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Maiglöckchen

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Maiglöckchen Quelle: Pixabay (Foto: Mareefe) · Pixabay Content License
Definition

Maiglöckchen enthalten in allen Pflanzenteilen herzwirksame Glykoside und sind für Hunde giftig – im Frühjahr sind die Blätter zudem leicht mit Bärlauch zu verwechseln.

Inhalt
  1. Maiglöckchen sind für Hunde giftig
  2. Die Verwechslung mit Bärlauch ist das eigentliche Risiko
  3. Warum Maiglöckchen für Hunde giftig sind
  4. Erste Hilfe
  5. Im Garten und in der Vase

Maiglöckchen sind für Hunde giftig

Maiglöckchen enthalten in allen Pflanzenteilen herzwirksame Glykoside und sind für Hunde giftig. Gefährlich ist nicht nur die Pflanze im Garten, sondern auch der Strauss in der Wohnung – abgefallene Blüten und Blätter landen dort, wo der Hund liegt.

Die Verwechslung mit Bärlauch ist das eigentliche Risiko

Von April bis Mai wachsen Maiglöckchen und Bärlauch oft im selben Wald, auf demselben schattigen Boden. Vor der Blüte sehen die Blätter einander sehr ähnlich – und genau dann sammeln Menschen Bärlauch. Wer versehentlich Maiglöckchenblätter mitnimmt und daraus Pesto macht, gefährdet Hund und Familie zugleich.

Drei Merkmale trennen die beiden zuverlässig:

  • Geruch: Ein zerriebenes Bärlauchblatt riecht deutlich nach Knoblauch. Maiglöckchen riecht nach nichts. Wichtig: nach dem ersten Blatt riechen die Finger nach Knoblauch – für jede Probe die Hände abwischen.
  • Wuchs: Bärlauchblätter kommen einzeln aus dem Boden, jedes an seinem eigenen Stiel. Beim Maiglöckchen stehen zwei, seltener drei Blätter zusammen und entspringen einer gemeinsamen Scheide.
  • Blattunterseite: Bärlauch wirkt unterseits eher matt, Maiglöckchen beidseitig glänzend. Das ist das schwächste der drei Merkmale – als alleiniges Ausschlusskriterium taugt es nicht.

Dieselbe Verwechslung droht mit der Herbstzeitlosen, deren Blätter im Frühjahr ebenfalls neben dem Bärlauch stehen – sie ist von den dreien die gefährlichste. Zum Bärlauch selbst: auch er ist für Hunde nicht harmlos.

Für den Hund gilt die einfachere Regel: Im Bärlauchwald nichts fressen lassen. Auch Bärlauch selbst ist für Hunde nicht harmlos.

Warum Maiglöckchen für Hunde giftig sind

Die Pflanze enthält Convallatoxin und verwandte herzwirksame Glykoside. Sie greifen direkt am Herzmuskel an und verändern Schlagfrequenz und Rhythmus. Blätter, Blüten, Beeren und Wurzel tragen den Wirkstoff, auch getrocknet bleibt er erhalten.

Symptome einer Vergiftung

  • Erbrechen und Durchfall, oft innerhalb der ersten Stunden
  • Starker Speichelfluss
  • Auffällig langsamer, zu schneller oder unregelmässiger Herzschlag
  • Schwäche, Taumeln, Zusammenbrechen
  • Blasse Schleimhäute, kalte Pfoten
  • In schweren Fällen Krampfanfälle

Herzsymptome sind von aussen schwer zu erkennen. Ein Hund, der nach dem Fressen von Pflanzenteilen plötzlich matt wird und wackelt, gehört auch ohne Erbrechen untersucht.

Erste Hilfe

  • Pflanzenreste aus dem Maul nehmen und sichern – sie helfen bei der Bestimmung
  • Sofort die Tierarztpraxis anrufen, auch ohne Symptome
  • Kein Erbrechen selbst auslösen – dafür gibt es kein sicheres Hausmittel, und erbrochenes Material kann in die Lunge geraten. In der Praxis ist frühes Erbrechen dagegen oft genau das Richtige
  • Den Hund ruhig halten und tragen statt laufen lassen, wenn er schwach wirkt

Sofort zum Tierarzt, wenn

  • der Hund Pflanzenteile gefressen hat
  • er taumelt, zittert oder zusammensackt
  • der Herzschlag auffällig langsam oder unregelmässig ist
  • die Schleimhäute blass werden

Im Garten und in der Vase

Maiglöckchen im Hundegarten sind ein vermeidbares Risiko – vor allem, weil die Pflanze sich über Ausläufer ausbreitet. Sträusse gehören ausser Reichweite. Vasenwasser schüttet man vorsichtshalber weg, statt es stehen zu lassen: Für Oleander ist belegt, dass der Wirkstoff ins Wasser übergeht, und die gleiche Vorsicht kostet hier nichts.