Reha mit Hund: Was möglich ist und worauf Du achten musst
Inhalt
- Wer bietet Reha mit Hund an?
- Welche Hunde sind bei der Reha erlaubt?
- Was kostet eine Reha mit Hund extra?
- Was muss ich beachten, wenn ich meinen Hund mit zur Reha nehme?
- Was sollte ich mitbringen, wenn ich meinen Hund mit zur Reha nehme?
- Was sollte ich vor der Reha mit Hund klären?
- Quellen und weiterführende Informationen
Immer mehr Reha-Kliniken ermöglichen ihren Patienten, den eigenen Hund mit zur Rehabilitation zu nehmen. Was zunächst ungewöhnlich klingt, ist für Hundehalter eine wichtige Hilfe: Die Reha wird möglich, ohne dass für den Hund eine Betreuung organisiert werden muss. Leider bieten das längst nicht alle Reha-Einrichtungen an, und die Mitnahme des Hundes ist an Bedingungen geknüpft.
Hier erfährst du, welche Kliniken Reha mit Hund anbieten und welche Voraussetzungen es gibt.
Wer bietet Reha mit Hund an?
Eine Rehabilitation mit dem eigenen Hund ist inzwischen bei mehreren Rehakliniken möglich. Allerdings gibt es kein einheitliches Angebot, das für alle Kliniken gilt. Voraussetzungen, Kosten und die Zahl der verfügbaren Plätze unterscheiden sich je nach Einrichtung. Deshalb solltest Du immer direkt bei der gewünschten Klinik nachfragen.
Deutschland
Die Deutsche Rentenversicherung Bund bietet „Reha mit Hund“ in ausgewählten eigenen Rehabilitationseinrichtungen an. Dazu gehören derzeit die Klinik Auental (seit Februar 2025) und die Klinik Franken im Reha-Zentrum Bad Steben (seit Mai 2026) sowie die Klinik Berlin im Reha-Zentrum Bad Driburg (seit Juni 2026).
Auch andere Träger bieten entsprechende Möglichkeiten an. Die MEDICLIN nennt derzeit vier Einrichtungen, in denen Hunde mit zur Reha genommen werden können: die MEDICLIN Klinik am Vogelsang, die MEDICLIN Rose Klinik, die MEDICLIN Deister Weser Kliniken und das MEDICLIN Reha-Zentrum Bad Orb.
Weitere Beispiele sind die VITREA Rehaklinik Bad Berleburg, die seit Januar 2026 in den Fachabteilungen Psychosomatik und HTS eine Rehabilitation mit Hund anbietet, sowie die VITREA Rehaklinik Damp für psychosomatische Rehabilitanden. Auch im AMEOS Reha Klinikum Ratzeburg sind Hunde in speziell dafür vorgesehenen Zimmern willkommen.
Liste der bekannten Reha-Angebote mit Hund in Deutschland:
- Klinik Auental, Reha-Zentrum Bad Steben – Bad Steben, Bayern
- Klinik Franken, Reha-Zentrum Bad Steben – Bad Steben, Bayern
- Klinik Berlin, Reha-Zentrum Bad Driburg – Bad Driburg, Nordrhein-Westfalen
- MEDICLIN Klinik am Vogelsang – Donaueschingen, Baden-Württemberg
- MEDICLIN Rose Klinik – Horn-Bad Meinberg, Nordrhein-Westfalen
- MEDICLIN Deister Weser Kliniken – Bad Münder am Deister, Niedersachsen
- MEDICLIN Reha-Zentrum Bad Orb – Bad Orb, Hessen
- VITREA Rehaklinik Bad Berleburg – Bad Berleburg, Nordrhein-Westfalen
Österreich
Für Österreich konnten wir aktuell leider kein vergleichbares offizielles Angebot einer Rehaklinik finden. Es gibt zwar einzelne Hinweise und Diskussionen über eine mögliche „Reha mit Hund“, aber keine belastbare offizielle Klinikseite, die ein solches Angebot eindeutig bestätigt.
Wer in Österreich eine Rehabilitation plant und seinen Hund unbedingt mitnehmen möchte, sollte deshalb direkt bei der jeweiligen Wunschklinik nachfragen.
Schweiz
In der Schweiz gibt es bislang keine vergleichbaren, über mehrere Kliniken etablierten Angebote wie in Deutschland. Einzelne Rehakliniken ermöglichen die Mitnahme eines Haustiers jedoch bereits. Die Rehaklinik Hasliberg ist ein Beispiel dafür und bietet ausdrücklich einen Aufenthalt in Begleitung eines Haustieres an.
Auch die Privatklinik der UPK Basel erlaubt die Mitnahme von Hunden unter bestimmten Voraussetzungen. Die UPK Basel ist allerdings keine klassische Rehabilitationsklinik, sondern eine psychiatrische Privatklinik. Ihr Angebot gehört deshalb nicht im engeren Sinn zur „Reha mit Hund“, ist für Hundehalter mit einem stationären Behandlungsbedarf aber dennoch interessant.
Auch hier gilt: Die Möglichkeit ist nicht automatisch bei jeder Schweizer Rehaklinik gegeben. Wer seinen Hund mitnehmen möchte, sollte dies bereits bei der Wahl der Klinik und vor der Anmeldung ausdrücklich klären.
Welche Hunde sind bei der Reha erlaubt?
Nicht jeder Hund darf automatisch mit zur Reha. Welche Tiere aufgenommen werden, legt die jeweilige Klinik selbst fest. Die Anforderungen können sich deshalb unterscheiden. Einige grundlegende Voraussetzungen finden sich jedoch bei mehreren Anbietern.
- Der Hund muss gesund und geimpft sein: Bei der Deutschen Rentenversicherung Bund ist insbesondere eine gültige Tollwutimpfung vorgeschrieben. Zudem muss der Hund frei von Parasiten sein. Vor der Reha kann eine tierärztliche Bescheinigung über den Gesundheitszustand verlangt werden. Auch MEDICLIN verlangt eine Tollwutimpfung sowie eine Untersuchung auf Ektoparasiten wie Flöhe und Milben und auf Endoparasiten wie Würmer.
- Sozialverträglichkeit: Ein Reha-Aufenthalt bedeutet, dass sich viele Menschen mit unterschiedlichen gesundheitlichen Einschränkungen auf engem Raum begegnen. Der Hund muss deshalb ruhig und gut sozialisiert sein und sich gegenüber Menschen und anderen Tieren sicher verhalten. Bei MEDICLIN wird ausdrücklich verlangt, dass sich die Hunde auch mit Menschen mit Behinderungen sowie mit Gehhilfen, Rollatoren oder Rollstühlen gut vertragen. Aggressives oder stark ängstliches Verhalten ist i.d.R. ein Ausschlussgrund.
- Souveränes Alleinbleiben: Das ist eine der wichtigsten Voraussetzungen und wird leicht übersehen: Der Hund ist während der Therapien nicht bei seinem Halter. Er muss deshalb daran gewöhnt sein, mehrere Stunden allein im Zimmer zu bleiben, ohne dauerhaft zu bellen, zu jaulen oder in Stress zu geraten. Hunde, die nur unter grossem Stress alleinbleiben, sind für eine Reha daher nicht geeignet.
- Stubenreinheit
- Keine läufigen Hündinnen: Sowohl die Klinik Auental als auch MEDICLIN nennen eine bestehende Läufigkeit als Ausschlussgrund. Bei einzelnen Kliniken gelten darüber hinaus besondere Vorgaben zur Kastration.
Abschliessend wichtig: Die Aufnahme des Hundes muss vor dem Reha-Aufenthalt mit der Klinik abgeklärt und genehmigt werden. Die meisten Kliniken, die Reha mit Hund in ihrem Angebot haben, bieten dafür entsprechende Formulare an, die vorm Reha-Antritt auszufüllen und zu unterschreiben sind.
Gibt es Einschränkungen bei Rasse oder Grösse?
Ja, bei manchen Kliniken.
Die Klinik Auental der Deutschen Rentenversicherung Bund nimmt beispielsweise keine Hunde auf, die nach der bayerischen Kampfhundeverordnung in Kategorie 1 oder 2 fallen. Das gilt dort auch für entsprechende Mischlinge. Zusätzlich gilt eine maximale Schulterhöhe von 64 cm.
MEDICLIN schliesst in seinen teilnehmenden Häusern ebenfalls bestimmte Rassen aus. Die Liste umfasst unter anderem American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Rottweiler, Dobermann, Cane Corso Italiano und Tosa Inu.
Deshalb solltest Du vor der Anmeldung immer die konkreten Aufnahmebedingungen der gewünschten Klinik prüfen.
Auch wenn Dein Hund grundsätzlich gesund, sozialverträglich und gut erzogen ist, können Rasse, Grösse oder andere individuelle Vorgaben eine Rolle spielen.
Was kostet eine Reha mit Hund extra?
Die Kosten für den Hund kommen bei einer Reha in der Regel zusätzlich zu den normalen Kosten der Rehabilitation hinzu. Eine einheitliche Pauschale gibt es allerdings nicht. Wie viel Du für die Unterbringung Deines Hundes bezahlst, hängt von der jeweiligen Klinik ab.
Bei der Deutschen Rentenversicherung Bund beträgt die zusätzliche Pauschale in den Kliniken, die das Angebot „Reha mit Hund“ anbieten, beispielsweise 10 Euro pro Tag.
Auch bei MEDICLIN wird eine zusätzliche Kostenpauschale für die Mitnahme des Hundes erhoben. Die Höhe ist dort allerdings von Klinik zu Klinik unterschiedlich.
Gut zu wissen: Die Extra-Kosten für die Mitnahme und Unterbringung des Hundes werden normalerweise nicht vom Sozialversicherungsträger übernommen. Diese musst du also, zusätzlich zur Eigenbeteiligung (gesetzliche Zuzahlung), selbst zahlen.
Was muss ich beachten, wenn ich meinen Hund mit zur Reha nehme?
Eine Reha mit Hund klingt zunächst nach einem erholsamen gemeinsamen Aufenthalt. Im Alltag bist Du aber weiterhin selbst für Deinen Hund verantwortlich. Während Deiner Therapien bleibt er im Zimmer, ausserhalb davon gelten die Regeln der jeweiligen Klinik. Deshalb solltest Du vor der Anreise nicht nur die Aufnahmebedingungen prüfen, sondern auch überlegen, ob die Reha mit Deinem Hund tatsächlich gut funktioniert.
- Der Hund bleibt während der Therapien allein im Zimmer: Auch wenn Dein Hund mit zur Reha kommt, kann er Dich nicht zu Deinen Anwendungen begleiten. Aus hygienischen und organisatorischen Gründen dürfen Hunde in den teilnehmenden Einrichtungen in der Regel nur in den dafür vorgesehenen Bereichen beziehungsweise im eigenen Patientenzimmer bleiben. Du solltest deshalb bereits vor der Reha sicher sein, dass Dein Hund mehrere Stunden entspannt allein bleiben kann.
- Du bist für die Versorgung Deines Hundes verantwortlich: Füttern, Gassigehen, Beschäftigung und die allgemeine Versorgung bleiben Deine Aufgabe. Auch während einer Reha gibt es keine Betreuung des Hundes durch die Klinik. Das solltest Du bei Deiner eigenen körperlichen Verfassung berücksichtigen. Wenn Du beispielsweise nach einer Operation nur eingeschränkt gehen kannst, kann es schwierig werden, deinen Hund mehrmals täglich auszuführen. Überlege deshalb bereits vor der Reha, ob Du die Versorgung während des gesamten Aufenthalts zuverlässig übernehmen kannst.
- Der Hund darf sich nicht überall in der Klinik aufhalten: „Reha mit Hund“ bedeutet nicht, dass Hunde in der gesamten Einrichtung willkommen sind. Die erlaubten Bereiche legt jede Klinik selbst fest. Bei der Deutschen Rentenversicherung Bund dürfen mitgebrachte Hunde beispielsweise nur im Patientenzimmer und in den dafür vorgesehenen Aussenbereichen bleiben. Therapieräume, Speisesaal und Cafeteria sind tabu. Informiere Dich deshalb vor der Anreise über die Hausordnung der jeweiligen Klinik.
- Leinenpflicht: Standardmässig geben die meisten Reha-Kliniken auf dem gesamten Klinikgelände eine Leinenpflicht vor.
- Sorge vor den Notfall vor: Was passiert, wenn Du während der Reha plötzlich selbst erkrankst oder Dich verletzt und Deinen Hund nicht mehr versorgen kannst? Einige Kliniken weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Unterbringung des Hundes in einer Pension notwendig werden kann, falls der Halter ihn nicht selbst versorgen oder nach Hause bringen kann. Ideal ist deshalb eine Person, die Deinen Hund im Notfall übernehmen oder zumindest abholen kann. Kläre ausserdem vorab, ob die Klinik für einen solchen Fall bestimmte Vorgaben hat.
Was sollte ich mitbringen, wenn ich meinen Hund mit zur Reha nehme?
Für den Hund solltest Du die Unterlagen und Nachweise vollständig dabeihaben.
Je nach Klinik gehören dazu:
- Impfpass bzw. Impfnachweise
- Tierärztliche Bescheinigung über Gesundheit und Impfstatus
- Nachweis über Hundehaftpflichtversicherung
- i.d.R. Bestätigung und Einwilligungserklärung über von Sozialversicherungsträger und/oder Klinik bereitgestellte Formulare
- ggf. weitere von der Klinik verlangte Unterlagen
Neben den persönlichen Dingen für Deine Reha braucht auch Dein Hund seine eigene Ausstattung:
- Hundefutter & Leckerlis, ausreichend für die Dauer des Reha-Aufenthalts. Beachten: BARFEN ist i.d.R. innerhalb der Kliniken aus hygienischen Gründen nicht gestattet.
- Schlafkorb, Hundebett oder Decke
- Spielzeug
- Futter- und Wassernäpfe
- Leine
- Hundekotbeutel
- Reinigungstücher bzw. separate Handtücher für den Hund (einige Kliniken untersagen die Nutzung der klinikeigenen Handtücher zur Reinigung des Hundes)
Was sollte ich vor der Reha mit Hund klären?
Bevor Du die Reha mit Deinem Hund antrittst, solltest Du die Bedingungen der jeweiligen Klinik genau prüfen. Entscheidend sind nicht nur die Voraussetzungen für den Hund, sondern auch die praktischen Regeln vor Ort.
Kläre insbesondere:
- Wo darf sich Dein Hund aufhalten?
- Wie lange wird er voraussichtlich zwischen Deinen Anwendungen allein bleiben? (Tages- und Therapiepläne, Zeitliche Abstände, Intervalle etc.)
- Wo kannst Du mit ihm spazieren gehen?
- Welche Unterlagen musst Du vorlegen?
- Welche Ausstattung musst Du selbst mitbringen?
- Gibt es besondere Regeln für Futter oder Reinigung?
- Was passiert im Notfall, wenn Du Deinen Hund nicht mehr versorgen kannst?
- Welche zusätzlichen Kosten entstehen?
Die Deutsche Rentenversicherung Bund weist ausdrücklich darauf hin, dass die Mitnahme des Hundes vorab beantragt und bewilligt werden muss. Auch die konkrete Unterbringung und die geltenden Bedingungen hängen von der jeweiligen Einrichtung ab.
Unser Tipp: Lies vor der Zusage nicht nur die allgemeinen Informationen zur Reha, sondern auch das Merkblatt der konkreten Klinik zur Hundemitnahme. Gerade bei Fragen zu Grösse, Rasse, Impfungen, Alleinbleiben, Futter und Kosten können die Vorgaben stark voneinander abweichen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Deutsche Rentenversicherung Bund: Pressemitteilung zum Angebot „Reha mit Hund“
- Klinik Franken, Klinik Auental, Rehabilitationszentrum Bad Steben, „Reha mit Hund“ – Information
- MEDICLIN Übersicht „Reha mit Hund“ mit teilnehmenden Kliniken und Voraussetzungen: https://www.mediclin.de/reha-mit-hund/
- Rehaklinik Hasliberg, Informationen zum Aufenthalt in Begleitung eines Haustieres: https://www.rehaklinik-hasliberg.ch/
- Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, Privatklinik, Informationen zur Mitnahme von Haustieren: https://www.privatklinik.upk.ch/fuer-patienten/haustiere