Bärlauch
Bärlauch selbst ist für Hunde giftig, da er wie alle Allium-Gewächse Schwefelverbindungen enthält, die beim Hund zu Blutarmut und schweren Vergiftungserscheinungen führen können.
Was ist Bärlauch?
Allium ursinum – so der botanische Name – gehört zur Familie der Amaryllisgewächse. Die Pflanze wächst in feuchten Laubwäldern und Auen quer durch Europa und Teile Asiens. Erkennbar an den langen, glänzenden Blättern und dem intensiven Knoblauchgeruch. Zwischen April und Juni erscheinen weisse Blütendolden. Menschen schätzen Bärlauch als Küchenpflanze: roh in Salaten, als Pesto, in Suppen. Für Hunde ist dieselbe Pflanze ein ernstes Risiko.
Warum ist Bärlauch für Hunde gefährlich?
Die Schwefelverbindungen in Bärlauch – darunter Thiosulfate – greifen die roten Blutkörperchen des Hundes an. Sie oxidieren das Hämoglobin, die roten Blutkörperchen werden instabil und zerfallen. Das Ergebnis ist eine hämolytische Anämie. Dieselbe Wirkung zeigen Zwiebeln, Knoblauch und Schnittlauch – allesamt Allium-Gewächse. Bärlauch ist dabei kein harmloses Anhängsel der Familie: Bereits kleine Mengen können bei empfindlichen Tieren Symptome auslösen.
Symptome einer Bärlauch-Vergiftung
Die Beschwerden treten oft mit Verzögerung auf – manchmal erst 24 bis 48 Stunden nach der Aufnahme:
- Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen
- Speichelfluss, Appetitlosigkeit
- Schwäche, Lethargie, Koordinationsprobleme
- Blasse oder gelbliche Schleimhäute (Hinweis auf Anämie)
- Dunkel verfärbter Urin (rötlich-braun durch zerfallene Blutkörperchen)
- Erhöhte Herzfrequenz, beschleunigtes Atmen
Erste Hilfe
Hat der Hund Bärlauch gefressen, sofort handeln:
- Keine abwartende Haltung – auch bei fehlenden Symptomen direkt die Tierarztpraxis anrufen
- Menge und Zeitpunkt der Aufnahme notieren, wenn möglich ein Foto der gefressenen Pflanze mitbringen
- Kein Erbrechen eigenständig herbeiführen – das entscheidet der Tierarzt
Wann sofort zum Tierarzt?
Immer – ohne Ausnahme. Blasse Schleimhäute, dunkler Urin oder Schwäche sind Warnsignale für eine bereits laufende hämolytische Krise. In diesem Stadium zählt jede Stunde. Aus tierärztlicher Sicht gilt: Bei bekannter oder vermuteter Aufnahme von Allium-Gewächsen nie zuwarten, auch wenn der Hund zunächst symptomfrei wirkt.
Bärlauch im Alltag – wo lauert das Risiko?
Im Frühjahr wächst Bärlauch in dichten Teppichen – Waldwege, Bachläufe, Parkanlagen. Hunde fressen die Blätter teils direkt beim Spaziergang. Gefährlich wird es auch zu Hause: Pesto, Kräuterbutter oder Wildkräutersalate aus menschlicher Zubereitung enthalten oft Bärlauch in konzentrierter Form. Die Studienlage ist dünn – hier zählt die Beobachtung – doch aus dem Praxisalltag berichten Tierärzte, dass die Vergiftungsfälle im Frühjahr spürbar zunehmen. Bärlauch gehört nicht in die Nähe des Hundes, weder frisch noch verarbeitet.