlich: Roger Klein
Viele Hundefutter enthalten Zucker, auch Premium-Marken. Auf der Zutatenliste steht er selten direkt, sondern als Karamell, Melasse oder Dextrose.
Warum Hersteller Zucker ins Hundefutter mischen
Zucker erfüllt in der industriellen Hundefutter-Produktion vier technische Funktionen.
Als Bindemittel lockert er die Masse auf und verhindert, dass Trockenfutter zu hart wird. In Dosenfutter sorgt er für eine homogene Konsistenz.
Karamellisierter Zucker färbt helles Fleisch braun. Ohne diese Färbung sähe das Futter oft grau aus.
Der Geruch wird für Hunde appetitlicher und für Menschen weniger streng. Manche Hersteller behaupten, Zucker reduziere den Kotgeruch, Belege dafür fehlen.
Zucker verstärkt den Geschmack. Hunde, die zuckerhaltiges Futter gewöhnt sind, verweigern manchmal zuckerfreie Alternativen.
Wie viel Zucker schadet
Ein gesunder Hund kann kleine Mengen natürlichen Zucker verstoffwechseln. Problematisch wird es ab zwei Prozent Zuckergehalt im Gesamtfutter.
Viele Supermarkt-Futter überschreiten diese Grenze. Steht Zucker unter den ersten fünf Inhaltsstoffen, liegt der Anteil meist darüber.
Langfristig hoher Zuckerkonsum kann bei Hunden Diabetes, Übergewicht und Zahnprobleme verursachen. Besonders gefährdet sind übergewichtige Hunde und Senioren mit verlangsamtem Stoffwechsel.
Industrieller Raffinierzucker lässt den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen und wieder abfallen. Das kann zu Heisshunger und Fressattacken führen.
Welche Bezeichnungen für Zucker verwendet werden
Hersteller verwenden über zwanzig verschiedene Bezeichnungen für Zucker.
Industriezucker: Karamell, Maltose, Dextrose, Glukose, Melasse, Saccharose. Diese Zusätze haben keine ernährungsphysiologische Berechtigung.
Natürlich zuckerreiche Zutaten: Molkereierzeugnisse, Weizen, Bäckereierzeugnisse, Soja. Diese können vertretbar sein, wenn sie nicht dominieren.
Steht «Zucker» direkt auf der Zutatenliste, ist das meist Saccharose, reiner Industriezucker.
Wie man zuckerfreies oder zuckerarmes Hundefutter erkennt
Die Zutatenliste zeigt, ob eine der oben genannten Zuckerarten enthalten ist.
Hochwertige Futter kommen oft ganz ohne Zusatzzucker aus. Sie setzen auf natürliche Aromastoffe aus Fleisch und Innereien.
Vorsicht bei «ohne Zuckerzusatz»-Werbung: Das bedeutet nur, dass kein reiner Kristallzucker zugesetzt wurde. Karamell oder Melasse können trotzdem enthalten sein.
BARF oder hochwertiges Nassfutter mit mindestens 60 Prozent Fleischanteil kommt praktisch immer ohne bedenkliche Zuckermengen aus.
Schadet auch natürlicher Fruchtzucker meinem Hund?
Fruchtzucker aus Obst oder Gemüse ist in normalen Mengen unbedenklich. Ein Apfelstück als Leckerli oder Karotten im Futter schaden nicht.
Kann ich mein Hundefutter auf Zuckergehalt testen lassen?
Spezialisierte Labore analysieren Hundefutter auf Zuckergehalt. Das kostet etwa 50-80 Euro und lohnt sich bei Verdacht auf irreführende Deklaration.
Was mache ich, wenn mein Hund nur noch zuckerhaltiges Futter frisst?
Stelle schrittweise um: Mische über zwei Wochen täglich weniger altes und mehr neues Futter. Bei Futterverweigerung hilft manchmal etwas gekochtes Hühnchen als Appetitanreger.
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