Kastration
Die Kastration ist die vollständige Entfernung der Keimdrüsen: Bei Rüden werden die Hoden entfernt, bei Hündinnen die Eierstöcke und meist die Gebärmutter.
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Die Kastration ist die vollständige Entfernung der Keimdrüsen: Bei Rüden werden die Hoden entfernt, bei Hündinnen die Eierstöcke und meist die Gebärmutter. Der Hund wird dadurch unfruchtbar, und die Hormonproduktion stoppt vollständig.
Was ist der Unterschied zwischen Kastration und Sterilisation?
Bei der Sterilisation werden nur die Ei- oder Samenleiter durchtrennt. Die Hormonproduktion bleibt erhalten – im Gegensatz zur Kastration, bei der die hormonproduzierenden Organe entfernt werden. In der Praxis wird bei Hunden fast ausschliesslich kastriert, nicht sterilisiert.
Welche Vorteile hat die Kastration?
Die Kastration beseitigt das Risiko für Hoden- und Gebärmutterkrebs. Bei Hündinnen sinkt das Mammakarzinom-Risiko um 95 %, wenn der Eingriff vor der ersten Läufigkeit erfolgt.
Territoriales Markieren reduziert sich bei 60 % der Rüden, Streunen bei 90 %. Hündinnen zeigen danach keine Scheinträchtigkeit mehr.
Welche Nachteile kann die Kastration haben?
Das Risiko für Kreuzbandrisse steigt um das Zwei- bis Dreifache, besonders bei grossen Rassen. 20 % der kastrierten Hündinnen entwickeln Harninkontinenz.
Der Grundumsatz sinkt um 20 bis 30 %. Ohne Futteranpassung nehmen 40 % der kastrierten Hunde zu.
Für früh kastrierte Hunde grosser Rassen besteht laut vorliegenden Untersuchungen ein erhöhtes Risiko für Hämangiosarkome und Lymphdrüsenkrebs.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Kastration?
Bei grossen Rassen empfehlen Fachleute die Kastration nach dem Wachstumsabschluss, also ab etwa 12 bis 18 Monaten. Kleine Rassen können früher kastriert werden.
Bei Hündinnen maximiert eine Kastration vor der ersten Läufigkeit die Krebsprävention, erhöht aber das Inkontinenz-Risiko. Bei Rüden spricht vieles für den Zeitpunkt nach der Pubertät, jedoch bevor sich unerwünschte Verhaltensweisen verfestigt haben.
Wie läuft die Kastration ab?
Bei Rüden dauert der Eingriff etwa 20 bis 30 Minuten. Die Hoden werden durch einen Schnitt vor dem Hodensack entfernt.
Bei Hündinnen handelt es sich um einen Baucheingriff von rund 45 bis 60 Minuten. Eierstöcke und meist die Gebärmutter werden über einen Bauchschnitt entfernt.
Beide Eingriffe erfolgen unter Vollnarkose. Die Heilung dauert in der Regel 10 bis 14 Tage.
Gibt es Alternativen zur Kastration?
Für Rüden stehen Hormon-Implantate (Suprelorin) zur Verfügung, die 6 bis 12 Monate wirken und reversibel sind. So lässt sich testen, ob sich das Verhalten durch Hormonentzug verbessert.
Die echte Sterilisation wird nur selten durchgeführt, da sie technisch aufwendiger ist als die Kastration.
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