Zwergspitz online kaufen
Online-Zwergspitz-Angebote unter 800 Euro stammen meist von unseriösen Vermehrern. Wir zeigen dir die Risiken von Welpenhandel und wo du seriös einen gesunden Pomeranian findest.
Inhalt
Der süsse Zwergspitz-Welpe im Online-Inserat kostet nur 600 Euro – «mit Lieferung in die ganze Schweiz». Hinter solchen Angeboten stecken meist skrupellose Vermehrer, die kranke Welpen aus Osteuropa verkaufen.
Warum sind Online-Zwergspitz-Angebote so riskant?
Illegaler Welpenhandel boomt bei beliebten Rassen wie dem Pomeranian. Die Welpen stammen aus Massenzuchten mit katastrophalen Bedingungen. Mutterhündinnen leben eingepfercht in Verschlägen und werfen Wurf um Wurf – bis sie körperlich zusammenbrechen.
Die Welpen werden viel zu früh von der Mutter getrennt, oft schon mit vier Wochen statt der nötigen acht. Sie sind weder geimpft noch entwurmt. Viele tragen bereits Parasiten oder Krankheiten in sich, die erst Tage nach dem Kauf ausbrechen.
Ein Hamburger Tierarzt berichtet: «Wir sehen regelmässig Welpen aus Online-Käufen mit Parvovirose, Giardien oder schweren Verhaltensstörungen. Die Behandlungskosten übersteigen schnell den ursprünglichen Kaufpreis.»
Woran erkenne ich unseriöse Zwergspitz-Anzeigen?
Mehrere Rassen gleichzeitig im Angebot sind das erste Warnsignal. Seriöse Züchter spezialisieren sich auf eine, maximal zwei Rassen. Preise unter 800 Euro sollten sofort misstrauisch machen – ein gesunder Zwergspitz-Welpe kostet mindestens 1.200 Euro.
Folgende Punkte sprechen gegen einen seriösen Züchter:
- Lieferung wird angeboten («auch nach Hause»)
- Treffpunkt auf Autobahnraststätten
- Keine Besichtigung der Zuchtstätte möglich
- Welpen unter acht Wochen verfügbar
- Keine Gesundheitsnachweise oder Stammbaum
- Bezahlung nur bar oder per Vorkasse
Welche Gesundheitsprobleme haben viele Zwergspitze?
Zwergspitze leiden häufig unter SM/CM (Syringomyelie/Chiari-Malformation) und Hydrocephalus. Beide neurologischen Erkrankungen verursachen lebenslange Schmerzen und sind nicht heilbar. Nur eine MRT-Untersuchung kann sie vor der Zucht ausschliessen.
Dominique aus der Schweiz besitzt fünf Zwergspitze und hat 100.000 Franken für deren Behandlung ausgegeben. Sie warnt: «Die meisten Züchter lassen kein MRT machen. Die Welpen sehen gesund aus, aber die Krankheiten zeigen sich erst später.»
Dazu kommen weitere rassespezifische Probleme: Luxierende Patella (Kniescheiben springen raus), Trachealkollaps (zusammenfallende Luftröhre), Zahnprobleme durch zu kleine Kiefer und Herzfehler.
Wo finde ich einen seriösen Zwergspitz-Züchter?
Seriöse Züchter gehören dem VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) oder entsprechenden Vereinen in Österreich und der Schweiz an. Sie zeigen dir gerne die Zuchtstätte, die Mutterhündin und alle Gesundheitsnachweise.
Ein verantwortungsvoller Züchter lässt seine Zuchttiere per MRT auf SM/CM und Hydrocephalus untersuchen, zeigt Röntgenbilder der Elterntiere (Hüften, Ellbogen) und gibt eine Gesundheitsgarantie von mindestens zwei Jahren. Er fragt dich nach deiner Lebenssituation und Erfahrung und steht dir auch nach dem Kauf mit Rat zur Seite.
Plane mindestens ein Jahr Wartezeit ein. Gute Züchter haben Wartelisten, weil sie nur ein bis zwei Würfe pro Jahr haben.
Welche Alternativen gibt es zum Welpenkauf?
Tierheime beherbergen überraschend oft reinrassige Hunde. Zwergspitz-Mischlinge sind robuster als reinrassige Tiere und haben weniger Gesundheitsprobleme. Spezialisierte Rettungsorganisationen wie «Spitz in Not» vermitteln Zwergspitze aller Altersgruppen.
Pflegestellen bieten eine weitere Option. Dort lebst du temporär mit dem Hund zusammen und lernst seinen Charakter kennen, bevor du dich zur Adoption entscheidest.
Ist ein Zwergspitz für Anfänger geeignet?
Nur bedingt. Zwergspitze sind intelligent, aber auch dickköpfig. Sie neigen dazu, ihre Menschen zu manipulieren und kleine Tyrannen zu werden, wenn man ihnen zu viel durchgehen lässt. Ihre Bellfreudigkeit macht sie für Mietwohnungen problematisch.
Wie viel kostet ein Zwergspitz im Jahr?
Rechne mit 1.500 bis 2.500 Euro jährlich für Futter, Tierarzt, Versicherung und Pflege. Bei Gesundheitsproblemen können die Kosten deutlich steigen.
Benötigen Zwergspitze viel Bewegung?
Zwei bis drei kurze Spaziergänge täglich reichen aus. Wichtiger ist geistige Auslastung durch Training und Spiele.
Sind Zwergspitze gute Familienhunde?
Mit älteren Kindern ab acht Jahren ja. Kleinkinder können die zerbrechlichen Hunde verletzen, und Zwergspitze können bei ruppigem Spiel schnappen.
Wie aufwendig ist die Fellpflege?
Tägliches Bürsten ist Pflicht. Während des Fellwechsels haart ein Zwergspitz extrem – trotz regelmässiger Pflege finden sich überall Hundehaare.