Wiki · Gesundheit & Pflege

Impfungen

2 Min Lesezeit
Impfungen
Definition

Eine Impfung ist eine vorbeugende Maßnahme, bei der das Immunsystem des Hundes durch abgeschwächte oder abgetötete Krankheitserreger zur Bildung spezifischer Antikörper angeregt wird.

Inhalt
  1. Wie funktioniert eine Impfung beim Hund?
  2. Welche Impfungen sind Pflicht für alle Hunde?
  3. Wann benötigt mein Hund zusätzliche Impfungen?
  4. Ab wann kann ich meinen Welpen impfen lassen?
  5. Was kostet eine Hundeimpfung?
  6. Welche Nebenwirkungen sind normal?
  7. Wann darf mein Hund nicht geimpft werden?

Wie funktioniert eine Impfung beim Hund?

Bei der aktiven Immunisierung erhält dein Hund abgeschwächte oder abgetötete Krankheitserreger gespritzt. Sein Immunsystem lernt dadurch, spezifische Antikörper zu bilden – ein Schutz, der Wochen bis Jahre anhält. Der Aufbau dauert 10 bis 14 Tage nach der Impfung.

Die passive Immunisierung mit Antikörper-Seren wirkt sofort, schützt aber nur wenige Wochen. Sie kommt ausschliesslich in Notfällen zum Einsatz, etwa bei Tollwut-Verdacht.

Welche Impfungen sind Pflicht für alle Hunde?

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) definiert vier Core-Impfungen als unverzichtbar für jeden Hund:

  • Staupe: Virus befällt Nervensystem und Organe, oft tödlich
  • Hepatitis contagiosa canis (HCC): Leberschäden und Hornhauttrübung
  • Parvovirose: Blutiger Durchfall bei Welpen, hohe Sterblichkeit
  • Tollwut: Seit 2024 Core-Impfung (vorher Non-Core), da EU-Reisepflicht

Alle vier Krankheiten sind entweder unheilbar oder verlaufen häufig tödlich. Jeder Hund sollte dagegen geimpft sein – unabhängig von seinem Lebensstil.

Wann benötigt mein Hund zusätzliche Impfungen?

Non-Core-Impfungen richten sich nach dem individuellen Risikoprofil des Hundes.

Leptospirose: Die StIKo Vet empfiehlt diese Impfung für alle Hunde in Deutschland, da die Bakterien in stehenden Gewässern und Rattenurin vorkommen. Eine jährliche Auffrischung ist erforderlich.

Zwingerhusten (Bordetella/Parainfluenza): Relevant bei regelmässigem Kontakt zu vielen anderen Hunden – etwa in der Hundeschule, der Pension oder im Hundesport.

Borreliose: In Zeckengebieten mit nachgewiesener Belastung. Die Impfung ist umstritten, da sie nicht alle Borrelien-Stämme abdeckt.

Ab wann kann ich meinen Welpen impfen lassen?

Die Grundimmunisierung startet frühestens in der 8. Lebenswoche und läuft über mehrere Termine:

  • 8. Woche: Erste Impfung gegen Staupe, HCC, Parvovirose
  • 12. Woche: Wiederholung plus erste Tollwut-Impfung
  • 16. Woche: Abschluss der Grundimmunisierung
  • 15. Lebensmonat: Erste Auffrischung

Der späte Start hat einen Grund: Die Antikörper aus der Muttermilch blockieren den Impfschutz, sodass zu frühe Impfungen wirkungslos verpuffen. Der genaue Zeitplan hängt vom verwendeten Impfstoff ab.

Was kostet eine Hundeimpfung?

Die Grundimmunisierung kostet in deutschen Tierarztpraxen zwischen 80 und 180 Euro – je nach Region und Praxis. Auffrischungen schlagen jährlich mit 40 bis 80 Euro zu Buche.

Preisunterschiede entstehen durch verschiedene Impfstoff-Kombinationen und unterschiedliche Gebührenordnungen. Tierärzte in Grossstädten rechnen oft höher ab als auf dem Land.

Welche Nebenwirkungen sind normal?

Leichte Reaktionen zeigen, dass das Immunsystem arbeitet: Schwellung an der Impfstelle, weniger Appetit, erhöhte Körpertemperatur bis 39,5 °C. Die Symptome klingen in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden ab.

Schwere allergische Reaktionen mit Atemnot oder Kreislaufkollaps sind extrem selten (unter 0,1 % der Impfungen). Sie treten meist binnen der ersten Stunde auf – deshalb empfehlen manche Tierärzte eine kurze Nachbeobachtung.

Wann darf mein Hund nicht geimpft werden?

Bei fieberhaften Infekten, Durchfall oder anderen akuten Krankheiten verschiebst du die Impfung. Das Immunsystem ist bereits ausgelastet und kann den Impfschutz nicht optimal aufbauen.

Auch bei Wurmbefall gilt: erst entwurmen, dann impfen. Parasiten schwächen das Immunsystem und reduzieren die Impfwirkung.