Hund hat Blähungen: viele mögliche Ursachen
Blähungen beim Hund entstehen meist durch schwer verdauliches Futter oder zu schnelles Fressen. Mit der richtigen Futterauswahl und Fütterungstechnik lässt sich das Problem lösen.
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Wenn dein Hund nach dem Fressen zuverlässig für Luftverpestung sorgt, liegt das meistens am Futter – manchmal steckt aber noch etwas anderes dahinter.
Warum pupst mein Hund so oft?
Blähungen entstehen im Dickdarm. Unverdaute Nahrungsreste landen dort, Bakterien machen sich darüber her und produzieren dabei Schwefelwasserstoff, Methan und andere Gase. Klingt unangenehm – ist es auch. Bei gesunden Hunden passiert das gelegentlich, bei manchen leider täglich.
Drei Dinge sind meistens schuld: schwer verdauliches Futter, zu hastiges Fressen mit jeder Menge Luftschlucken und echte Futtermittelunverträglichkeiten. Seltener steckt eine Darmerkrankung oder ein Problem mit der Bauchspeicheldrüse dahinter.
Welches Futter löst beim Hund Blähungen aus?
Hülsenfrüchte stehen ganz oben auf der Liste der Übeltäter. Erbsen, Bohnen, Linsen – sie alle enthalten sogenannte Oligosaccharide, also Mehrfachzucker, die Hunde schlicht nicht vollständig aufspalten können. Futter mit einem hohen Erbsenanteil macht empfindlichen Hunden regelmässig Probleme.
Auch Getreide ist nicht immer unschuldig, vor allem Weizen und Mais. Milchprodukte vertragen adulte Hunde häufig schlecht – nach dem Welpenalter produzieren sie kaum noch Laktase, das Enzym für die Milchzuckerverdauung. Und fettreiches Futter mit mehr als 18 % Rohfett bremst die Verdauung aus und begünstigt genau jene Gärprozesse, die du abends im Wohnzimmer spürst.
Ein konkretes Beispiel: Ein Labrador bekam täglich getreidefreies Futter mit sehr hohem Erbsenanteil. Nach dem Wechsel auf eine Rezeptur mit Süsskartoffel als Kohlenhydratquelle waren die Blähungen innerhalb einer Woche weg. Komplett.
Frisst mein Hund zu schnell?
Ist das Napf in unter 30 Sekunden leer? Dann schluckt dein Hund beim Fressen grosse Mengen Luft mit. Die muss irgendwo hin – und kommt am anderen Ende wieder heraus. Simpel, aber wahr.
Gerade Hunde aus dem Tierheim oder aus Haushalten mit mehreren Hunden entwickeln dieses Schlingen oft, weil sie Futterkonkurrenz gewohnt sind. Ein Anti-Schling-Napf oder die Aufteilung auf mehrere kleine Mahlzeiten löst das Problem meist innerhalb weniger Tage.
Wie erkenne ich eine Futtermittelunverträglichkeit?
Unverträglichkeiten zeigen sich selten allein durch Blähungen. Hat dein Hund zusätzlich weichen Kot, kratzt er sich übermässig oder erbricht er gelegentlich? Dann reagiert sein Darm wahrscheinlich auf einen bestimmten Futterbestandteil.
Das Mittel der Wahl ist die Ausschlussdiät: 6 bis 8 Wochen lang gibst du ausschliesslich eine Proteinquelle (etwa Pferd) und eine Kohlenhydratquelle (etwa Süsskartoffel), die dein Hund noch nie bekommen hat. Verschwinden die Blähungen, führst du andere Zutaten schrittweise wieder ein – eine nach der anderen, damit du weisst, was der Auslöser war.
Wann sollte ich zum Tierarzt?
Sofort, wenn die Blähungen zusammen mit Erbrechen, Durchfall oder Appetitlosigkeit auftreten. Das sind klare Signale für ernstere Darmprobleme, die du nicht aussitzen solltest.
Auch wenn die Blähungen trotz Futterumstellung einfach nicht aufhören, ist ein Tierarztbesuch sinnvoll. Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) oder entzündliche Darmerkrankungen sind zwar seltener, brauchen aber eine gezielte Behandlung – die bekommst du nicht aus dem Internet.
Der Tierarzt tastet den Bauch ab, macht bei Bedarf Ultraschall und schaut sich Kot- und Blutproben an. Bei EPI fehlen Verdauungsenzyme; die lassen sich mit entsprechenden Medikamenten ersetzen.
Hilft es, wenn ich das Futter wechsle?
Ja – aber bitte langsam. 7 bis 10 Tage, täglich etwas mehr vom neuen und etwas weniger vom alten Futter. Ein abrupter Wechsel macht die Verdauungsprobleme in der Regel schlimmer, nicht besser.
Darf mein Hund bei Blähungen Kohletabletten bekommen?
Nein. Medizinische Kohle kann andere Medikamente im Körper unwirksam machen. Sie gehört nur dann in den Napf – beziehungsweise in die Pille –, wenn der Tierarzt das ausdrücklich empfohlen hat.
Sind Blähungen beim Welpen anders zu bewerten?
Bei Welpen unter 12 Wochen sind Blähungen nach der Umstellung von Muttermilch auf feste Nahrung ganz normal. Das verdauliche System muss sich erst einspielen. Meist normalisiert sich das innerhalb von 2 bis 3 Wochen von selbst.