QUEN: Die Website gegen Tierleid durch Defekt- und Qualzucht
QUEN ist eine Datenbank, die wissenschaftlich belegte Qualzuchtmerkmale bei Hunderassen sammelt. Sie hilft Welpenkäufern dabei, Hunde mit zuchtbedingten Defekten zu erkennen und zu meiden.
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Ein Mops, der nachts schnarcht und keucht – das klingt für viele niedlich. Dabei kämpft er schlicht darum, Luft zu bekommen. Beim Cavalier King Charles Spaniel ist es noch bitterer: Sein Gehirn passt nicht in den Schädel. Chronischer Hirndruck, jeden Tag. Beides ist Qualzucht – und beides ist in Deutschland seit Jahrzehnten verboten. Trotzdem wird munter weiter gezüchtet. Seit 2021 gibt es eine Datenbank, die das ändern soll.
Was ist die QUEN-Datenbank und wie hilft sie mir?
QUEN steht für „Qualzucht Evidenz Netzwerk“. Hinter dem sperrigen Namen steckt etwas Wertvolles: eine Sammlung wissenschaftlich belegter Fakten darüber, welche Zuchtmerkmale Hunde krank machen. Aufgebaut haben das Tierärzte und Juristen – ehrenamtlich, wohlgemerkt.
Auf qualzucht-datenbank.eu tippst du einfach die Rasse ein, die dich interessiert. Was dann erscheint, ist manchmal erschreckend konkret: Welche Rassen kämpfen mit Atemnot? Bei welchen drückt das Gehirn gegen den Schädel? Du siehst es auf einen Blick, ohne dicke Fachbücher wälzen zu müssen.
Jede Rasse hat dort ein eigenes Merkblatt. Es zeigt den ursprünglichen „Rassestandard“ – also wie der Hund aussah, bevor die Zuchtmode ihn systematisch krank gemacht hat. Der Vergleich ist oft ernüchternd.
Welche Qualzuchtmerkmale sollte ich beim Welpenkauf meiden?
Manche Warnsignale erkennst du schon beim Besuch beim Züchter. Ein Französisch-Bulldoggen-Welpe, der beim Herumtollen röchelt? Der wird als ausgewachsener Hund nicht plötzlich besser atmen. Das ist keine Phase.
Finger weg von Welpen mit diesen Merkmalen:
- Extrem platte Nasen (weniger als ein Drittel der Schädellänge)
- Hervorstehende Augen, die kaum durch Augenhöhlen geschützt werden
- Übermässige Faltenbildung im Gesicht
- Extrem kurze Beine im Verhältnis zum Körper
- Stark gewölbte oder eingedellte Schädelform
Beim Cavalier King Charles Spaniel ist das Tückische: Du siehst von aussen gar nichts. Das zu grosse Gehirn im zu kleinen Schädel verursacht chronische Kopfschmerzen und neurologische Ausfälle – still, unsichtbar, dauerhaft.
Was sagt das Gesetz über Qualzucht beim Hund?
Qualzucht ist in Deutschland nach §11b Tierschutzgesetz verboten. Das Problem liegt nicht im Gesetz selbst, sondern im Vollzug. Behörden brauchen eindeutige, gerichtsfeste Beweise. Genau die liefert QUEN – und das ist der eigentliche Wert der Datenbank.
Der Gesetzestext ist dabei erstaunlich klar: Verboten ist die Zucht, wenn „züchterische Erkenntnisse erwarten lassen“, dass Nachkommen Schmerzen, Leiden oder Schäden davontragen. Konkret heisst das: Wer weiss, dass seine Zuchtlinie Atemprobleme produziert, und trotzdem weiterzüchtet, handelt illegal. Wissen schützt nicht vor Strafe – es begründet sie.
Wie erkenne ich seriöse Züchter ohne Qualzucht?
Ein guter Züchter zeigt dir beide Elterntiere – nicht auf Fotos, sondern live. Er legt dir die Gesundheitszeugnisse hin, ohne dass du extra fragen musst. Und er stellt Gegenfragen: Wie ist dein Alltag? Hast du Erfahrung mit der Rasse? Darf er den Welpen später mal besuchen?
Checkliste für den Züchterbesuch:
- Sind beide Elterntiere vor Ort und wirken gesund?
- Liegen Gesundheitszeugnisse für rassetypische Erkrankungen vor?
- Atmen alle Welpen frei – auch beim Toben?
- Fragt der Züchter nach deinen Hundeerfahrungen?
- Bekommst du einen Kaufvertrag mit Gesundheitsgarantie?
Misstrauisch werden solltest du, wenn jemand mehrere Rassen gleichzeitig anbietet oder den Welpen „irgendwo“ übergeben will – Autobahnraststätte, Parkplatz, du kennst das Schema.
Ist Qualzucht immer sofort erkennbar?
Leider nein. Hüftdysplasie etwa lässt sich per Röntgen erst ab zwölf Monaten zuverlässig beurteilen. Herzprobleme können sich noch später zeigen. Genau deshalb ist die Gesundheitshistorie der Elterntiere so entscheidend – sie ist dein einziger Blick in die Zukunft deines Welpen.
Welche Rassen sind besonders von Qualzucht betroffen?
Bei kurznasigen Rassen – Mops, Französische Bulldogge, Boston Terrier – haben Atemprobleme inzwischen fast den Status einer Normalität angenommen. Ist sie nicht. Beim Deutschen Schäferhund ist Hüftdysplasie weit verbreitet, beim Dalmatiner taucht Taubheit erschreckend häufig auf.
Was kann ich tun, wenn ich bereits einen Qualzuchthund habe?
Zuallererst: Du trägst keine Schuld daran. Viele haben einen Mops oder Cavalier in gutem Glauben geholt. Gib deinem Hund jetzt das bestmögliche Leben – regelmässige Tierarztbesuche, angepasste Haltung, kein Stress im Sommer. Mopse brauchen an heissen Tagen Klimaanlage oder Kühlung, schwere Rassen sollten Treppen so weit wie möglich meiden. Und wenn du Qualzucht beobachtest: Melde es den Behörden. Das klingt bürokratisch, hilft aber anderen Hunden – konkret und direkt.