Protein
Protein ist ein Nährstoff aus Aminosäuren, der bei Hunden für Muskelaufbau, Fellqualität und Immunfunktion verantwortlich ist.
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Protein ist ein Nährstoff aus Aminosäuren, der bei Hunden für Muskelaufbau, Fellqualität und Immunfunktion verantwortlich ist.
Anders als oft behauptet, brauchen Hunde weniger Protein als die meisten Halter denken. Ein 20-Kilo-Hund benötigt täglich etwa 36 Gramm Protein – das entspricht ungefähr 180 Gramm Hähnchenbrust.
Wie viel Protein braucht mein Hund täglich?
Der tägliche Proteinbedarf liegt bei 1,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht für erwachsene Hunde. Welpen brauchen das Doppelte: 3,6 Gramm pro Kilogramm.
Konkrete Beispiele:
- 10-Kilo-Hund: 18 Gramm Protein (90 Gramm Rindfleisch)
- 30-Kilo-Hund: 54 Gramm Protein (270 Gramm Hähnchenbrust)
- Welpe 15 Kilo: 54 Gramm Protein (ein ganzes Ei plus 200 Gramm Fleisch)
Trächtige Hündinnen brauchen ab der 6. Woche 25 Prozent mehr Protein. Bei einem 25-Kilo-Hund steigt der Bedarf von 45 auf 56 Gramm täglich.
Welche Proteinquellen sind am besten?
Tierische Proteine enthalten alle essentiellen Aminosäuren in der richtigen Menge. Pflanzliche Proteine haben oft Lücken.
Die biologische Wertigkeit zeigt, wie gut der Körper das Protein verwerten kann:
- Ei: 100 (Referenzwert)
- Muskelfleisch: 92
- Fisch: 90
- Soja: 67
- Erbsenprotein: 45
Ein Hund kann aus 100 Gramm Hähnchenbrust etwa 18 Gramm verwertbares Protein ziehen. Aus der gleichen Menge Erbsenmehl nur 8 Gramm.
Stimmt es dass ältere Hunde weniger Protein brauchen?
Nein, das Gegenteil ist richtig. Ab 7 Jahren verlieren Hunde jährlich 3-5 Prozent Muskelmasse. Ohne ausreichend Protein beschleunigt sich dieser Abbau.
Seniorhunde brauchen mindestens genauso viel Protein wie junge erwachsene Hunde – manchmal mehr. Die alte Regel „weniger Protein schont die Nieren“ gilt nur bei bereits diagnostizierter Nierenerkrankung.
Gesunde Nieren verkraften problemlos 2,5 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht täglich.
Was passiert bei zu wenig Protein?
Proteinmangel zeigt sich zuerst an Fell und Haut. Das Fell wird stumpf, dünnt aus oder wächst langsamer nach. Die Haut wird schuppig.
Später kommen Muskelschwund, schlechte Wundheilung und häufige Infekte dazu. Bei Welpen stockt das Wachstum oder verläuft ungleichmäßig.
Ein einfacher Test: Wenn dein Hund nach dem Krallenschneiden länger als eine Woche blutet oder kleine Kratzer nur langsam heilen, kann Proteinmangel die Ursache sein.
Kann mein Hund zu viel Protein bekommen?
Gesunde Hunde verkraften sehr proteinreiche Ernährung problemlos. Überschüssige Aminosäuren werden zu Energie umgewandelt oder ausgeschieden.
Anders bei chronischer Niereninsuffizienz: Hier entstehen aus Protein Abfallstoffe, die die geschädigten Nieren belasten. Aber auch dann sind 1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht noch sicher.
Der Mythos „Protein macht aggressiv“ ist wissenschaftlich widerlegt. Verhaltensänderungen nach Futterumstellung haben andere Ursachen.
Wie erkenne ich hochwertiges Protein im Futter?
Die Rohprotein-Angabe auf der Verpackung sagt nichts über die Qualität aus. 25 Prozent Rohprotein können aus Muskelfleisch oder aus Federn stammen.
Besser: Schaue auf die ersten drei Zutaten. Steht dort „Fleischmehl“ oder „Geflügelmehl“, ist das hochwertiger als „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“.
Frischfleisch in der Zutatenliste täuscht oft: Es enthält 70 Prozent Wasser. Nach dem Trocknen bleibt wenig Protein übrig.
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