Training & Erziehung

Grundlagen des Dummytrainings

Dummytraining nutzt den natürlichen Apportierinstinkt deines Hundes und kombiniert körperliche Bewegung mit Denkaufgaben.

3 Min Lesezeit
Grundlagen des Dummytrainings
Inhalt
  1. Was ist Dummytraining und warum funktioniert es so gut?
  2. Welcher Dummy passt zu meinem Hund?
  3. Der 3-Wochen-Aufbauplan für Einsteiger
  4. Warum bleibt mein Hund nicht beim Dummy liegen?
  5. Wie oft sollte ich trainieren?

Dein Hund läuft beim Spaziergang unruhig hin und her, schnüffelt an allem – wirkt dabei aber trotzdem nicht ausgelastet? Das liegt oft daran, dass körperliche Bewegung allein nicht reicht. Dummytraining kombiniert Bewegung mit Denkaufgaben und nutzt den natürlichen Apportierinstinkt deines Hundes.

Was ist Dummytraining und warum funktioniert es so gut?

Dummytraining ist eine Beschäftigungsform, bei der dein Hund einen zylinderförmigen Trainingsgegenstand – den Dummy – auf Kommando sucht und zu dir bringt. Der Dummy simuliert Beuteobjekte und spricht dadurch uralte Jagdinstinkte an, auch bei Hunden, die nie gejagt haben.

Was das Training so wirkungsvoll macht: Dein Hund muss gleichzeitig auf deine Signale achten, seine Nase einsetzen und körperliche Kontrolle beweisen. Ein Golden Retriever, der normalerweise jeden Stock sofort zerkaut, lernt durch Dummytraining, Objekte vorsichtig zu halten.

Welcher Dummy passt zu meinem Hund?

Die Dummy-Wahl entscheidet über Erfolg oder Frust in den ersten Trainingswochen. Für Welpen und kleine Hunde bis 15 kg eignen sich 250-Gramm-Dummys aus weichem Canvas. Mittelgrosse Hunde zwischen 15 und 30 kg kommen mit 500-Gramm-Dummys aus festem Material gut zurecht.

Grosse Rassen ab 30 kg benötigen 750-Gramm-Dummys oder schwerer – sonst wird der Dummy zum Spielzeug statt zum Trainingsgegenstand. Bei stark kauenden Hunden haben sich Dummys mit Kunststoff-Einsatz bewährt. Canvas allein überlebt keine zwei Wochen.

Anfängerfehler beim Dummy-Kauf, die Zeit kosten

Zu schwere Dummys demotivieren kleine Hunde sofort. Zu leichte verleiten grosse Hunde zum Herumschleudern. Bunte Farben mögen hübsch aussehen – aber Orange und Gelb nimmt dein Hund deutlich klarer wahr als Grün oder Rot.

Der 3-Wochen-Aufbauplan für Einsteiger

Woche 1: Dummy wird interessant

Lass den Dummy zunächst drei Tage in der Wohnung liegen, ohne dass dein Hund damit interagieren darf. Das weckt Neugier. Ab Tag 4 nimmst du den Dummy in die Hand und bewegst ihn langsam vor deinem Hund. Sobald er Interesse zeigt, lobst du sofort.

Trainingseinheiten: zweimal täglich, je 5 Minuten. In der ersten Woche ist das für die meisten Hunde bereits genug – mehr führt schnell zur Überforderung.

Woche 2: Erstes Apportieren

Jetzt wirfst du den Dummy zum ersten Mal – aber nur 2 bis 3 Meter weit. Dein Hund soll ihn aufnehmen und zu dir kommen. Falls er den Dummy fallen lässt: keine Aufregung. Geh ruhig hin, nimm den Dummy auf und versuch es erneut.

Das «Aus»-Kommando übst du parallel: Dummy festhalten, «Aus» sagen, kurz warten, dann belohnen, wenn der Hund loslässt. Viele Halter machen hier den Fehler, am Dummy zu ziehen – das führt zu Zerrspielen.

Woche 3: Distanz und Kontrolle

Erhöhe die Wurfweite auf 10 bis 15 Meter. Dein Hund soll jetzt vor dem Loslaufen ein «Such»-Kommando abwarten. Das trainierst du, indem du ihn zunächst absitzen lässt, den Dummy wirfst und erst nach 3 bis 5 Sekunden «Such» sagst.

Warum bleibt mein Hund nicht beim Dummy liegen?

Wenn dein Hund den Dummy bringt, ihn aber nicht abgibt, liegt das meist an zu frühem Druck. Arbeite eine Woche lang nur mit Belohnung für das Bringen – das Abgeben übst du später. Zwinge nie die Schnauze auf, das zerstört das Vertrauen.

Wie oft sollte ich trainieren?

Einsteiger trainieren zweimal täglich je 10 Minuten. Fortgeschrittene kommen mit drei- bis viermal pro Woche à 20 bis 30 Minuten gut aus. Bei Welpen unter 6 Monaten reichen 5-Minuten-Einheiten völlig aus. Ein übermüdeter Hund lernt nichts – ein unterauslasteter auch nicht.

Wann ist Dummytraining ungeeignet?

Bei Hunden mit Gelenkproblemen solltest du vorher den Tierarzt fragen. Sehr ängstliche Hunde benötigen oft monatelange Vertrauensarbeit, bevor sie sich auf Apportieraufgaben einlassen können. Extrem jagdlich motivierte Hunde können durch Dummytraining ausserdem überstimuliert werden.