Tollwut
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Tollwut ist eine hochgefährliche, virale Erkrankung, die das zentrale Nervensystem von Säugetieren befällt und fast immer tödlich verläuft, sobald Symptome auftreten. Das Tollwutvirus (Rabies-Virus) gehört zur Familie der Rhabdoviridae und kann sowohl Hunde als auch Menschen und andere Säugetiere infizieren. Die Krankheit wird in der Regel durch den Biss eines infizierten Tieres übertragen und ist weltweit verbreitet, insbesondere in Regionen mit unzureichenden Impfprogrammen.
Was ist Tollwut?
Tollwut ist eine Zoonose, das heisst, sie kann von Tieren auf Menschen übertragen werden. Hunde spielen eine wichtige Rolle bei der Übertragung von Tollwut, insbesondere in Ländern, in denen die Krankheit bei Hunden noch weit verbreitet ist. Das Virus wird über den Speichel eines infizierten Tieres auf andere Tiere oder Menschen übertragen, meist durch Bisse. Das Tollwutvirus befällt das Nervensystem und führt zu einer Entzündung des Gehirns und des Rückenmarks.
Ursachen der Tollwut bei Hunden
Die Tollwut wird durch das Tollwutvirus verursacht, das in den Speicheldrüsen infizierter Tiere vorkommt. Der häufigste Übertragungsweg ist der Biss eines infizierten Tieres, bei dem das Virus durch den Speichel in das Gewebe des gebissenen Tieres gelangt. Andere Übertragungswege sind selten, aber das Virus kann auch durch Kratzer oder durch Kontakt mit offenen Wunden oder Schleimhäuten übertragen werden, wenn Speichel eines infizierten Tieres in die Wunde gelangt.
Typische Überträger des Tollwutvirus sind:
- Hunde (in vielen Teilen der Welt die Hauptüberträger)
- Füchse
- Fledermäuse
- Waschbären
- Schakale
Symptome der Tollwut bei Hunden
Die Inkubationszeit (die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der Symptome) variiert und kann je nach Infektionsweg und Lokalisation des Bisses zwischen 2 Wochen und mehreren Monaten betragen. Sobald die Symptome auftreten, verläuft die Krankheit schnell und führt in der Regel innerhalb von wenigen Tagen zum Tod.
Tollwut durchläuft bei Hunden drei Stadien:
Prodromalstadium (erste Phase)
Die ersten Symptome sind oft unspezifisch und können von Verhaltensänderungen, Fieber und Unruhe begleitet sein. Hunde können scheuer, aggressiver oder reizbarer werden. Diese Phase dauert 2 bis 3 Tage.
Exzitationsstadium (wütende Phase)
In dieser Phase zeigen Hunde das klassische Bild der tollwütigen Aggression. Die Symptome umfassen übermässige Reizbarkeit, aggressives Verhalten (Hunde greifen Menschen, Tiere oder unbelebte Objekte an), Hyperaktivität und Unruhe sowie übermässiges Bellen. Häufig treten Schwierigkeiten beim Schlucken oder Schaum vor dem Mund auf. Hunde können auch anfangen, ungewöhnliche Objekte zu beissen oder zu fressen. Diese Phase dauert etwa 1 bis 7 Tage.
Paralytisches Stadium (Lähmungsstadium)
Das letzte Stadium der Tollwut ist durch Lähmungen und Atembeschwerden gekennzeichnet. Der Hund zeigt eine fortschreitende Lähmung der Gliedmassen und der Schluckmuskulatur, was das Fressen und Trinken unmöglich macht. Der Tod tritt meist durch Atemversagen ein. Diese Phase dauert 2 bis 4 Tage.
Diagnose der Tollwut
Die Diagnose der Tollwut ist schwierig, solange der Hund noch lebt, da die Symptome in den frühen Stadien unspezifisch sein können. Sobald neurologische Symptome auftreten, ist die Krankheit jedoch fast immer tödlich.
Symptomatische Diagnose: Die Diagnose basiert in der Regel auf den klinischen Symptomen, insbesondere in Ländern oder Gebieten, in denen Tollwut verbreitet ist.
Labortests: Um eine endgültige Diagnose zu stellen, sind Labortests erforderlich, die oft erst nach dem Tod des Hundes durchgeführt werden können. Das Gehirngewebe des Hundes wird untersucht, um das Vorhandensein des Virus festzustellen. Die direkte Fluoreszenz-Antikörper-Testung (FAT) ist eine gängige Methode, um Tollwutvirus-Antigene im Gehirn zu erkennen.
Behandlung der Tollwut
Es gibt keine Heilung für Tollwut, sobald die Symptome auftreten. Sobald die ersten klinischen Anzeichen von Tollwut bei einem Hund auftreten, verläuft die Krankheit fast immer tödlich. Aus diesem Grund ist die Vorbeugung durch Impfungen der einzige Schutz gegen Tollwut.
Bei einem Verdacht auf Tollwut muss der Hund umgehend isoliert werden, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. In den meisten Fällen wird der Hund euthanasiert, um unnötiges Leiden zu verhindern und das Risiko für andere Tiere und Menschen zu minimieren.
Vorbeugung und Tollwutimpfung
Die Tollwutimpfung ist in vielen Ländern gesetzlich vorgeschrieben, da sie sowohl Hunde als auch Menschen schützt. Durch Massenimpfprogramme in gefährdeten Gebieten kann die Verbreitung der Krankheit kontrolliert oder sogar ausgerottet werden.
Impfplan: Welpen erhalten in der Regel ihre erste Tollwutimpfung im Alter von etwa 12 Wochen. Danach wird der Hund je nach regionalen Vorschriften jährlich oder alle 2 bis 3 Jahre erneut geimpft.
Impfnachweis: Ein Tollwutimpfzertifikat wird bei jeder Impfung ausgestellt und sollte immer griffbereit sein, da es in vielen Regionen für Reisen, Ausflüge oder den Besuch von Tierpensionen erforderlich ist.
Kontaktvermeidung: Halter sollten vermeiden, dass ihre Hunde Kontakt mit wildlebenden Tieren haben, insbesondere in Gebieten, in denen Tollwut bei Wildtieren vorkommt. Hunde sollten ausserdem nicht ohne Aufsicht in der Natur herumlaufen.
Bedeutung der Tollwutbekämpfung für den Menschen
Tollwut kann auch für den Menschen tödlich sein. Besonders in Ländern, in denen Tollwut noch weit verbreitet ist, kommt es häufig zu Fällen, bei denen Menschen von tollwütigen Hunden gebissen werden. Daher ist es nicht nur im Sinne des Hundes, sondern auch des Menschen, Hunde regelmässig gegen Tollwut impfen zu lassen.
Wenn ein Mensch von einem tollwütigen Hund gebissen wird, ist eine sofortige medizinische Behandlung erforderlich. Durch eine Postexpositionsprophylaxe (PEP), bei der eine Reihe von Impfungen verabreicht werden, kann verhindert werden, dass das Virus in den Körper gelangt und die Krankheit ausbricht.
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