Gewürze
Gewürze sind pflanzliche Bestandteile wie Kräuter, Samen oder Wurzeln. Während einige Gewürze für Hunde in sehr kleinen Mengen geeignet sind, können andere gesundheitsschädlich sein und sollten vermieden werden.
Inhalt
Gewürze sind getrocknete oder frische Pflanzenteile, die zum Verfeinern von Lebensmitteln verwendet werden. Einige Gewürze können in kleinen Mengen auch für Hunde geeignet sein und beispielsweise den Geschmack des Futters ergänzen.
Dabei gilt jedoch: Hunde haben andere Bedürfnisse als Menschen. Viele Gewürze, die für uns unproblematisch sind, können bei Hunden zu Magen-Darm-Beschwerden führen oder bei grösseren Mengen echte gesundheitliche Risiken darstellen.
Entscheidend sind deshalb die Auswahl des Gewürzes, die Menge und die individuelle Verträglichkeit des Hundes.
Welche Gewürze dürfen Hunde in welcher Menge bekommen?
Die folgenden Gewürze sind grundsätzlich vertretbar, solange du die Mengenangaben ernst nimmst:
Kurkuma: Kurkuma wird wegen des enthaltenen Curcumins häufig mit entzündungshemmenden Eigenschaften in Verbindung gebracht. Täglich maximal 15–20 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Bei einem 20-kg-Hund entspricht das ungefähr einer Messerspitze. Wer großzügiger dosiert, riskiert Magenreizungen.
Ceylon-Zimt: Eine knappe Prise, also rund 0,1 Gramm, pro 10 kg Körpergewicht ist das Maximum. Wichtig dabei: Cassia-Zimt hat nichts im Hundenapf zu suchen. Der hohe Cumarin-Gehalt kann die Leber belasten.
Frischer Ingwer: Ingwer wird gerne zur Unterstützung der Verdauung eingesetzt. Bis zu 10–15 mg pro kg Körpergewicht, ein dünnes Scheibchen für einen mittelgrossen Hund reicht völlig. Getrockneter Ingwer ist konzentrierter, da genügt die halbe Menge.
Glatte Petersilie: Frische Petersiele enthält unter anderem Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe. 2–3 frische Blätter pro 10 kg von der glatten Sorte. Krause Petersilie enthält mehr Apiol; in grösseren Mengen kann das die Nieren belasten.
Welche Gewürze sind für Hunde giftig?
Einige Gewürze und Küchenzutaten können für Hunde hingegen gesundheitsschädlich sein.
Knoblauch und Zwiebeln: Knoblauch, Zwiebeln und verwandte Pflanzen aus der Familie der Lauchgewächse können bei Hunden die roten Blutkörperchen schädigen und eine Blutarmut (hämolytische Anämie) verursachen. Besonders problematisch sind konzentrierte Formen wie Knoblauch- oder Zwiebelpulver, die häufig in Gewürzmischungen enthalten sind.
Muskatnuss: Das darin enthaltene Myristicin kann bereits ab 5–15 Gramm pro kg Körpergewicht toxisch wirken. Die Symptome sind drastisch: Orientierungslosigkeit, Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen.
Paprika- und Chilipulver: Das Capsaicin (der Scharfstoff in den Schoten) reizt Magen- und Darmschleimhaut. Viele Hunde reagieren darauf mit Erbrechen, Durchfall oder starkem Speicheln.
Wie erkenne ich eine Gewürzvergiftung beim Hund?
Erste Anzeichen zeigen sich meist innerhalb von 2–6 Stunden nach der Aufnahme: Erbrechen, Durchfall, vermehrtes Speicheln, Unruhe sind die klassischen Warnsignale.
Bei Knoblauch oder Zwiebel ist es anders. Eine gefährliche Anämie entwickelt sich schleichend, oft erst nach 1–3 Tagen. Achte auf blasse Schleimhäute, auffällige Schwäche und beschleunigte Atmung.
Zeigt dein Hund Orientierungslosigkeit, Zittern oder Krämpfe nach möglichem Muskatnuss-Kontakt, ist das ein tiermedizinischer Notfall.
Warum sind Gewürzmischungen besonders riskant?
Fertigmischungen aus dem Supermarkt enthalten sehr häufig Zwiebel- oder Knoblauchpulver, wobei das nicht immer gross auf der Packung steht. „Mediterrane Kräuter“ oder „BBQ-Gewürz“ sind praktisch nie für Hunde geeignet.
Auch bei vermeintlich natürlichen Mischungen ist die Zusammensetzung nicht immer eindeutig nachvollziehbar. Dadurch lässt sich schwer einschätzen, welche Stoffe und Mengen ein Hund tatsächlich aufgenommen hat. Ein einziger Teelöffel Curry-Pulver kann bereits toxische Mengen mehrerer schädlicher Zutaten enthalten.
Deshalb gilt: Wenn Gewürze überhaupt eingesetzt werden, sind reine Einzelgewürze in kleinen Mengen die bessere Wahl. Bei Hunden mit Vorerkrankungen oder empfindlicher Verdauung sollte die Fütterung von Gewürzen vorher mit dem Tierarzt besprochen werden.
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