Subcutis (Unterhaut)
Bild: Wikimedia Commons – Wikimedia Commons von Original by Kilbad. Derivative by Mikael Häggström · CC0 Die Subcutis, auch Unterhaut genannt, ist die unterste Schicht der Hundehaut und verbindet die darüberliegende Haut mit dem darunterliegenden Gewebe.
Inhalt
Die Subcutis liegt unterhalb der Dermis und besteht vor allem aus lockerem Bindegewebe und unterschiedlich viel Fettgewebe. Sie verbindet die Haut mit den tieferliegenden Strukturen und ermöglicht ihr, sich gegenüber diesen zu verschieben. Gleichzeitig übernimmt die Unterhaut wichtige Aufgaben bei der Wärmedämmung, der Energiespeicherung und der mechanischen Polsterung.
Aufbau der Subcutis
Die Subcutis besteht aus lockerem Bindegewebe, Fettgewebe und den darin verlaufenden Blutgefässen und Nerven.
Ihre genaue Zusammensetzung und Dicke unterscheiden sich je nach Körperregion, Rasse und individuellem Körperbau.
Beim Hund wird die Subcutis teilweise in eine stärker fettgewebige und eine stärker bindegewebige Schicht unterteilt. Die Übergänge sind dabei nicht überall scharf voneinander abgegrenzt.
Zur Unterhaut gehört ausserdem der Panniculus carnosus, ein unter der Haut liegender Muskel, der bei Hunden als sogenannter Hautmuskel oder «Twitch-Muscle» bezeichnet wird. Er ermöglicht unter anderem bestimmte Hautbewegungen.
Funktionen der Subcutis
Die Unterhaut erfüllt mehrere wichtige Funktionen:
Wärmedämmung: Das Fettgewebe der Subcutis wirkt als isolierende Schicht und hilft dabei, Wärme im Körper zu halten. Wie gut ein Hund gegen Kälte geschützt ist, hängt allerdings auch stark von seinem Haarkleid und weiteren Faktoren ab.
Energiespeicher: Fettgewebe speichert Energie in Form von Fett. Die Menge des Unterhautfettgewebes hängt unter anderem vom Ernährungszustand und der individuellen Körperbeschaffenheit ab.
Polsterung: Die Subcutis kann darunterliegende Strukturen vor mechanischen Belastungen schützen. Das Fettgewebe wirkt dabei teilweise als Stossdämpfer.
Beweglichkeit der Haut: Das lockere Bindegewebe ermöglicht, dass sich die Haut gegenüber den tieferliegenden Strukturen verschieben kann. Diese Beweglichkeit ist für die normale Bewegung des Körpers und auch für bestimmte chirurgische Verfahren relevant.
Versorgung und Leitungsbahnen: In der Subcutis verlaufen Blutgefässe, Nerven und Lymphgefässe. Sie stehen mit den Gefäss- und Nervennetzen der darüberliegenden Haut und den tieferen Geweben in Verbindung.
Subcutis und Körpergewicht
Die Menge des Unterhautfettgewebes verändert sich mit dem Ernährungs- und Körperzustand eines Hundes. Die Subcutis ist deshalb auch an der Beurteilung der Körperkondition beteiligt.
Bei einem gesunden Hund sollte die Haut jedoch nicht einfach anhand ihrer Verschiebbarkeit oder Dicke als «zu viel» oder «zu wenig» Fett beurteilt werden. Für die Einschätzung des Ernährungszustands werden mehrere Körperregionen und Merkmale berücksichtigt, insbesondere die tastbaren Rippen, die Taille und die Bauchlinie.
Die Subcutis erfüllt dabei weit mehr als eine reine Speicherfunktion. Sie ist ein funktioneller Bestandteil des Haut- und Unterhautgewebes und steht mit Blutgefässen, Nerven, Bindegewebe und tieferen Strukturen in Verbindung.
Welche Erkrankungen können die Subcutis betreffen?
Da die Subcutis Fett- und Bindegewebe enthält, können auch hier Entzündungen, Infektionen und andere Gewebeveränderungen auftreten. Manche Erkrankungen betreffen gleichzeitig Dermis und Subcutis.
Tiefe Hautinfektionen: Eine tiefe Pyodermie kann sich bis in die Subcutis ausbreiten. Neben Rötung und Schwellung können dabei schmerzhafte Knoten, Pusteln, nässende Stellen, Fistelgänge oder Geschwüre entstehen.
Pannikulitis: Bei einer Pannikulitis handelt es sich um eine Entzündung des Unterhautfettgewebes. Sie kann unterschiedliche Ursachen haben und beispielsweise mit Knoten, Schwellungen oder Hautveränderungen einhergehen.
Serome: Nach Verletzungen oder Operationen kann sich Flüssigkeit im Gewebe unter der Haut ansammeln. Eine solche Ansammlung wird als Serom bezeichnet. Sie kann als weiche oder schwappende Schwellung unter der Haut auffallen.
Fettgewebstumoren: Im Unterhautfettgewebe können unter anderem Lipome entstehen. Diese gutartigen Tumoren bestehen aus Fettzellen und treten bei Hunden relativ häufig auf. Auch andere Tumoren können jedoch wie ein zunächst harmloser Knoten erscheinen. Deshalb sollte ein neu entdeckter oder sich verändernder Knoten immer tierärztlich beurteilt werden.
Woran erkenne ich mögliche Probleme der Subcutis?
Veränderungen der Unterhaut können sich beispielsweise als Knoten, Schwellungen, Verdickungen, Flüssigkeitsansammlungen oder schmerzhafte Bereiche bemerkbar machen.
Manche Veränderungen sind weich und verschieblich, andere fühlen sich fest an oder sind mit der Umgebung verbunden.
Vom äusseren Erscheinungsbild lässt sich jedoch nicht zuverlässig ableiten, um welche Veränderung es sich handelt. Das gilt auch für scheinbar harmlose Fettknoten.
Ein neu aufgetretener, wachsender, verhärteter oder schmerzhafter Knoten sollte deshalb grundsätzlich immer tierärztlich untersucht werden.
Zur weiteren Abklärung können je nach Befund beispielsweise eine Feinnadelaspiration, eine zytologische Untersuchung oder eine Gewebeprobe erforderlich sein.
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