Übergewicht
Übergewicht beim Hund bedeutet, dass das Körpergewicht 15-20% über dem Idealgewicht liegt und eine sichtbare Fettschicht die Rippen verdeckt.
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Übergewicht beim Hund bedeutet, dass das Körpergewicht 15-20% über dem Idealgewicht liegt und eine sichtbare Fettschicht die Rippen verdeckt.
Etwa 40% der Hunde in Deutschland sind übergewichtig. Das Problem: Die meisten Halter merken es nicht, bis der Hund bereits deutlich zu schwer ist. Ein Golden Retriever mit 38 kg statt 30 kg trägt das Äquivalent eines 8-kg-Rucksacks mit sich herum – jeden Tag.
Woran erkenne ich, ob mein Hund übergewichtig ist?
Der Rippentest gibt dir sofortige Klarheit: Lege beide Handflächen seitlich auf den Brustkorb deines Hundes. Bei normalgewichtigen Hunden spürst du die Rippen mit leichtem Druck. Musst du fest drücken oder gar nicht finden, hat dein Hund zu viel Körperfett.
Von oben betrachtet sollte dein Hund eine deutliche Taille haben – die Körperkontur verjüngt sich hinter den Rippen. Sieht der Körper von oben oval oder rechteckig aus, ist das ein Warnsignal.
Im Seitenprofil erkennst du bei schlanken Hunden eine aufgezogene Bauchlinie. Der Bauch läuft vom Brustkorb nach hinten hoch. Bei übergewichtigen Hunden hängt der Bauch oder verläuft gerade.
Verhaltensänderungen kommen schleichend: Der Hund steigt schwerfälliger ins Auto, macht öfter Pausen beim Spaziergang oder atmet nach geringer Anstrengung schwer. Diese Zeichen werden oft fälschlich dem Alter zugeschrieben.
Was sind die Hauptursachen für Übergewicht?
Zu viele Kalorien bei zu wenig Bewegung – das ist die Grundformel. Aber die Ursachen sind komplexer.
Leckerlis werden massiv unterschätzt. Ein 30-kg-Hund, der täglich fünf Hundekekse bekommt, nimmt etwa 20% seiner Tageskalorien nur über Snacks auf. Das entspricht einem Menschen, der täglich eine Tiefkühlpizza zusätzlich isst.
Kastration verändert den Hormonhaushalt und senkt den Energiebedarf um 20-30%. Viele Halter füttern nach der Kastration aber weiter wie vorher – mit vorhersehbarem Ergebnis.
Schilddrüsenunterfunktion macht etwa 5% der übergewichtigen Hunde träge und hungrig. Diese Hunde nehmen zu, obwohl sie normal oder sogar weniger fressen. Ein Bluttest beim Tierarzt klärt den Verdacht.
Bestimmte Rassen haben eine genetische Veranlagung: Labrador Retriever, Beagle und Cocker Spaniel nehmen leichter zu als Border Collies oder Windhunde. Das liegt an unterschiedlichen Sättigungsgenen.
Welche Gesundheitsrisiken entstehen durch Übergewicht?
Die Gelenke leiden zuerst. Jedes zusätzliche Kilo belastet Hüfte, Knie und Wirbelsäule. Hunde mit Übergewicht entwickeln dreimal häufiger Arthrose als normalgewichtige Tiere.
Das Herz arbeitet unter Dauerstress. Bei einem 15 kg schweren Hund, der 5 kg zu viel wiegt, muss das Herz zusätzlich 1,5 Liter Blut pro Minute pumpen. Herzerkrankungen entstehen früher und verlaufen schwerer.
Diabetes Typ 2 trifft übergewichtige Hunde siebenmal häufiger. Die Bauchspeicheldrüse kann den erhöhten Insulinbedarf nicht mehr decken. Einmal entstanden, ist Diabetes beim Hund meist irreversibel.
Bei Operationen steigt das Narkoserisiko. Übergewichtige Hunde haben häufiger Komplikationen und brauchen länger zur Heilung. Tierärzte verschieben planbare Eingriffe oft, bis das Gewicht reduziert ist.
Wie bringe ich meinen Hund zum Abnehmen?
Reduziere die Futtermenge um 20-30% und streiche alle Leckerlis für die ersten vier Wochen. Das klingt hart, aber ein 30-kg-Hund kann problemlos 200-300 Gramm pro Woche verlieren.
Wechsel auf ein Diätfutter mit hohem Proteingehalt (mindestens 25%) und niedrigem Fettanteil (unter 8%). Protein sättigt länger und verhindert Muskelabbau beim Abnehmen.
Steigere die Bewegung schrittweise. Beginne mit 10 Minuten zusätzlichem Spaziergang täglich und erhöhe jede Woche um weitere 10 Minuten. Schwimmen ist ideal für übergewichtige Hunde – es verbrennt Kalorien ohne die Gelenke zu belasten.
Füttere zweimal täglich statt einmal. Kleinere Portionen halten den Stoffwechsel aktiv und reduzieren Hungergefühle.
Wiege deinen Hund wöchentlich zur gleichen Tageszeit. Eine Gewichtsabnahme von 1-2% des Körpergewichts pro Woche ist optimal. Schnellerer Gewichtsverlust schadet der Gesundheit.
Welche Rolle spielt die Rasse beim Idealgewicht?
Das Idealgewicht variiert nicht nur zwischen Rassen, sondern auch innerhalb einer Rasse erheblich. Ein Labrador Rüde kann zwischen 29-36 kg wiegen und trotzdem normalgewichtig sein.
Kleine Rassen wie Chihuahuas sind bereits bei 500 Gramm Übergewicht deutlich zu schwer. Bei einem 2-kg-Hund entspricht das 25% Mehrgewicht – wie ein 80-kg-Mensch mit 100 kg.
Windhundrassen zeigen ihre Rippen von Natur aus stärker. Was bei anderen Hunden als untergewichtig gilt, ist bei Greyhounds normal. Umgekehrt wirken sie schnell übergewichtig, wenn die Rippen nicht mehr sichtbar sind.
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