Infektionskrankheiten
Infektionskrankheiten entstehen durch Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten und können von Hund zu Hund übertragen werden.
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Infektionskrankheiten entstehen durch Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten und können von Hund zu Hund übertragen werden. Manche verlaufen mild wie ein Zwingerhusten – andere wie die Parvovirose können innerhalb von Tagen tödlich enden, besonders bei Welpen.
Die Ansteckung passiert meist über direkten Kontakt, kontaminierte Gegenstände oder Parasitenbisse. Gegen die gefährlichsten Krankheiten gibt es wirksame Impfungen.
Welche Infektionskrankheiten sind am gefährlichsten?
Parvovirose, Staupe und Tollwut führen die Liste an – alle drei können tödlich verlaufen. Parvo trifft vor allem ungeimpfte Welpen und verursacht blutigen Durchfall. Staupe greift Atmung, Verdauung und Nervensystem an. Tollwut ist in Deutschland selten, aber die Impfung bleibt Pflicht.
Leptospirose und Borreliose folgen auf Platz zwei. Leptospirose überträgt sich über stehendes Wasser und kann auch Menschen befallen. Borreliose kommt über Zeckenbisse und verursacht Gelenkprobleme.
Zwingerhusten steht an letzter Stelle – ansteckend, aber meist harmlos. Der bellende Husten klingt schlimmer als er ist.
Wie stecken sich Hunde an?
Die meisten Viren übertragen sich durch direkten Kontakt zwischen Hunden. Ein infizierter Welpe im Hundekurs kann binnen Tagen mehrere andere anstecken.
Das Parvovirus überlebt monatelang auf Oberflächen. Futternäpfe, Spielzeug oder Schuhsohlen reichen für eine Ansteckung. Deshalb trifft es auch Hunde die nie direkten Kontakt zu kranken Tieren hatten.
Leptospiren leben in stehendem Wasser – Pfützen, Gartenteiche oder Flussufer. Ein Schluck genügt. Zecken übertragen Borreliose meist erst nach 16–24 Stunden Saugzeit.
Woran erkenne ich eine Infektion?
Blutiger Durchfall mit Erbrechen deutet auf Parvovirose hin – Notfall. Neurologische Symptome wie Zittern oder Krämpfe können Staupe bedeuten. Beides erfordert sofortige Tierarzthilfe.
Lahmheit nach Zeckenbissen kann Borreliose sein. Entwickelt sich meist 2–5 Monate nach dem Biss. Bellender Husten ohne Fieber spricht für Zwingerhusten – unangenehm, aber nicht lebensbedrohlich.
Fieber messe ich rektal: Normal sind 38–39°C. Darüber wird es kritisch.
Welche Impfungen sind Pflicht?
Tollwut ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz gesetzlich vorgeschrieben. Ohne gültige Tollwutimpfung darf dein Hund nicht ins Ausland und nicht in die Pension.
Staupe, Hepatitis, Parvovirose und Parainfluenza gelten als Grundimpfungen. Die erste Serie startet mit 8 Wochen, Wiederholung nach 4 Wochen, dann nach einem Jahr. Danach alle 3 Jahre.
Leptospirose und Zwingerhusten sind Wahlimpfungen. Leptospirose macht Sinn bei Hunden die viel draußen sind. Zwingerhusten bei Hunden mit viel Sozialkontakt.
Was kostet der Impfschutz?
Eine 6-fach-Grundimmunisierung kostet 120–180 Euro beim Welpen. Jährliche Auffrischungen liegen bei 60–100 Euro. Tollwut einzeln kostet etwa 30–50 Euro.
Günstigere Sammelimpfungen decken mehrere Krankheiten ab – praktisch und preiswerter als Einzelimpfungen.
Wie behandle ich einen kranken Hund?
Bei blutigem Durchfall oder Erbrechen: Sofort zum Tierarzt, auch nachts. Parvovirose kann binnen Stunden kritisch werden.
Bis zum Tierarztbesuch: Wasser anbieten in kleinen Mengen. Kein Futter bei Erbrechen. Den Hund warm halten und ruhig lagern. Kontakt zu anderen Hunden meiden.
Zwingerhusten braucht meist nur Ruhe und warme Luft. Hustenreiz lässt sich mit Honig (1 TL pro 10kg) lindern.
Wie beuge ich Ansteckungen vor?
Impfungen bieten den besten Schutz gegen die schwersten Krankheiten. Der Impfstatus muss aktuell bleiben – verpasste Auffrischungen schwächen den Schutz.
Welpen unter 16 Wochen sollten nicht auf den Boden in fremder Umgebung. Das Immunsystem ist noch nicht ausgereift. Tragen oder in einer sauberen Transportbox ist sicherer.
Zeckenschutz durch Spot-on-Präparate oder Halsbänder reduziert das Borreliose-Risiko erheblich. Nach jedem Spaziergang den Hund absuchen – gefundene Zecken sofort entfernen.
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