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Medikamente

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Medikamente
Definition

Medikamente für Hunde sind speziell für die Physiologie von Hunden entwickelte oder angepasste Arzneimittel zur Behandlung von Krankheiten, Schmerzen oder zur Parasitenbekämpfung.

Inhalt
  1. Welche Medikamente bekommen Hunde am häufigsten?
  2. Wie dosiere ich Medikamente richtig?
  3. Was passiert bei einer Medikamenten-Vergiftung?
  4. Welche Humanmedikamente sind absolut tabu?
  5. Wie erkenne ich Nebenwirkungen rechtzeitig?
  6. Wie bewahre ich Medikamente richtig auf?

Welche Medikamente bekommen Hunde am häufigsten?

Carprofen gegen Arthritis-Schmerzen, Prednisolon bei Allergien und Amoxicillin gegen Infektionen führen die Liste an. Diese drei Wirkstoffe begegnen den meisten Hundehaltern im Lauf des Hundelebens mindestens einmal.

Die Bandbreite reicht von Entwurmungstabletten bis hin zu komplexen Herzmedikamenten. Antibiotika, Schmerzmittel, Entzündungshemmer und Antiparasitika bilden das Grundsortiment jeder Tierarztpraxis. Speziellere Präparate wie Hormonblocker oder Beruhigungsmittel kommen situativ dazu.

Wie dosiere ich Medikamente richtig?

Das Körpergewicht entscheidet über Leben und Tod. Ein 30-Kilo-Schäferhund braucht eine andere Carprofen-Dosis als ein 5-Kilo-Yorkshire – die meisten Vergiftungen passieren durch falsche Hochrechnung.

Die Standardformel lautet: Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Carprofen bekommt ein Hund beispielsweise mit 4 mg pro Kilo – ein 20-Kilo-Hund also 80 mg täglich. Niemals die Dosis verdoppeln, wenn eine vergessen wurde. Das kann bei Schmerzmitteln zu Magenblutungen führen.

Tabletten zerteilen funktioniert nur bei gekerbten Präparaten. Retard-Tabletten dürfen nie zerbrochen werden – die verzögerte Wirkstofffreisetzung wird dadurch zerstört.

Was passiert bei einer Medikamenten-Vergiftung?

Erbrechen, Speicheln und Zittern sind die ersten Anzeichen. Bei Ibuprofen-Vergiftung folgen binnen Stunden Magenblutungen – erkennbar an schwarzem, teerigem Kot.

Sofortmaßnahme: Maul ausspülen, Aktivkohle geben (wenn vorhanden), sofort zum Tierarzt. Niemals Erbrechen auslösen bei ätzenden Substanzen wie Reinigungsmitteln. Die Giftzentrale für Tiere (Ludwig-Maximilians-Universität München: +49 89 2180-2451) berät rund um die Uhr.

Aspirin verursacht bei Hunden Leberschäden, die erst nach Tagen sichtbar werden. Ein einzige Tablette kann einen kleinen Hund töten. Paracetamol zerstört die roten Blutkörperchen – die Schleimhäute werden bläulich.

Welche Humanmedikamente sind absolut tabu?

Die Todesliste ist kurz aber tödlich: Ibuprofen, Diclofenac, Aspirin, Paracetamol und Naproxen. Diese fünf Wirkstoffe führen bei Hunden regelmäßig zu Vergiftungen mit Todesfolge.

Ibuprofen ist der häufigste Vergiftungsgrund – schon 5 mg pro Kilo Körpergewicht können Magengeschwüre verursachen. Menschen nehmen 400-800 mg pro Dosis, für einen 20-Kilo-Hund ist das das 4-16-fache der toxischen Dosis.

Auch verschreibungspflichtige Humanmedikamente wie Antidepressiva oder Blutdrucksenker gehören nicht in Hundepfoten. Die Dosierung stimmt nie, die Nebenwirkungen sind unkalkulierbar.

Wie erkenne ich Nebenwirkungen rechtzeitig?

Fressunlust ist das erste Warnsignal bei fast allen Medikamenten. Ein Hund, der sein Lieblingsleckerli verweigert, hat meistens Bauchschmerzen.

Bei Antibiotika kommt oft Durchfall dazu – normal, solange er nicht blutig ist. Kortison macht Hunde durstig und hungrig: Aus 2 Litern Tagesbedarf werden schnell 4-5 Liter. Das ist normal und reversibel.

Bedenklich wird es bei Apathie, Zittern oder ungewöhnlicher Unruhe. Herzmedikamente können zu langsamen Puls führen – unter 60 Schlägen pro Minute wird es kritisch. Ein Stethoskop für 15 Euro hilft bei der Kontrolle.

Wie bewahre ich Medikamente richtig auf?

Kühlschrankpflichtige Medikamente wie Insulin gehören in die Tür, nicht ins Tiefkühlfach. Gefroren verlieren sie ihre Wirkung komplett.

Die meisten Tabletten mögen es trocken und dunkel. Das Badezimmer ist der denkbar schlechteste Ort – die Feuchtigkeit macht sie unwirksam. Besser: Ein verschließbares Fach in der Küche, außer Reichweite von Kindern und anderen Haustieren.

Flüssige Medikamente ohne Konservierungsstoffe halten angebrochen nur 28 Tage. Das Verfallsdatum auf der Packung gilt nur für ungeöffnete Präparate.

Kann ich meinem Hund Aspirin gegen Schmerzen geben?

Nein, Aspirin ist für Hunde giftig und kann Leberschäden verursachen. Bereits eine 325 mg Tablette kann einen 10-Kilo-Hund töten.

Wie lange wirkt eine Schmerztablette beim Hund?

Carprofen wirkt 12-24 Stunden, Meloxicam bis zu 24 Stunden. Die Wirkung hängt vom Stoffwechsel des einzelnen Hundes ab.

Was mache ich, wenn mein Hund eine Dosis vergessen hat?

Bei Antibiotika die vergessene Dosis nachholen, sobald du daran denkst. Bei Schmerzmitteln niemals verdoppeln – Magenblutungen drohen.

Woran erkenne ich eine Überdosierung?

Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit und Lethargie sind typische Anzeichen. Bei Schmerzmitteln kommt oft schwarzer Stuhl dazu – ein Zeichen für Magenblutungen.

Darf ich Medikamente mit dem Futter mischen?

Die meisten ja, aber nicht alle. Antibiotika verlieren mit Milchprodukten ihre Wirkung. Frage den Tierarzt nach den Einnahmeregeln.