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hören

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Definition

Das Gehör des Hundes erfasst Schallwellen zwischen 40 und 65.000 Hertz – Menschen hören nur 20 bis 20.000 Hertz.

Inhalt
  1. Warum hören Hunde besser als Menschen?
  2. Welche Geräusche lösen welche Reaktionen aus?
  3. Wie erkenne ich Hörprobleme beim Hund?
  4. Was schädigt das Hundegehör?

Das Gehör des Hundes erfasst Schallwellen zwischen 40 und 65.000 Hertz – Menschen hören nur 20 bis 20.000 Hertz. Diese Überlegenheit zeigt sich täglich: Dein Hund reagiert auf die Schritte des Nachbarn im Treppenhaus, bevor du etwas hörst, oder springt auf, wenn drei Straßen weiter ein Auto hupt.

Ein Labrador kann aus 400 Metern Entfernung das Klappern seiner Leine unterscheiden – vom Schlüsselbund des Postboten. Diese Präzision entsteht durch bewegliche Ohrmuscheln, die unabhängig voneinander schwenken und Schallquellen binnen Sekunden lokalisieren.

Warum hören Hunde besser als Menschen?

Die Ohrmuschel eines Hundes bewegt sich in einem 180-Grad-Winkel. Menschen können ihre Ohren nicht bewegen. Schon dieser mechanische Vorteil erklärt, warum dein Hund hört, aus welcher Richtung das Quietschen der Gartenpforte kommt, während du nur weißt: irgendwo quietscht etwas.

Das Innenohr enthält bei Hunden etwa 35.000 Haarzellen – doppelt so viele wie beim Menschen. Jede Zelle reagiert auf bestimmte Frequenzen. Mehr Zellen bedeuten feinere Unterscheidung zwischen Tönen unterschiedlicher Höhe und Lautstärke.

Eine Studie der Louisiana State University zeigte: Hunde erkennen die Stimme ihres Halters aus einer Gruppe von zwanzig Personen – auch wenn alle dasselbe Wort rufen. Sie unterscheiden dabei Mikro-Nuancen in Tonhöhe und Stimmmelodie, die für menschliche Ohren identisch klingen.

Welche Geräusche lösen welche Reaktionen aus?

Tiefe Töne unter 100 Hertz signalisieren Hunden Gefahr oder Dominanz. Ein knurrender Rottweiler erzeugt Frequenzen um 50 Hertz. Deshalb ducken sich andere Hunde bei diesem Klang – ein evolutionärer Schutzmechanismus.

Hohe Töne über 10.000 Hertz aktivieren den Jagdinstinkt. Das Quietschen eines Spielzeugs imitiert die Laute verletzter Beutetiere. Beobachte deinen Hund beim Spiel: Er schüttelt das quietschende Spielzeug genau so, wie er ein Kaninchen schütteln würde.

Plötzliche, laute Geräusche über 120 Dezibel können Panik auslösen. Silvesterknaller erreichen 170 Dezibel – das entspricht einem startenden Düsenjet. Kein Wunder, dass manche Hunde dabei zittern oder sich verstecken.

Wie erkenne ich Hörprobleme beim Hund?

Ein Hund mit Hörverlust dreht sich nicht um, wenn du ihn rufst – aber er reagiert sofort auf Handbewegungen. Er bellt fremde Besucher erst an, wenn er sie sieht, nicht schon beim Türklingeln. Beim Spaziergang erschrickt er, wenn andere Hunde plötzlich neben ihm auftauchen.

Ältere Hunde verlieren zuerst die hohen Frequenzen. Sie hören noch den Bass der Musikanlage, aber nicht mehr das Piepsen der Mikrowelle. Diesen Hörverlust kompensieren sie durch verstärkte Aufmerksamkeit für Vibrationen und Gerüche.

Angeborene Taubheit betrifft vor allem Hunde mit weißem Fell und blauen Augen – etwa 30% der Dalmatiner sind taub geboren. Bei ihnen entwickeln sich die Haarzellen im Innenohr nicht richtig.

Was schädigt das Hundegehör?

Lärmbelastung über 85 Dezibel schädigt dauerhaft die Haarzellen im Innenohr. Eine Kreissäge erreicht 110 Dezibel, ein Rasenmäher 90 Dezibel. Hunde, die regelmäßig auf Baustellen oder in Werkstätten leben, entwickeln früher Hörverlust.

Ohrinfektionen durch Bakterien oder Pilze verstopfen den Gehörgang. Stehohrrassen wie Deutsche Schäferhunde haben bessere Belüftung als Schlappohrrassen wie Cocker Spaniel. Letztere leiden dreimal häufiger unter chronischen Ohrentzündungen.

Fremdkörper im Ohr – Grassamen, Sandkörner, kleine Steinchen – können das Trommelfell verletzen. Beim Spaziergang durch hohes Gras oder am Strand prüfe danach die Ohren deines Hundes auf Verunreinigungen.