Rohfett
Rohfett bezeichnet den analysierten Gesamtfettgehalt im Hundefutter, gemessen vor der Verdauung und angegeben als Prozentsatz der Trockenmasse.
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Rohfett bezeichnet den analysierten Gesamtfettgehalt im Hundefutter, gemessen vor der Verdauung und angegeben als Prozentsatz der Trockenmasse.
Warum braucht dein Hund überhaupt Fett?
Fett liefert mehr als doppelt so viel Energie wie Proteine oder Kohlenhydrate – nämlich 9 Kilokalorien pro Gramm. Dein Hund braucht Fett aber nicht nur als Energieträger.
Die Vitamine A, D, E und K kann der Hundekörper nur mit Hilfe von Fett aufnehmen. Ohne ausreichend Rohfett im Futter bleiben diese Vitamine ungenutzt.
Essentielle Fettsäuren wie Omega-3 und Omega-6 kann dein Hund nicht selbst produzieren. Fehlen sie, wird das Fell stumpf und die Haut schuppt.
Wie viel Rohfett braucht mein Hund?
Für ein Alleinfutter empfiehlt der europäische Verband FEDIAF mindestens 5,5 Gramm Fett je 100 Gramm Trockenmasse für ausgewachsene Hunde und mindestens 8,5 Gramm für Welpen sowie tragende und säugende Hündinnen. Beide Werte gelten für ein Futter mit 4 Kilokalorien je Gramm Trockenmasse; ist das Futter energiereicher, muss umgerechnet werden. Eine Obergrenze nennt FEDIAF nicht.
Diese Zahlen sind Mindestmengen für die Rezeptur, keine Optimalwerte – und wer sie unterschreitet, hat nicht automatisch einen Mangel. Fett selbst ist kein lebensnotwendiger Nährstoff; lebensnotwendig sind einzelne Fettsäuren, allen voran Linolsäure. Solange die gedeckt sind, entsteht kein Fettmangel.
Dass Welpen und säugende Hündinnen mehr brauchen, liegt an ihrem deutlich höheren Energiebedarf. Die 8,5 Gramm sind allerdings eine Untergrenze, keine Obergrenze – ein Fett-Maximum kennt weder FEDIAF noch ein anderes Regelwerk.
Für Senioren gibt es keine eigenen Fettwerte – die Regelwerke kennen diese Lebensphase gar nicht. Bei übergewichtigen Hunden geht es ohnehin weniger um den Fettanteil als um die Gesamtenergie: Entscheidend ist, wie viele Kilokalorien im Napf landen.
Welche Fettquellen sind hochwertig?
Hühnerfett, Lachsöl und Rinderfett gelten als besonders hochwertige Quellen. Sie enthalten das richtige Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6-Fettsäuren.
Sonnenblumenöl oder Maiskeimöl liefern zu viel Omega-6. Das kann Entzündungen fördern, wenn das Verhältnis zu Omega-3 über 10:1 steigt.
Kokosöl enthält hauptsächlich gesättigte Fettsäuren – für Hunde weniger wertvoll als ungesättigte Fettsäuren aus Fisch oder Geflügel.
Wann wird Rohfett zum Problem?
Nach oben sind gesunde Hunde erstaunlich tolerant. In einem Fütterungsversuch bekamen Beagles Rationen mit 32 bis 47 Prozent Fett in der Trockenmasse – die Kotbeschaffenheit veränderte sich nicht, die Verdaulichkeit stieg sogar. Ein fettreiches Futter allein löst also keinen Durchfall aus.
Langfristig führt zu viel Fett zur Gewichtszunahme. Ein Hund mit Übergewicht braucht weniger Fett, nicht mehr – auch wenn fettarmes Futter weniger schmackhaft ist.
Anders liegt der Fall bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung. Hier wird fettreduziert gefüttert, und die Fachliteratur rechnet dafür nicht in Prozent, sondern je 1000 Kilokalorien: Das MSD Veterinary Manual nennt weniger als 20 Gramm Fett je 1000 Kilokalorien. Umgerechnet auf ein übliches Futter sind das rund 8 Prozent der Trockenmasse. Welcher Wert für einen erkrankten Hund richtig ist, entscheidet aber die Tierärztin am konkreten Tier, nicht eine Tabelle.
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