Wiki · Training & Erziehung

Dummytraining

3 Min Lesezeit
Dummytraining
Inhalt
  1. Was ist Dummytraining?
  2. Die drei Phasen des Dummytrainings
  3. Schritt-für-Schritt Trainingsaufbau

Dummytraining ist eine strukturierte Trainingsform, bei der dein Hund Objekte (Dummies) auf Kommando apportiert – zunächst sichtbar, später verborgen. Im Gegensatz zum normalen Ballspiel ist Dummytraining mentale Kopfarbeit: Der Hund muss Entfernungen einschätzen, sich Positionen merken und blind zu Orten navigieren, an denen er keinen Dummy sieht. Dieses Training stammt aus der Jagdhundeausbildung (ursprünglich für Waterfowl-Retriever).

Was ist Dummytraining?

Dummytraining ist strukturiertes Problem-Lösungs-Training. Der Hund lernt, visuelle und verbale Signale vom Halter zu verstehen und navigiert dann selbstständig zur korrekten Stelle. Retriever-Rassen (Labrador, Golden Retriever, Border Collie) haben den genetischen Auftrag, Beute zu suchen und zu bringen – Dummytraining kanalisiert diesen Instinkt konstruktiv. Besonderheit: Eine Dummy-Trainingseinheit verlangt dem Hund mehr mentale Arbeit ab als eine Stunde Spiel. Der Hund arbeitet konzentriert, nicht reflexiv.

Die drei Phasen des Dummytrainings

Phase 1: Marke (Marking)

Der Hund beobachtet, wie ein oder mehrere Dummies sichtbar geworfen werden. Er folgt der Flugbahn, merkt sich die Landestelle und apportiert auf Kommando. Diese Phase trainiert Aufmerksamkeit und visuelles Gedächtnis. Der Halter positioniert sich so, dass der Hund den Flug sehen kann. Erst wenn der Hund zuverlässig Single Marks ausführt (einen sichtbaren Dummy bringt), geht man zu Double Marks über (zwei Dummies, verschiedene Orte).

Phase 2: Suche (Search / Lost Retrieve)

Der Hund sieht den Dummy-Flug nicht – er war nicht fokussiert. Der Halter wirft, der Hund blickt weg oder wird abgelenkt. Der Hund erhält den Suchbefehl und muss den Dummy durch eigenständiges Suchen finden. Diese Phase trainiert unabhängiges Problemlösen: Der Hund lernt, auch ohne visuellen Input die Aufgabe zu lösen. Such-Retrieves entsprechen der realen Jagd-Situation näher als Marks.

Phase 3: Blind (Blind Retrieve / Einweisen)

Das Dummy liegt an einer Stelle, die der Hund nicht markiert hat und nicht sieht. Der Halter leitet den Hund nur durch Handsignale und Sprachkommandos zu dieser verborgenen Stelle. Das ist die schwierigste Phase und erfordert vollständiges Vertrauen und klare Kommunikation zwischen Hund und Halter. Die Phasen bauen aufeinander auf – zu frühes Springen zu Blinds beschädigt den Trainingsfortschritt.

Schritt-für-Schritt Trainingsaufbau

Woche 1–2: Foundation – Play Retrieve

Der Hund muss verstehen, dass „Apport“ Spass macht. Werfe einen Dummy 3–5 Meter und lobe begeistert, wenn der Hund ihn bringt. Benutze Leckerlis als Belohnung, nicht den Dummy selbst. Das Ziel: Der Hund soll den Dummy aktiv wollen, nicht unfreiwillig holen.

Woche 3–4: Single Marks – Kurz und nah

Werfe einen Dummy nur 5–10 Meter und in einer geraden Linie von dir weg. Der Hund sitzt neben dir, beobachtet den Wurf, bekommt das Kommando „Apport“ und holt. Erhöhe die Distanz langsam auf 20–30 Meter. Trainiere maximal 3–4 Marks pro Trainingstag, damit Qualität nicht in Quantität kippt.

Woche 5–6: Double Marks – Zwei verschiedene Orte

Werfe zwei Dummies nacheinander an verschiedene Stellen (zum Beispiel links und rechts, in 15 Meter Entfernung). Der Hund sitzt bei dir, beobachtet beide Würfe. Dann auf Kommando holen – üblicherweise den zuletzt geworfenen (last fall) zuerst. Manche Halter trainieren einen bestimmten Order. Fehler sind normal; Geduld ist gefragt.

Woche 7–8: Erste Suche (Lost Retrieve)

Der Hund schaut weg, wenn du wirfst. Du sagst „Suchen!“ und der Hund muss den Dummy im ungefähren Bereich finden. Starte mit kurzen Distanzen (10 Meter). Wenn der Hund erfolgreich ist, lass ihn auch das nächste Mal länger suchen. Lost Retrieves frustrieren manche Hunde – halte Erfolgserlebnisse hoch.

Woche 9–12: Blind Vorbereitung und erste Blinds

Beginne damit, dem Hund zu zeigen, wo der Dummy liegt – lauf gemeinsam hin und lass ihn ihn sehen. Dann markierst du den Ort mit einer Hand-Geste und sendest den Hund ohne Dummy „blind“ zu dieser Stelle. Das ist Einweisen im kleinen Format. Echte Blinds (voller Distanz, kein vorheriges Zeigen) trainiert man nur mit kleinen Distanzen und viel Kommunikation.