Rehabilitation
Rehabilitation beim Hund bezeichnet den gezielten Aufbau von Beweglichkeit, Muskelkraft und Koordination nach Operationen, Verletzungen oder bei chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparats.
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Rehabilitation beim Hund bezeichnet den gezielten Aufbau von Beweglichkeit, Muskelkraft und Koordination nach Operationen, Verletzungen oder bei chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparats. Anders als beim Menschen erfolgt sie fast ausschliesslich über spezialisierte Tierphysiotherapeuten, da Hunde die Notwendigkeit bestimmter Bewegungseinschränkungen nicht verstehen.
Wann braucht mein Hund Rehabilitation?
Hundephysiotherapie wird hauptsächlich nach grösseren orthopädischen Eingriffen eingesetzt. Nach einer Kreuzband-Operation etwa muss das operierte Bein schrittweise wieder belastet werden, während die Muskulatur des gesunden Beins oft verkürzt ist – sie hat wochenlang die Mehrarbeit geleistet.
Weitere häufige Indikationen:
- Bandscheibenoperationen (besonders bei Dackel, Französischen Bulldoggen)
- Knochenbrüche mit längerer Ruhigstellung
- Hüftdysplasie-Operationen
- Sehnen- und Muskelverletzungen
- Neurologische Ausfälle nach Wirbelsäulenproblemen
Wie läuft Hundephysiotherapie ab?
Die ersten Sitzungen finden meist beim Physiotherapeuten statt – später können viele Übungen zuhause durchgeführt werden. Ein typischer Rehabilitationsverlauf gliedert sich in vier Phasen:
Akutphase (erste 1-2 Wochen): Schmerzlinderung steht im Vordergrund. Passive Bewegungen erhalten die Gelenkbeweglichkeit, ohne dass der Hund aktiv mitarbeiten muss.
Mobilisationsphase (Woche 2-6): Vorsichtige aktive Bewegungen beginnen. Das Unterwasserlaufband reduziert durch Auftrieb das Körpergewicht um bis zu 60 Prozent.
Aufbauphase (Woche 6-12): Gezielter Muskelaufbau durch Übungen auf instabilen Unterlagen, Cavaletti-Training oder kontrollierte Steigungen.
Stabilisierungsphase (ab Woche 12): Rückkehr zu normalen Belastungen. Hier entscheidet sich, ob der Hund dauerhaft schmerzfrei bleibt.
Welche Geräte werden in der Hundephysiotherapie eingesetzt?
Das Unterwasserlaufband ist das Herzstück der meisten Praxen. Hunde können hier bereits wenige Tage nach der Operation laufen, ohne das operierte Gelenk voll zu belasten. Die Wassertemperatur liegt meist bei 28-32 Grad – das entspannt die Muskulatur zusätzlich.
Weitere wichtige Hilfsmittel:
- Cavaletti-Stangen für Koordinationstraining
- Balance-Pads und Wackelbretter
- Elektrotherapie-Geräte (TENS, Magnetfeld)
- Kältetherapie für akute Entzündungen
- Lasertherapie zur Wundheilung
Was kann ich als Halter zuhause machen?
Physiotherapeuten geben meist Hausaufgaben mit – einfache Übungen, die du täglich durchführen sollst. Typisch sind kontrollierte Spaziergänge an der kurzen Leine, Sitz-Platz-Übungen (kräftigen die Hinterhand) oder vorsichtiges Treppensteigen.
Regelmässigkeit zählt. Lieber täglich 10 Minuten als einmal wöchentlich eine Stunde. Hunde bauen Muskulatur schnell ab – aber bei konsequentem Training auch wieder auf.
Wie finde ich einen guten Tierphysiotherapeuten?
Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Seriöse Therapeuten haben eine fundierte Ausbildung (meist 1-2 Jahre) und arbeiten eng mit Tierärzten zusammen. Viele spezialisierte Tierkliniken haben eigene Physiotherapie-Abteilungen.
Ein guter Therapeut erklärt dir jeden Handgriff, zeigt dir die Hausübungen und passt das Programm an den Fortschritt an. Misstrauisch werden solltest du, wenn Wunder versprochen werden oder teure Geräte verkauft werden sollen.
Was kostet Hundephysiotherapie?
Eine Einzelstunde kostet je nach Region zwischen 40 und 80 Euro. Unterwasserlaufband-Training liegt meist bei 25-35 Euro pro Session. Die Gesamtkosten für eine vollständige Rehabilitation bewegen sich oft zwischen 800 und 1.500 Euro.
Manche Tierkrankenversicherungen übernehmen Physiotherapie – aber meist nur, wenn sie tierärztlich verordnet wurde. Erkundige dich vor Beginn der Behandlung nach den Bedingungen.
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