Wiki · Gesundheit & Pflege

Dosis

2 Min Lesezeit
Dosis
Definition

Die Dosis bei Hundemedikamenten bezeichnet die exakte Wirkstoffmenge pro Kilogramm Körpergewicht, die für eine therapeutische Wirkung erforderlich ist.

Inhalt
  1. Wie berechnet der Tierarzt die richtige Dosis?
  2. Warum reagieren Hunderassen unterschiedlich auf Dosierungen?
  3. Was passiert bei falscher Dosierung?
  4. Welche Notfall-Dosierungen sollte jeder Hundehalter kennen?

Die Dosis bei Hundemedikamenten bezeichnet die exakte Wirkstoffmenge pro Kilogramm Körpergewicht, die für eine therapeutische Wirkung erforderlich ist. Anders als bei Menschen wird sie ausschliesslich gewichtsbasiert berechnet – ein 5-kg-Chihuahua braucht etwa ein Zwanzigstel der Dosis eines 40-kg-Schäferhunds.

Wie berechnet der Tierarzt die richtige Dosis?

Veterinäre nutzen die Formel: Körpergewicht × mg/kg-Vorgabe = Einzeldosis. Bei Metacam (Meloxicam) gegen Schmerzen sind das beispielsweise 0,1 mg pro Kilogramm am ersten Tag. Ein 20-kg-Hund erhält also 2 mg – das entspricht 0,4 ml der Suspension.

Die meisten Hundemedikamente haben therapeutische Fenster zwischen Wirksamkeit und Toxizität. Antibiotika wie Amoxicillin wirken ab 10-20 mg/kg zweimal täglich. Überschreitet man 40 mg/kg, drohen Durchfälle ohne bessere Wirkung.

Warum reagieren Hunderassen unterschiedlich auf Dosierungen?

Windhunde bauen Narkosemittel wie Propofol deutlich langsamer ab als andere Rassen – ihre Dosis wird um 30-50% reduziert. Collies und verwandte Rassen haben oft einen MDR1-Gendefekt: Sie vertragen Ivermectin (gegen Parasiten) nur in Mikrodosen, während ein Beagle problemlos die Standarddosis verkraftet.

Brachycephale Rassen (Mops, Bulldogge) benötigen bei Sedativa niedrigere Dosierungen, da ihre Atemprobleme das Narkoserisiko erhöhen.

Was passiert bei falscher Dosierung?

Überdosierungen zeigen sich oft binnen Stunden. Bei Schmerzmitteln (NSAIDs) wie Rimadyl entstehen Magengeschwüre, bei Herzmedikamenten wie Digitoxin Rhythmusstörungen. Unterdosierungen bei Antibiotika fördern Resistenzen – der Keim überlebt und wird unempfindlich.

Eine Besonderheit: Paracetamol ist für Hunde hochgiftig, schon 15 mg/kg können tödlich sein. Menschen nehmen 500-1000 mg pro Dosis – für einen Hund wäre eine halbe Tablette lebensgefährlich.

Welche Notfall-Dosierungen sollte jeder Hundehalter kennen?

Bei Vergiftungen kann Aktivkohle helfen: 1-2 g pro Kilogramm Körpergewicht als Suspension. Das bindet Giftstoffe im Magen, bevor sie ins Blut gelangen.

Gegen allergische Schocks wirkt Cetirizin: 0,5 mg pro Kilogramm einmal täglich. Aber: Erst nach Rücksprache mit dem Tierarzt, niemals als Dauerlösung.