Hunderasse · FCI-Gruppe 9

Malteser

Seidiges Fell, starke Bindung, klare Strukturen: Wer einen Malteser hält, investiert täglich in Fellpflege, Erziehung und Beziehung — ohne Abkürzungen.

Größe 20–25 cmGewicht 3–4 kgLebenserwartung 12–18 JahreFCI-Standard Nr. 65
KleinLanghaarRuhig
Passt diese Rasse zu dir? Schnellcheck →
Foto eines Malteser – KI-generiert (Imagen 4) für rundum.dog
KI-generiertes Symbolbild · zeigt einen typischen Vertreter der Rasse, keinen konkreten Hund.

01Einleitung

Was den Malteser ausmacht

Einleitung

Der Malteser ist ein kleiner weisser Begleithund aus Malta, FCI-Gruppe 9, hypoallergen und langlebig, Widerristhöhe 20–25 cm.

02Kurzfazit

In einem Absatz

Wenn du nur 30 Sekunden Zeit hast.

Der Malteser gehört zu den ältesten Gesellschaftshunden des Mittelmeerraums und bringt eine ausgeprägte Menschenbindung mit. Sein langes, weißes Fell verlangt tägliche Pflege. Sein Wesen ist sensibel und aufmerksam — was ihn lernfähig, aber auch anfällig für inkonsequente Führung macht. Wer Zeit, Struktur und Nähe mitbringt, erhält einen wachen, langlebigen Begleiter mit echtem Charakter.

03Steckbrief

Eckdaten und Eignung

Steckbrief
Herkunft
Malta/Südeuropa
Ursprüngliche Aufgabe
Begleithund und Schosskind
FCI
Nr. 65 · Gruppe 9 · Sektion 1: Bichons und verwandte Rassen
Schulterhöhe
20–25 cm
Gewicht
3–4 kg
Lebenserwartung
12–18 Jahre
Felltyp
Langhaar
Benötigte Bewegung
20 min/Tag
Welpenpreis
1'500–3'000 CHF
Wartezeit
9 Monate
Sportarten
Agility · Obedience · Tricks · Therapiehund
Charakter-Profil
Aktivitätslevel 2/5
Freundlichkeit zu Fremden 4/5
Bellneigung 3/5
Jagdtrieb 1/5
Spieltrieb 3/5
Erfahrung nötig 1/5
Hitzetoleranz 3/5
Kältevertraeglichkeit 2/5

04Wesen

So zeigt sich der Malteser im Alltag

Heimkommen

Beim Heimkommen begrüßt der Malteser seine Bezugsperson mit sichtbarer Freude — er sucht Körperkontakt, folgt durch die Wohnung und signalisiert klar, dass er einbezogen werden möchte. Dieser Sozialbedarf ist genetisch verankert: Der Malteser wurde über Jahrhunderte als enger Menschenbegleiter gezüchtet, nicht als selbstständiger Arbeitshund.

Im Alltag

Intern — also in dem, was der Hund selbst benötigt — steht die Nähe zur Bezugsperson an erster Stelle. Ein Malteser, der stundenlang allein ist oder dauerhaft ignoriert wird, entwickelt Stress. Dieser äußert sich in Bellen, Unruhe oder Verdauungsproblemen. Drei Stunden Alleinsein täglich gelten als Obergrenze; mehr ist für die meisten Tiere dieser Rasse belastend.

Im Alltag

Extern — also in der Reaktion auf Reize aus der Umwelt — zeigt sich der Malteser gegenüber Fremden meist offen bis leicht abwartend. Er bellt an der Tür, beruhigt sich aber schnell, wenn die Bezugsperson Ruhe signalisiert. Mit anderen Hunden ist er bei guter Sozialisation verträglich, bevorzugt aber ruhigere Artgenossen in ähnlicher Größe.

Im Alltag

Im Alltag fällt auf: Der Malteser beobachtet seine Umgebung aufmerksam. Er registriert Stimmungsveränderungen beim Menschen früh und reagiert darauf — was ihn zu einem feinfühligen Begleiter macht, aber auch bedeutet, dass anhaltende Anspannung im Haushalt auf ihn abfärbt.

Spaziergang

Beim Spaziergang erkundet er neugierig, bleibt aber in der Regel in Sichtnähe. Er ist kein Hund, der stundenlang rennt — er genießt strukturierte Spaziergänge mit Schnüffelmöglichkeiten mehr als reine Ausdauerbelastung. Tricktraining oder kleine Suchaufgaben nach dem Spaziergang schließen den Beschäftigungsbedarf sinnvoll ab.

05Bedürfnisse

Was diese Rasse täglich benötigt

Der Malteser benötigt täglich 30 bis 60 Minuten aktive Bewegung. Diese muss nicht intensiv sein — strukturierte Spaziergänge mit Schnüffelanteil, Freilaufflächen in sicherem Rahmen und kurze Spieleinheiten decken den körperlichen Bedarf ab. Reine Ausdauerläufe oder intensive Hundesportarten entsprechen nicht seinem Profil.

Wichtiger als die körperliche Auslastung ist die mentale Beschäftigung. Der Malteser ist lernfähig und arbeitet aufmerksam mit. Tricktraining, Nasenarbeit, kleine Suchspiele oder strukturierte Trainingseinheiten von 10–15 Minuten täglich halten ihn geistig gefordert und stärken die Bindung zur Bezugsperson. Ohne diese Beschäftigung neigt er dazu, sich durch Bellen oder übermäßige Anhänglichkeit selbst zu beschäftigen.

Der Sozialbedarf des Maltesers ist hoch. Er benötigt regelmäßigen, aktiven Kontakt zu seiner Bezugsperson — nicht nur physische Anwesenheit im selben Raum. Gemeinsame Aktivitäten, Trainingsmomente und ruhige Kontaktzeiten sind Teil seines Grundbedarfs.

Alleinbleiben muss konsequent und schrittweise trainiert werden. Drei Stunden täglich gelten als realistische Obergrenze für einen gut trainierten Malteser. Wer regelmäßig länger abwesend ist, benötigt eine verlässliche Betreuungslösung.

Die Fellpflege ist ein eigenständiger Zeitfaktor: Bei langem Fell täglich 10–15 Minuten Bürsten, regelmäßige Augenpflege (Tränenflecken), Zahnpflege und Ohrkontrolle. Wer das Fell kurz scheren lässt, reduziert den Pflegeaufwand, benötigt aber alle 6–8 Wochen einen Termin beim Hundefriseur. Dieser Aufwand gehört zur Haltung dieser Rasse — er ist nicht optional.

Bewegung

Niedrig

Kopfarbeit

Mittel

Sozialbedarf

Hoch

Erziehung

Leicht

07Schnell-Check

08Eignung

Für wen passt diese Rasse — und für wen nicht

Passt zu

Der Malteser passt zu Personen oder Haushalten, die täglich mehrere Stunden zu Hause verbringen und aktiv Zeit mit dem Hund gestalten möchten. Konkret: Halter mit Homeoffice-Anteil, Rentner mit strukturiertem Alltag oder Personen, die den Hund in den Arbeitsalltag integrieren können.

Ein ruhiger bis moderat aktiver Lebensstil entspricht dem Profil dieser Rasse. Wer täglich 30–60 Minuten Bewegung einplant, Tricktraining oder Nasenarbeit schätzt und bereit ist, 10–15 Minuten täglich für die Fellpflege aufzuwenden, trifft auf einen Hund, der diese Investition mit enger Bindung erwidert.

Familien mit Kindern ab etwa 8 Jahren, die einen ruhigen und respektvollen Umgang mit dem Tier sicherstellen können, kommen ebenfalls in Frage. Entscheidend ist, dass Kinder den Hund nicht als Spielzeug behandeln und Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind.

Wohnungshaltung ist problemlos möglich, sofern Bewegung und Struktur gewährleistet sind. Stadt- und Landumfeld sind gleichermaßen geeignet. Ersthalter sind willkommen, wenn sie bereit sind, eine begleitende Hundeschule zu besuchen und konsequente Alltagsregeln einzuführen — die Sensibilität des Maltesers verlangt klare Kommunikation von Beginn an.

×Passt nicht zu

Der Malteser passt nicht zu Personen, die täglich mehr als drei Stunden außer Haus sind und keine verlässliche Betreuungslösung organisieren können. Sein hoher Sozialbedarf ist keine Eigenschaft, die sich wegtrainieren lässt — sie ist Teil seines genetischen Profils.

Wer einen Hund sucht, der selbstständig beschäftigt bleibt, wenig Aufmerksamkeit einfordert und Alleinsein problemlos toleriert, wird mit einem Malteser dauerhaft überfordert sein.

Haushalte mit sehr kleinen Kindern unter 5 Jahren, in denen ruhiger und vorhersehbarer Umgang nicht sichergestellt werden kann, sind ebenfalls ungeeignet. Der Malteser ist ein kleiner, sensibler Hund — ruppige Interaktionen belasten ihn nachhaltig.

Wer die tägliche Fellpflege als vernachlässigbar einschätzt oder nicht bereit ist, regelmäßig einen Hundefriseur aufzusuchen, unterschätzt den Pflegeaufwand dieser Rasse. Verfilztes Fell verursacht dem Tier Schmerzen und ist ein häufiger Grund für Abgaben an den Tierschutz.

Wer außerdem erwartet, dass ein kleiner Hund automatisch weniger Erziehungsaufwand bedeutet, sollte das Profil des Maltesers nochmals prüfen: Seine Intelligenz und Sensibilität verlangen konsequente Führung — unabhängig von seiner Körpergröße.

10Linien-Realität

Show-Linie, Arbeitslinie, Vermehrer-Markt

Der Malteser weist keine ausgeprägte Linien-Differenzierung im Sinne von Arbeitslinie versus Showlinie auf, wie sie bei Retriever- oder Hütehunerassen bekannt ist. Das Zuchtziel war historisch nie auf Leistung oder Triebarbeit ausgerichtet, sondern auf Wesen, Erscheinungsbild und Bindungsfähigkeit. Eine Arbeitsprüfung ist im FCI-Standard ausdrücklich nicht vorgesehen.

In der Praxis existieren dennoch Unterschiede zwischen Zuchtlinien: Einige Züchter legen den Schwerpunkt auf Ausstellungserfolge und optimieren auf Fellstruktur, Körperbau und Proportionen gemäß FCI-Standard. Andere Züchter priorisieren Wesen und Gesundheit und nehmen kleinere Abweichungen vom Showstandard in Kauf.

Für Halter, die keinen Ausstellungshund suchen, ist die Wesensveranlagung der Elterntiere relevanter als die Ausstellungshistorie der Linie. Ein Züchter, der beide Elterntiere vorzeigt und deren Verhalten im Alltag beschreiben kann, liefert verlässlichere Hinweise auf das zu erwartende Wesen des Welpen als ein langer Stammbaum mit Ausstellungstiteln.

Regional existieren in Italien — dem Patronatsland der Rasse — traditionell starke Zuchtlinien, die international exportiert werden. Diese Linien sind nicht grundsätzlich besser oder schlechter, unterscheiden sich aber teils in Körperbau und Fellbeschaffenheit von mitteleuropäischen Zuchtlinien.

11Gesundheit · Realität

Was du beim Malteser medizinisch einplanen musst

Der Malteser gilt als langlebige Rasse. Die Lebenserwartung liegt laut Angaben des Deutschen Malteser-Clubs bei 12 bis 15 Jahren, einzelne Tiere erreichen 17 Jahre.

Zu den rassetypischen Gesundheitsrisiken zählen Patellaluxation, Zahnprobleme und Augenerkrankungen. Patellaluxation — das Herausspringen der Kniescheibe — tritt bei kleinen Rassen überproportional häufig auf. Eine Untersuchung der OFA (Orthopedic Foundation for Animals) zeigt, dass bei Maltesern rund 15–20 % der untersuchten Tiere eine Patellaluxation aufweisen (OFA-Datenbank, Stand 2023). Seriöse Züchter lassen Elterntiere vor der Zucht untersuchen und weisen Ergebnisse nach.

Zahnprobleme entstehen durch den kleinen Kieferraum: Zähne stehen eng, Zahnstein bildet sich schnell. Regelmäßige Zahnpflege zu Hause (mindestens 3× wöchentlich) und jährliche tierärztliche Zahnkontrolle reduzieren das Risiko von Parodontitis und Zahnverlust erheblich.

Augenerkrankungen wie progressive Retinaatrophie (PRA) und Katarakt sind in der Rasse bekannt. Züchter mit DNA-Tests auf PRA-Mutationen reduzieren das Vererbungsrisiko nachweisbar.

Tränenflecken unter den Augen sind kein Krankheitsbild, sondern ein anatomisches Merkmal — sie erfordern tägliche Reinigung, um Hautirritationen zu vermeiden.

Übergewicht ist bei Maltesern ein reales Risiko: Ihr geringer Bewegungsbedarf kombiniert mit häufigem Füttern von Leckerlis führt schnell zu Übergewicht, das Gelenke und Herzfunktion belastet. Das Idealgewicht liegt laut FCI-Standard bei 3–4 kg — jedes zusätzliche Kilogramm entspricht einem erheblichen prozentualen Mehrgewicht.

Vorsorgeuntersuchungen: Patella (vor Zucht und im Welpenalter), Augen (jährlich ab dem 3. Lebensjahr), Zähne (jährlich), Herzauskultation (ab dem 7. Lebensjahr empfohlen).

12Strukturdaten

Gesundheit nach Zahlen

Gesundheit

Anfällige Erkrankungen

Patellaluxation, Hypoglykämie (Unterzucker), Lebererkrankungen (portosystemischer Shunt), Zahnprobleme

Empfohlene Gesundheitstests

Patella-Screening, Leberwerte, Zahnkontrolle

13Mythen ↔ Realität

Was über diese Rasse oft falsch erzählt wird

Fünf Mythen, fünf Realitäten, fünf Quellen.

1

„Der Malteser ist hypoallergen und löst keine Allergien aus.

Kein Hund ist vollständig allergiefrei. Der Malteser verliert vergleichsweise wenig Fell, produziert aber weiterhin Speichel und Hautschuppen (Dander), die häufige Allergenquellen darstellen. Allergiker sollten vor der Anschaffung einen Allergietest durchführen und Kontakt mit dem konkreten Tier suchen, um die individuelle Reaktion zu prüfen.

www.akc.org

2

„Ein so kleiner Hund benötigt kaum Erziehung.

Der Malteser ist intelligent und lernfähig, reagiert aber sensibel auf fehlende Struktur. Ohne klare Alltagsregeln entwickeln viele Malteser unerwünschte Verhaltensweisen wie übermäßiges Bellen, Ressourcenbewachung oder Trennungsangst. Die Körpergröße reduziert den Erziehungsbedarf nicht — sie verändert lediglich die physische Wirkung von Fehlverhalten.

www.vdh.de

3

„Der Malteser ist ein pflegeleichtes Schoßhündchen.

Das lange, seidige Fell des Maltesers verfilzt ohne tägliche Pflege schnell und schmerzhaft. Wer das Fell lang trägt, benötigt täglich mindestens 10–15 Minuten Bürsten. Wer es kurz scheren lässt, spart Zeit, muss aber alle 6–8 Wochen zum Hundefriseur. Hinzu kommen regelmäßige Augen- und Zahnpflege sowie Ohrkontrolle.

www.deutscher-malteser-club.de

4

„Malteser sind ideal für Kinder jeden Alters.

Der Malteser ist ein kleiner, sensibler Hund mit einem Körpergewicht von 3–4 kg. Ruppiger Umgang, laute Umgebungen oder unvorhersehbare Bewegungen kleiner Kinder können ihn stressen oder zu Abwehrreaktionen führen. Ein respektvoller Umgang und klare Regeln für Kinder sind Voraussetzung — nicht eine nette Ergänzung.

www.tierschutzbund.de

5

„Malteser können problemlos lange allein bleiben.

Der Malteser weist einen hohen Sozialbedarf auf. Mehr als drei Stunden Alleinsein täglich überfordern viele Tiere dieser Rasse und begünstigen Trennungsangst, Vokalisation und Stressverhalten. Alleinbleiben muss schrittweise und konsequent trainiert werden — es entsteht nicht von selbst.

www.deutscher-malteser-club.de

Mehr zur Realität dieser Rasse — und warum sie überdurchschnittlich häufig in Tierheimen landet.Zur Tierschutz-Perspektive →

14Tierschutz

Die Tierschutz-Perspektive

Vermehrer-Markt, Designer-Versionen, Tierheim-Realität — was niemand auf der Welpen-Anzeige schreibt.

Der Malteser landet häufiger im Tierschutz, als sein Image als gepflegter Gesellschaftshund vermuten lässt. Die Gründe sind in der Regel vorhersehbar: Halter unterschätzen den täglichen Pflegeaufwand für das lange Fell, die Sensibilität der Rasse gegenüber Alleinsein oder den Erziehungsaufwand, der auch bei kleinen Hunden nicht entfällt.

Vermehrer-Markt: Der Malteser ist eine begehrte Rasse mit stabiler Nachfrage. Das macht ihn zu einem Ziel für Vermehrer und den organisierten Welpenhandel aus dem Ausland. Welpen werden ohne Gesundheitschecks, ohne Sozialisation und ohne Ahnentafel zu niedrigen Preisen angeboten — oft über Kleinanzeigenplattformen. Diese Tiere weisen häufig Verhaltensprobleme und gesundheitliche Auffälligkeiten auf, die sich erst Wochen nach der Abgabe zeigen. Der günstige Kaufpreis wird durch hohe Tierarztkosten relativiert.

Designer-Versionen: Kreuzungen wie „Maltipoo" (Malteser × Pudel) oder „Morkie" (Malteser × Yorkshire Terrier) werden mit dem Versprechen vermarktet, die positiven Eigenschaften beider Rassen zu vereinen. Dieses Versprechen ist nicht wissenschaftlich belegt. Gesundheitliche Vorteile durch Hybridisierung treten nicht automatisch ein — sie hängen von der konkreten Zuchtauswahl ab. Wer einen solchen Hund erwirbt, sollte dieselben Kriterien anlegen wie bei einer reinrassigen Anschaffung.

Zucht- und haltungsbedingte Probleme: Übergewicht ist bei Maltesern ein häufig unterschätztes Problem. Der geringe Bewegungsbedarf kombiniert mit großzügiger Fütterung führt schnell zu einem Körpergewicht, das Gelenke und Herzfunktion belastet. Auch Trennungsangst als Folge unzureichenden Alleinbleib-Trainings ist ein verbreitetes Problem, das in der Tierschutzpraxis regelmäßig dokumentiert wird.

Vermittlung als gleichwertige Option: Erwachsene Malteser aus Tierschutzorganisationen oder rassespezifischen Auffangstationen bringen ein bekanntes Wesen mit. Viele sind bereits stubenrein, kennen Alltagsstrukturen und benötigen kein Welpentraining von Grund auf. Die Vermittlungsstellen begleiten die Übergabe und stehen bei Fragen zur Verfügung. Wer offen für einen erwachsenen Hund ist, findet hier eine fundierte Alternative zur Welpenbeschaffung.

15Kosten · Transparenz

Was diese Rasse realistisch kostet

Die Anschaffungskosten für einen Malteser-Welpen aus seriöser Zucht mit FCI-Papieren liegen in Deutschland und der Schweiz zwischen 1.500 und 2.500 EUR bzw. CHF. Angebote deutlich unter 1.000 EUR stammen häufig aus Vermehrerzucht oder dem Auslandshandel — die Folgekosten durch Tierarztbehandlungen übersteigen die vermeintliche Ersparnis regelmäßig.

Die jährlichen Lebenshaltungskosten setzen sich wie folgt zusammen: Hochwertiges Futter für einen 3–4 kg schweren Hund kostet je nach Qualität 300–600 EUR/Jahr. Die professionelle Fellpflege beim Hundefriseur (alle 6–8 Wochen) schlägt mit 400–700 EUR/Jahr zu Buche — je nach Region und Aufwand. Hinzu kommen Pflegemittel für die Heimanwendung (Bürsten, Augenpflege, Zahnpflege): ca. 50–100 EUR/Jahr.

Tierärztliche Grundversorgung (Impfungen, Parasitenvorsorge, jährliche Kontrolle) liegt bei 200–400 EUR/Jahr. Zahnreinigungen unter Narkose, die bei Maltesern häufiger anfallen als bei größeren Rassen, kosten 300–600 EUR pro Eingriff. Eine Patellaluxation-Operation liegt je nach Schweregrad zwischen 800 und 2.500 EUR.

Eine Hundekrankenversicherung für einen Malteser kostet je nach Anbieter und Leistungsumfang 40–90 EUR/Monat (480–1.080 EUR/Jahr). Eine Haftpflichtversicherung ist in vielen Kantonen und Bundesländern Pflicht und kostet 50–100 EUR/Jahr.

Gesamtkosten pro Jahr (realistisch): 1.500–3.000 EUR, ohne außerordentliche Tierarztkosten.

16Welpensuche

Worauf du bei der Zuchtwahl achten musst

  • Ein seriöser Züchter ist Mitglied in einem anerkannten Rasseklub — in Deutschland etwa im Deutschen Malteser-Club e.V., in der Schweiz im Kleinhunde Club Schweiz KCS.
  • Er lässt Welpen erst ab der 8.
  • Lebenswoche ziehen, zeigt Mutter und Welpen gemeinsam in der Aufzuchtumgebung und stellt Gesundheitsnachweise (Patellauntersuchung, Augenuntersuchung) vor.
  • Wer einen Welpen ohne Besichtigung der Elterntiere, ohne Ahnentafel oder zu einem auffällig niedrigen Preis angeboten erhält, sollte vorsichtig sein.
  • Malteser aus Vermehrerzucht oder dem Auslandshandel weisen häufig gesundheitliche und Verhaltensauffälligkeiten auf, die sich erst nach Wochen zeigen.
  • Die Vermittlung über Tierschutzorganisationen oder rassespezifische Auffangstationen ist eine gleichwertige Option.
  • Malteser landen häufig im Tierschutz, weil Halter den Pflege- oder Erziehungsaufwand unterschätzt haben.
  • Ein erwachsener Malteser aus der Vermittlung bringt ein bekanntes Wesen mit und benötigt kein Welpentraining von Grund auf.
  • Keine seriöse Plattform empfiehlt namentlich einzelne Züchter — die Rasseklubs führen jedoch geprüfte Züchterlisten, die als Ausgangspunkt dienen.

FAQ

Häufige Fragen zum Malteser

Ist Malteser für Anfänger geeignet?

Malteser gilt als für Ersthundehalter geeignet.

Ist Malteser ein Familienhund?

Malteser gilt bei guter Sozialisierung und artgerechter Haltung als familientauglich.

Wie hoch ist der Bewegungsbedarf von Malteser?

Mindestens rund 20 Minuten Bewegung pro Tag.

Passt Malteser in eine Wohnung?

Mit genügend Auslauf und Beschäftigung lässt sich Malteser auch in einer Wohnung halten.

Welche Grösse und welches Gewicht hat Malteser?

Ausgewachsen erreicht Malteser etwa 20–25 cm Widerristhöhe und wiegt rund 3–4 kg.

Wie hoch ist die Lebenserwartung von Malteser?

Die Lebenserwartung von Malteser liegt bei etwa 12–18 Jahren.

Ist Malteser für Allergiker geeignet?

Malteser gilt als vergleichsweise allergikerfreundlich. Eine Garantie gibt es nie — teste den direkten Kontakt vorab.

Welche Krankheiten treten bei Malteser häufig auf?

Patellaluxation, Hypoglykämie (Unterzucker), Lebererkrankungen (portosystemischer Shunt), Zahnprobleme

17Rasseclubs

Offizielle Rasseclubs in DACH

FCI-Rassestandard (PDF)
Fazit

Passt diese Rasse zu dir?

Weisser Eleganthund aus dem Mittelmeerraum. Hypoallergen, langlebig. Seidiges Fell braucht tägliche Pflege.