Tierschutz

Schockierender Beissvorfall in St. Gallen: Mann tötet Hund mit Axt

3 Min Lesezeit
Schockierender Beissvorfall in St. Gallen: Mann tötet Hund mit Axt
Inhalt
  1. Der Vorfall
  2. Reaktionen und rechtliche Folgen
  3. Was tun bei einem Hundekampf – Handlungsempfehlungen
  4. Verantwortung der Hundehalter

Ein Beissvorfall erschütterte St. Gallen am Montagabend, dem 24. Juni 2024. Auf der Schönaustrasse gerieten ein angeleinter Pitbull und ein frei laufender Malteser aneinander. Der Pitbull wurde dabei von einem Anwohner mit einer Axt attackiert und überlebte den Angriff nicht.

Der Vorfall

Gegen 19:30 Uhr meldeten Augenzeugen der Einsatzzentrale der Stadtpolizei St. Gallen einen Hundekampf. Ein angeleinter Pitbull hatte einen freilaufenden Malteser in den Nacken gebissen und liess nicht mehr los. Weder die beiden Hundehalter noch vorbeigehende Passanten konnten die Hunde trennen.

Zwei Anwohner, die den Beissvorfall von ihrem Balkon aus beobachteten, griffen ein. Mit einer Kampfaxt und einem Küchenmesser bewaffnet, begaben sie sich zu den Hunden. Der 43-jährige deutsche Anwohner schlug mit der Axt auf den Pitbull ein. Der schwer verletzte Pitbull liess daraufhin den Malteser los, verstarb jedoch auf dem Weg zum Tierarzt.

Hier geht es zur offiziellen Meldung aus dem Polizeiticker Schweiz/St. Gallen.

Reaktionen und rechtliche Folgen

Die Staatsanwaltschaft St. Gallen untersucht den Vorfall. Da es sich um ein Offizialdelikt handelt, wird die Sache unabhängig von einer Anzeige weiterverfolgt. Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei, bestätigte, dass solch extreme Vorfälle selten sind. Üblicherweise lassen sich kleinere Auseinandersetzungen zwischen Hunden vor Ort regeln.

Hundetrainerin Jasmin Uebigau und Tierrechtsexperte Peter V. Kunz äusserten sich gegenüber dem Sender TVO zu dem Vorfall. Sie verwiesen auf alternative Methoden zur Trennung kämpfender Hunde.

Was tun bei einem Hundekampf – Handlungsempfehlungen

Wenn zwei Hunde in einen Kampf geraten und sich ineinander verbeissen, helfen folgende Schritte:

  1. Ruhe bewahren: Laute Schreie oder hektische Bewegungen können die Hunde noch aggressiver machen.
  2. Hände und Gesicht schützen: Nähern Sie sich den Hunden vorsichtig und schützen Sie sich vor möglichen Bissen.
  3. Ablenkung durch Geräusche: Machen Sie ein lautes Geräusch durch Klatschen, Pfeifen oder das Schlagen auf einen Gegenstand. Das kann die Hunde ablenken und den Kampf unterbrechen.
  4. Wasser verwenden: Wenn möglich, werfen Sie Wasser auf die kämpfenden Hunde. Der plötzliche Schock kann helfen, die Tiere auseinanderzubringen.
  5. Gegenstände als Barriere nutzen: Verwenden Sie Gegenstände wie eine Jacke, Decke oder Tasche, um die Hunde zu trennen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.
  6. Hinterbeine anheben: Falls sicher möglich, nähern Sie sich einem der Hunde von hinten und heben Sie gleichzeitig die Hinterbeine an, wie bei einer Schubkarre. Das kann den Hund aus dem Gleichgewicht bringen. Achtung: Diese Methode birgt ein Verletzungsrisiko, da der Hund sich umdrehen und zubeissen könnte.
  7. Keine Gewalt anwenden: Vermeiden Sie es, auf die Hunde einzuschlagen oder sie zu treten. Das kann die Aggression verstärken.
  8. Hilfe holen: Rufen Sie andere Personen zur Unterstützung herbei oder verständigen Sie die Polizei oder den Tierrettungsdienst.
  9. Nach dem Kampf: Kontrolle und Sicherheit: Nach dem Trennen sollten beide Hunde gesichert werden, um ein erneutes Aufflammen des Kampfes zu verhindern. Überprüfen Sie die Tiere auf Verletzungen und suchen Sie bei Bedarf sofort einen Tierarzt auf.
  10. Verhalten nach dem Vorfall: Beruhigen Sie die Hunde und beobachten Sie sie genau. Auch ohne sichtbare Verletzungen können Hunde unter Schock stehen oder innere Verletzungen haben.

Verantwortung der Hundehalter

Jeder Hundehalter trägt Verantwortung für sein Tier, unabhängig von Grösse oder Rasse. Die Annahme, dass kleine Hunde „nichts anstellen können“, führt häufig zu nachlässigem Verhalten.

Im aktuellen Fall hätte der freilaufende Malteser niemals in die Nähe des angeleinten Pitbulls gelangen dürfen. Gleichzeitig liegt es am Halter eines Pitbulls, frühzeitig einzugreifen und auf eine solide Erziehung und Sozialisation seines Hundes zu achten. Die Staatsanwaltschaft wird klären, ob die Reaktion der Beteiligten rechtlich zu verantworten war. Hundehalter tun gut daran, gewaltfreie Methoden zur Trennung kämpfender Hunde zu kennen.