Glukose
Glukose ist der wichtigste Zucker im Blut deines Hundes und seine Hauptenergiequelle.
Inhalt
- Wie reguliert der Hundekörper den Blutzucker?
- Wann sollte ich den Blutzucker meines Hundes messen lassen?
- Was passiert bei zu hohem Blutzucker?
- Wann wird der Blutzucker gefährlich niedrig?
- Wie erkenne ich Blutzuckerprobleme bei meinem Hund?
- Welche Untersuchungen macht der Tierarzt?
- Wie wird eine Blutzuckerstörung behandelt?
Glukose ist der wichtigste Zucker im Blut deines Hundes und seine Hauptenergiequelle. Der Körper gewinnt sie aus Kohlenhydraten der Nahrung und transportiert sie über das Blut zu allen Organen – besonders Gehirn und Muskeln sind auf eine konstante Versorgung angewiesen.
Wie reguliert der Hundekörper den Blutzucker?
Die Bauchspeicheldrüse steuert den Glukosespiegel über zwei Hormone: Insulin senkt zu hohe Werte, indem es Glukose in die Zellen schleust. Glukagon hebt zu niedrige Werte an, indem es gespeicherte Glukose aus der Leber freisetzt.
Beim gesunden Hund liegt der Nüchtern-Blutzucker zwischen 80 und 120 mg/dl. Nach dem Fressen steigt er kurz auf maximal 160 mg/dl an.
Wann sollte ich den Blutzucker meines Hundes messen lassen?
Du solltest eine Blutzuckermessung veranlassen, wenn dein Hund plötzlich extrem viel trinkt und uriniert, dabei aber trotz gutem Appetit abnimmt. Diese Kombination deutet auf Diabetes hin.
Bei Welpen kleiner Rassen (unter 2 kg) ist eine Messung nötig, wenn sie zittern, schwanken oder apathisch wirken – das können Anzeichen einer lebensbedrohlichen Unterzuckerung sein.
Hunde mit diagnostiziertem Diabetes brauchen regelmässige Kontrollen, meist alle 3-4 Monate beim Tierarzt.
Was passiert bei zu hohem Blutzucker?
Hyperglykämie (über 180 mg/dl nüchtern) entsteht meist durch Diabetes mellitus. Der Körper kann dann Glukose nicht mehr richtig verwerten, weil entweder zu wenig Insulin produziert wird oder die Zellen darauf nicht mehr reagieren.
Stress kann den Blutzucker vorübergehend auf 200-300 mg/dl treiben – das ist bei Tierarztbesuchen normal und verschwindet wieder. Dauerhaft erhöhte Werte durch Medikamente wie Cortison oder Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse brauchen tierärztliche Abklärung.
Wann wird der Blutzucker gefährlich niedrig?
Hypoglykämie (unter 70 mg/dl) ist ein Notfall. Bei diabetischen Hunden entsteht sie meist durch eine Insulin-Überdosis oder wenn der Hund nach der Insulin-Spritze nichts frisst.
Welpen entwickeln eine Unterzuckerung, wenn sie zu lange nichts gefressen haben – ihre Glukosespeicher sind noch minimal. Auch Hunde mit Lebererkrankungen oder der Addison-Krankheit neigen zu niedrigen Werten.
Ein unterzuckerter Hund zeigt Schwäche, Zittern, Desorientierung bis hin zu Krämpfen. Dann ist sofortige Hilfe nötig: Ein Teelöffel Honig auf die Maulschleimhaut und ab zum Tierarzt.
Wie erkenne ich Blutzuckerprobleme bei meinem Hund?
Hoher Blutzucker macht sich durch die „vier P“ bemerkbar: Polydipsie (extremer Durst), Polyurie (häufiges Urinieren), Polyphagie (Heisshunger) und Gewichtsverlust trotz gutem Appetit. Dazu kommt oft stumpfes Fell und Müdigkeit.
Niedriger Blutzucker zeigt sich anders: Der Hund wirkt schwach oder verwirrt, seine Bewegungen werden unkoordiniert. In schweren Fällen folgen Muskelzuckungen oder Bewusstlosigkeit.
Welche Untersuchungen macht der Tierarzt?
Die Standard-Blutzuckermessung erfolgt über eine kleine Blutprobe aus der Vene. Für eine aussagekräftige Diabetes-Diagnose sollte dein Hund 12 Stunden nüchtern sein.
Der Fructosamin-Test zeigt den durchschnittlichen Blutzucker der letzten 2-3 Wochen. Das hilft bei der Diabetes-Kontrolle, weil Einzelmessungen durch Stress verfälscht werden können.
Manche Tierärzte nutzen kontinuierliche Glukosemessgeräte – kleine Sensoren unter der Haut, die 14 Tage lang alle paar Minuten messen.
Wie wird eine Blutzuckerstörung behandelt?
Diabetes erfordert meist lebenslange Insulinspritzen, zweimal täglich zu festen Zeiten vor dem Futter. Die Dosis wird individuell eingestellt und regelmässig angepasst.
Zusätzlich hilft spezielles Diabetes-Futter mit wenig Zucker und viel Ballaststoffen. Feste Fütterungszeiten stabilisieren den Blutzuckerverlauf.
Akute Unterzuckerung behandelt der Tierarzt mit Traubenzucker-Infusionen. Zu Hause hilfst du mit Honig oder Traubenzucker auf der Zunge – aber nur bei einem noch ansprechbaren Hund.
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