Der Grausame Illegale Welpenhandel im Internet
Illegaler Welpenhandel tötet Tausende Welpen jährlich. Mit vier konkreten Warnsignalen erkennst du dubiose Anzeigen und hilfst beim Stopp dieser Tierquälerei.
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Du siehst eine Anzeige für einen Malteser-Welpen. 1.500 Euro, süsse Fotos, seriös formuliert. Was du nicht siehst: Das Tier stammt oft aus einer osteuropäischen Welpenfabrik, ist krank, und überlebt den ersten Monat beim neuen Halter häufig nicht.
Wie erkenne ich illegale Welpenanzeigen im Internet?
Vier Warnsignale schlagen Alarm: Der Verkäufer will sich nicht zuhause treffen. Der Welpe wirkt jünger als acht Wochen. Impfpapiere fehlen oder das Geburtsdatum passt nicht zum Aussehen. Du siehst das Muttertier nicht oder die beiden zeigen keine natürliche Bindung.
Der Preis hilft nicht bei der Einschätzung. Illegale Händler verlangen oft dieselben Summen wie seriöse Züchter, bis zu 3.000 Euro für gefragte Rassen.
Warum sterben so viele illegal gehandelte Welpen?
2022 wurden 292 Fälle von illegalem Welpenhandel dokumentiert, 1.230 betroffene Tiere, über 80 Prozent davon krank. Die Zahlen des Deutschen Tierschutzbunds zeigen das Ausmass.
Die Welpen kommen aus Welpenfabriken in Osteuropa. Muttertiere leben in verschmutzten Verschlägen und bekommen alle paar Monate Nachwuchs. Die Welpen werden nach vier bis sechs Wochen von der Mutter getrennt, zwei Wochen vor dem gesetzlichen Mindestabgabealter.
Der Transport nach Deutschland erfolgt in überfüllten Transportern oder Kofferräumen, ohne Wasser, ohne Pause, ohne tierärztliche Versorgung. Ein Teil der Tiere stirbt unterwegs.
Typische Todesursachen bei Welpenkäufern
Die überlebenden Welpen sind häufig mit Parvovirose, Staupe oder anderen Infektionskrankheiten infiziert. Ihr Immunsystem ist durch Stress und Mangelernährung geschwächt. Trotz intensiver tierärztlicher Behandlung sterben viele in den ersten Wochen beim neuen Besitzer.
Die frühe Trennung von der Mutter führt zusätzlich zu Verhaltensstörungen, die oft ein Leben lang bleiben.
Was mache ich bei Verdacht auf illegalen Welpenhandel?
Melde verdächtige Anzeigen dem örtlichen Veterinäramt oder der Polizei. Screenshots der Anzeige helfen bei der Verfolgung. Hast du bereits einen Welpen gekauft und kommen Zweifel auf, gilt: sofort zum Tierarzt und den Kauf dokumentieren.
Tierheime nehmen beschlagnahmte Tiere auf, 96 Prozent der 2022 aufgegriffenen Welpen fanden dort Hilfe. Der Aufwand kostet die Heime jährlich Hunderttausende Euro.
Wo finde ich seriöse Welpen?
Seriöse Züchter zeigen dir die Mutter, den Aufzuchtort und alle Gesundheitsnachweise. Du kannst mehrmals vorbeikommen. Die Welpen leben im Haus, nicht in Zwingern.
Tierheime haben oft junge Hunde zur Vermittlung, mit bekannter Vorgeschichte und tierärztlicher Betreuung, ohne Verbindung zu Welpenfabriken.
Häufig gestellte Fragen zum illegalen Welpenhandel
Sind alle Internet-Anzeigen für Welpen illegal?
Nein, aber das Risiko ist hoch. Seriöse Züchter nutzen meist eigene Websites mit detaillierten Informationen über ihre Zucht, nicht Kleinanzeigen-Portale.
Welche Hunderassen sind besonders betroffen?
Zwergspitze, Malteser und Französische Bulldoggen führen die Statistik an. Grundsätzlich alle Rassen, die hohe Preise erzielen.
Kann ich einen illegal gekauften Welpen behalten?
Rechtlich meist schon, ethisch ist das schwierig. Du finanzierst damit weitere Tierquälerei. Lass den Hund tierärztlich untersuchen und melde den Verkäufer.
Wie kann ich Tierheime bei der Versorgung beschlagnahmter Welpen unterstützen?
Geldspenden helfen am meisten, die Behandlungskosten kranker Welpen sind enorm. Manche Tierheime nehmen auch Futter oder Decken.
Was passiert mit den Muttertieren in Welpenfabriken?
Sie werden meist bis zur Erschöpfung als Gebärmaschinen missbraucht. Nach drei bis vier Jahren sind sie ausgelaugt und werden entsorgt oder getötet.