Welpenhandel
Welpenhandel bezeichnet den gewerbsmäßigen Verkauf von Hundewelpen unter Bedingungen, die das Tierwohl missachten.
Inhalt
Welpenhandel bezeichnet den gewerbsmäßigen Verkauf von Hundewelpen unter Bedingungen, die das Tierwohl missachten. Die Tiere stammen meist aus Massenzuchten, werden zu früh von der Mutter getrennt und ohne medizinische Versorgung verkauft.
In Deutschland kommen jährlich schätzungsweise 500.000 Welpen aus osteuropäischen Welpenfabriken ins Land – ein Geschäft, das vor allem über Online-Plattformen läuft. Die Käufer merken oft erst Wochen später, dass sie einen kranken Welpen erworben haben.
Woran erkenne ich Welpenhändler?
Welpenhändler verweigern fast immer die Besichtigung der Zuchtstätte. Stattdessen treffen sie dich auf Parkplätzen oder Raststätten. Der Verkäufer kann keine Papiere der Elterntiere vorzeigen und weicht Fragen zur Herkunft aus.
Ein weiteres Warnsignal sind Welpen unter acht Wochen – zu diesem Zeitpunkt ist die Trennung von der Mutter zu früh und in Deutschland illegal. Seriöse Züchter geben Welpen frühestens ab der zwölften Lebenswoche ab, da vorher die Grundimmunisierung noch nicht abgeschlossen ist.
Besonders auffällig wird es, wenn der Anbieter mehrere Rassen gleichzeitig verkauft oder immer wieder neue Welpen verfügbar hat. Ein verantwortungsvoller Züchter plant seine Würfe und hat höchstens ein bis zwei Würfe pro Jahr.
Welche gesundheitlichen Risiken drohen?
Welpen aus dem Handel leiden überdurchschnittlich an Parvovirose, einer oft tödlichen Darmerkrankung. Die Viren überleben monatelang in der Umgebung – in überfüllten Transportern und unhygienischen Zwingern breiten sie sich rasant aus.
Häufig sind auch Atemwegsinfekte, Parasiten und Entwicklungsstörungen durch Mangelernährung. Viele Welpen zeigen bereits im ersten Jahr genetische Defekte wie Hüftdysplasie oder Herzfehler, weil bei den Elterntieren keine Gesundheitsuntersuchungen stattfanden.
Die Tierarztkosten für einen Welpen aus dem Handel können schnell 2.000-5.000 Euro erreichen – deutlich mehr als der ursprünglich gesparte Kaufpreis.
Wie läuft das Geschäft mit den Mutterhündinnen ab?
Zuchthündinnen in Welpenmühlen werden wie Produktionsmaschinen behandelt. Sie werfen zweimal jährlich – weit über die Empfehlung hinaus, die maximal jeden zweiten Zyklus vorsieht. Durch die permanente Trächtigkeit und das Säugen sind die Hündinnen körperlich völlig erschöpft.
Nach drei bis vier Jahren sind die meisten Mutterhündinnen „verbraucht“ und werden entsorgt. Sie kennen weder Spielzeug noch Streicheleinheiten – ihre Welpen können daher normale Hundeverhalten nicht erlernen.
Warum zahlen Menschen trotzdem für solche Welpen?
Der Preis lockt viele Käufer: 400 Euro für einen „Golden Retriever“ wirken attraktiv, wenn seriöse Züchter 1.500 Euro verlangen. Dazu kommt der Mitleidseffekt – der kleine, schwächliche Welpe „tut einem leid“ und soll gerettet werden.
Wer aus Mitleid kauft, finanziert jedoch das System. Jeder verkaufte Welpe bedeutet für den Händler: Die Nachfrage ist da, produzieren wir mehr.
Besonders perfide sind Welpenhändler, die sich als Tierretter ausgeben. Sie behaupten, die Welpen vor dem Tod zu bewahren und verlangen eine „Schutzgebühr“ – faktisch einen getarnten Kaufpreis.
Welche Alternative gibt es zum Welpenkauf?
Tierheime in Deutschland vermitteln jährlich etwa 75.000 Hunde – darunter auch Welpen und Junghunde. Die Tiere sind medizinisch versorgt, geimpft und meist bereits sozialisiert.
Wer einen Rassehund sucht, findet im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) geprüfte Züchter. Diese müssen Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere nachweisen und ihre Zuchtstätte kontrollieren lassen.
Ein Zeichen für seriöse Zucht: Der Züchter stellt dir genauso viele Fragen wie du ihm. Er will wissen, wo sein Welpe hinkommt und behält sich vor, das Tier zurückzunehmen, falls es nicht klappt.
Mehr aus dem Wiki
Alle Wiki-Einträge →Giftnotruf für Hunde, DACH-Übersicht
Was tun bei Verdacht auf Vergiftung beim Hund: Sofortmaßnahmen, was du nicht tun solltest, Notfall-Nummern für …
Pflege
Wie erkenne ich, ob ein Welpe gesund ist?
Ein gesunder Welpe zeigt spezifische körperliche und verhaltensbasierte Merkmale, die du systematisch überprüfen kannst, bevor ein …