Wir unterstützen die Forderungen für einen strengeren Umgang mit dem Hundehandel
Illegaler Welpenhandel boomt in der Schweiz – jeder zweite Hund kommt aus dem Ausland. Hier erfährst du, wie du unseriöse Händler erkennst und seriöse Züchter findest.
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Ein Welpe für 300 Euro über Facebook, Übergabe auf dem Autobahnparkplatz – was zu schön klingt, um wahr zu sein, stammt meist aus illegalem Handel. In der Schweiz kommt jeder zweite Hund aus dem Ausland, viele davon unter Bedingungen, die Tierleid bedeuten.
Unseriöse Welpenhändler erkennen
Unseriöse Anbieter folgen meist einem erkennbaren Muster. Der Preis liegt deutlich unter dem Marktwert – oft unter 500 Euro für Rassehunde. Die Mutterhündin kannst du entweder gar nicht sehen oder sie wirkt apathisch und ausgezehrt. Die Welpen sind jünger als acht Wochen oder haben keinen gültigen EU-Pass.
Besonders verdächtig: Der Verkäufer hat gleichzeitig mehrere Rassen im Angebot. Seriöse Züchter spezialisieren sich auf maximal zwei Rassen. Der Treffpunkt ist ein Parkplatz oder Bahnhof – nie das Zuhause der Hunde.
Die Welpen selbst zeigen oft Warnsignale. Sie sind lethargisch, haben verklebte Augen oder Durchfall. Ihr Bauch ist aufgebläht – ein Zeichen für Wurmbefall. Gesunde Welpen sind neugierig und verspielt, nicht ängstlich oder zurückgezogen.
Merkmale seriöser Züchter
Seriöse Züchter laden dich mindestens zweimal vor der Übergabe ein. Du siehst die Mutterhündin, das Umfeld und kannst Fragen stellen. Der Züchter fragt auch dich aus – nach deiner Erfahrung, der Wohnsituation und deinen Plänen mit dem Hund.
Die Welpen sind bei Abgabe mindestens acht Wochen alt, geimpft und entwurmt. Du erhältst Papiere vom Zuchtverband, nicht nur einen EU-Pass. Ein seriöser Züchter bietet lebenslangen Support und nimmt den Hund zurück, falls du ihn nicht behalten kannst.
Der Preis entspricht dem Aufwand: Für einen Rassewelpen aus gesunden Linien zahlst du in der Schweiz 1.200 bis 2.500 Franken. Alles deutlich darunter sollte misstrauisch machen.
Neue Importbestimmungen ab 2024
Die Schweiz verschärft die Importbestimmungen. Ab 2024 dürfen Welpen erst ab 15 Wochen eingeführt werden – bisher waren es zwölf Wochen. Das soll illegalen Handel erschweren, da die Tiere dann vollständig gegen Tollwut geimpft sind.
Zusätzlich wird der Kauf illegal importierter Hunde strafbar. Bisher traf nur den Händler eine Strafe, nicht den Käufer. Die neuen Regeln orientieren sich an EU-Standards, die bereits in Deutschland und Österreich gelten.
Fachleute bleiben dennoch skeptisch. Erfahrungen aus anderen Ländern legen nahe: Kriminelle Händler finden immer neue Wege. Gefälschte Papiere, falsche Altersangaben oder der Umweg über andere Länder bleiben möglich.
Illegal importierte Hunde: Gesundheit und Folgen
Viele dieser Welpen sind bereits krank, wenn sie ankommen. Parasiten, Virusinfektionen und Verhaltensstörungen treten häufig auf. Die Behandlungskosten übersteigen oft den Kaufpreis um ein Vielfaches.
Aus Tierheimen ist zu hören, dass der Zulauf solcher Hunde zunimmt. Die neuen Halter sind mit den gesundheitlichen und charakterlichen Problemen überfordert. Manche Hunde müssen eingeschläfert werden, weil ihr Leiden zu gross ist.
Auch erwachsene Hunde aus angeblichen Tierschutzorganisationen sind betroffen. Unter dem Deckmantel des Tierschutzes importieren unseriöse Organisationen Hunde aus Osteuropa, ohne ausreichende Vorbereitung oder Nachbetreuung.
Seriöse Alternativen finden
Wende dich an anerkannte Zuchtvereine wie die Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG) oder ihre regionalen Klubs. Dort findest du Züchter, die kontrolliert werden und Standards einhalten müssen.
Tierheime und seriöse Tierschutzorganisationen bieten ebenfalls eine Alternative. Diese Hunde sind gesundheitlich untersucht und charakterlich eingeschätzt – du weisst im Voraus, worauf du dich einlässt.
Nimm dir Zeit für die Suche. Ein guter Welpe kommt selten spontan. Seriöse Züchter haben oft Wartelisten, weil sie nur wenige Würfe pro Jahr haben. Das ist ein gutes Zeichen, kein schlechtes.
Sind alle günstigen Hunde aus illegalem Handel?
Nicht zwangsläufig. Tierheime und Notfälle können günstigere Hunde vermitteln. Entscheidend ist die Transparenz: Du kannst das Tier vorher besuchen und erhältst ehrliche Informationen über seine Geschichte und Gesundheit.
Was mache ich, wenn ich bereits einen Hund aus fragwürdiger Quelle habe?
Lass ihn umgehend tierärztlich untersuchen und bring die Impfungen auf Stand. Melde verdächtige Verkäufer den Behörden – deine Informationen können anderen Hunden helfen.
Kann ich gegen betrügerische Verkäufer rechtlich vorgehen?
Das ist schwierig, da diese oft unter falschen Identitäten agieren. Mit den neuen Gesetzen wird auch der Kauf strafbar, was Käufer zusätzlich abschrecken soll.