Ernährung

Was Dein Hund vom Tisch wirklich essen darf

Nicht alles vom Tisch schadet deinem Hund – aber die Dosis entscheidet. Eine Scheibe Speck deckt bereits 20% des Tagesbedarfs, eine Knoblauchzehe kann vergiften.

4 Min Lesezeit
Was Dein Hund vom Tisch wirklich essen darf
Inhalt
  1. Gefährliche Gewürze erkennen
  2. Rohes Fleisch vom Tisch
  3. Fettmenge und Grenzen
  4. Vorgehen bei Vergiftung
  5. Futtermittelunverträglichkeit erkennen
  6. Sichere Lebensmittel vom Tisch

Gefährliche Gewürze erkennen

Ein Teelöffel Zwiebelpulver kann einen 10-Kilogramm-Hund vergiften – das entspricht etwa dem Gewürz in einem durchschnittlichen Gulasch. Knoblauch ist bereits ab 5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht toxisch; eine einzige Knoblauchzehe wiegt rund 3 Gramm.

Chili reizt nicht nur die Schleimhaut, es kann bei empfindlichen Hunden Magengeschwüre verursachen. Besonders kleine Rassen reagieren heftig: Ein Tropfen scharfer Sauce reicht, damit sie stundenlang Speichel produzieren. Salz in kleinen Mengen ist dagegen unbedenklich. Hunde benötigen täglich etwa 100 mg Natrium pro Kilogramm Körpergewicht.

Wenn dein Hund versehentlich stark gewürztes Essen gefressen hat: Biete Wasser an, zwinge ihn aber nicht zum Trinken. Bei Erbrechen oder Durchfall innerhalb von zwei Stunden solltest du den Tierarzt kontaktieren.

Rohes Fleisch vom Tisch

Das Virus der Aujeszkyschen Krankheit überlebt in rohem Schweinefleisch bis zu drei Wochen – auch im Kühlschrank. Ein infizierter Hund stirbt innerhalb weniger Tage. Eine Behandlung existiert nicht.

Rohes Hühnerfleisch ist nach Angaben aus der Lebensmittelüberwachung in Deutschland in einem erheblichen Anteil der Proben mit Salmonellen oder Campylobacter belastet. Gesunde erwachsene Hunde überstehen das oft ohne Symptome, Welpen und alte Hunde sind jedoch gefährdet. Rohes Hackfleisch erreicht nach 24 Stunden im Kühlschrank bereits kritische Keimzahlen.

Gekochtes Fleisch ohne Sauce oder Gewürze ist dagegen unbedenklich. Die Hitze tötet Bakterien ab und macht das Eiweiss leichter verdaulich. Ein daumengrosses Stück gekochtes Hühnchen schadet keinem Hund – vorausgesetzt, es ersetzt nicht das ausgewogene Hauptfutter.

Fettmenge und Grenzen

Eine Scheibe Speck liefert einem 10-Kilogramm-Hund 20 Prozent seines Tagesbedarfs an Kalorien – in einem einzigen Happen. Problematischer ist der Fettschock: Erhält ein Hund plötzlich mehr als 10 Prozent seiner Tagesration als reines Fett, kann die Bauchspeicheldrüse rebellieren.

Chips enthalten meist Zwiebelpulver, was sie gleich doppelt problematisch macht. Eine halbe Tüte kann allein durch den Salzgehalt Nierenprobleme auslösen. Die kritische Salzmenge liegt bei etwa 4 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht – bei einem 20-Kilogramm-Hund entspricht das rund 80 Gramm Chips.

Als Faustregel gilt: Was deine Hand fettig macht, ist für den Hund zu fettig. Karotten, Gurken oder ein Stück ungesalzenes gekochtes Fleisch stillen den Bettelblick genauso zuverlässig.

Vorgehen bei Vergiftung

Schokolade wird ab 20 mg Theobromin pro Kilogramm Körpergewicht gefährlich. Ein Riegel Zartbitterschokolade (100 g) enthält etwa 1600 mg – für einen 10-Kilogramm-Hund eine kritische Dosis. Symptome treten meist innerhalb von zwei bis vier Stunden auf: Unruhe, erhöhte Herzfrequenz, Erbrechen.

Weintrauben sind unberechenbar. Manche Hunde vertragen kilogrammweise Trauben, andere werden von einer Handvoll nierenkrank. Warum das so ist, weiss niemand. Erste Symptome sind Lethargie und vermindertes Urinieren nach zwölf bis 24 Stunden.

Wenn dein Hund etwas Giftiges gefressen hat: Notiere die Uhrzeit und die Menge. Löse kein Erbrechen aus – bei ätzenden Substanzen kann das mehr schaden als helfen. Ruf deinen Tierarzt an oder die Giftnotfall-Hotline der Uni Leipzig: 0341-9738670.

Futtermittelunverträglichkeit erkennen

Echte Allergien sind selten, Unverträglichkeiten häufiger. Der Unterschied liegt im Timing: Eine Allergie zeigt sich sofort mit Schwellungen oder Atemnot. Eine Unverträglichkeit entwickelt sich schleichend über Wochen.

Typische Zeichen sind weicher Kot, der auch nach Tagen nicht fester wird, oder Juckreiz, der sich durch Kratzen verschlimmert. Besonders Pfoten und Ohren sind oft betroffen. Ein glanzloses Fell kann ebenfalls ein Hinweis sein. Ist die Ursache beseitigt, haben gesunde Hunde binnen drei bis vier Wochen wieder glänzendes Fell.

Während einer Ausschlussdiät ist absolute Disziplin nötig. Ein einziger Keks kann wochenlange Arbeit zunichte machen, weil der Darm Zeit benötigt, um sich zu erholen.

Sichere Lebensmittel vom Tisch

Gekochte Kartoffeln sind ideal: Sie liefern Energie ohne Allergierisiko. Reis beruhigt zusätzlich einen gereizten Magen. Ungekochte Karotten massieren beim Kauen das Zahnfleisch und enthalten wenig Kalorien.

Äpfel sind reich an Pektin, das die Verdauung unterstützt. Entferne aber Kerne und Stiel – sie enthalten Blausäure. Ein Apfelschnitz pro Tag schadet nicht; eine ganze Frucht kann bei kleinen Hunden Durchfall verursachen.

Gekochtes Ei liefert hochwertiges Protein und ist leicht verdaulich. Quark in kleinen Mengen (ein Teelöffel pro 10 kg Körpergewicht) versorgt den Hund mit Kalzium. Zu viel Milchprodukt führt jedoch bei den meisten erwachsenen Hunden zu Durchfall, da sie Laktose nicht mehr spalten können.

Mein Hund hat Schokolade gefressen – was tun?

Ruf sofort deinen Tierarzt an und teile mit: wie viel, welche Sorte, wann gefressen. Bei Zartbitterschokolade ist Eile geboten.

Sind alle Nüsse giftig für Hunde?

Macadamianüsse sind hochgiftig, Walnüsse können Schimmelgifte enthalten. Erdnüsse sind botanisch keine Nüsse und in kleinen Mengen ungefährlich.

Kann ich meinem Hund Käse geben?

Hartkäse in kleinen Mengen ist meist unproblematisch. Weichkäse sowie Käse mit Kräutern oder Gewürzen solltest du meiden.

Wie viel vom Tisch darf mein Hund bekommen?

Maximal 10 Prozent der täglichen Kalorienmenge sollten aus Extras stammen. Für einen 20-Kilogramm-Hund sind das etwa 100 bis 150 Kalorien täglich.

Warum leckt mein Hund ständig die Pfoten nach neuem Futter?

Pfotenlecken kann auf eine Futtermittelunverträglichkeit hindeuten. Die Haut an den Pfoten reagiert oft als erstes auf Allergene.