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Entzündete Analdrüsen

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Entzündete Analdrüsen
Definition

Entzündete Analdrüsen sind verstopfte und gereizte Duftdrüsen neben dem After des Hundes, die sich durch Sekretstau entzünden und typischerweise Schlittenfahren und intensives Lecken verursachen.

Inhalt
  1. Wie erkenne ich entzündete Analdrüsen bei meinem Hund?
  2. Was passiert bei einer Analdrüsenentzündung?
  3. Welche Hunde bekommen häufiger Analdrüsenprobleme?
  4. Wie behandelt der Tierarzt entzündete Analdrüsen?
  5. Kann ich die Analdrüsen selbst ausdrücken?
  6. Wann muss ich sofort zum Tierarzt?

Wie erkenne ich entzündete Analdrüsen bei meinem Hund?

Das klassische „Schlittenfahren“ ist das bekannteste Anzeichen – dein Hund rutscht mit dem Po über den Boden. Daneben existieren subtilere Hinweise, die früher auftreten: Übermässiges Lecken am After, Jagen der eigenen Rute oder Unruhe beim Hinsetzen zeigen bereits eine Reizung an.

Bei fortgeschrittener Entzündung riechst du oft einen fischig-fauligen Geruch, auch wenn kein sichtbares Sekret austritt. Manche Hunde zeigen Schmerzen beim Kotabsatz oder weigern sich ganz zu koten – das ist ein Alarmsignal, das sofortigen Tierarztbesuch verlangt.

Was passiert bei einer Analdrüsenentzündung?

Die beiden erbsengrossen Drüsen neben dem After produzieren ein Sekret zur Duftmarkierung, das normalerweise beim Kotabsatz ausgepresst wird. Verstopft der Ausführungsgang, staut sich das Sekret, die Drüsen schwellen an und entzünden sich.

Anders als oft behauptet liegt die Ursache selten in mangelnder Hygiene. Meist ist der Kot zu weich oder zu hart, um die Drüsen effektiv zu entleeren. Stress kann die Sekretproduktion ebenfalls beeinflussen – Hunde mit Angstzuständen entwickeln häufiger Analdrüsenprobleme.

Welche Hunde bekommen häufiger Analdrüsenprobleme?

Kleine Hunderassen unter 15 kg sind deutlich häufiger betroffen, besonders Dackel, Cocker Spaniel und Chihuahuas. Bei ihnen ist der Durchmesser der Ausführungsgänge oft zu eng für eine vollständige Entleerung.

Übergewichtige Hunde tragen ebenfalls ein erhöhtes Risiko, weil Fettablagerungen die Drüsen zusammenpressen können. Hunde mit chronischen Verdauungsproblemen oder Allergien entwickeln häufiger wiederkehrende Entzündungen.

Wie behandelt der Tierarzt entzündete Analdrüsen?

Das Ausdrücken der Drüsen erfolgt rektal mit Daumen und Zeigefinger – ein unangenehmer, aber notwendiger Eingriff. Bei akuter Entzündung spült der Tierarzt die Drüsen zusätzlich mit antibiotischer oder entzündungshemmender Lösung.

Das einfache Ausdrücken kostet rund 20 bis 40 Franken, mit Spülung und Medikamenten sind es 60 bis 120 Franken. Antibiotika werden nur bei Fieber oder eitrigem Sekret verschrieben – nicht routinemässig bei jeder Entzündung.

Kann ich die Analdrüsen selbst ausdrücken?

Theoretisch ja, praktisch solltest du es lassen. Die äussere Ausdrucktechnik (von aussen durch die Haut) ist weniger effektiv und kann bei falscher Anwendung die Entzündung verschlimmern. Als Laie übersiehst du ausserdem leicht Anzeichen für eine schwere Entzündung, die eine antibiotische Behandlung benötigt.

Wenn dein Hund häufig Probleme hat, zeigt dir der Tierarzt gerne die richtige Technik. Aber auch dann sollte die erste Behandlung einer akuten Entzündung immer professionell erfolgen.

Wann muss ich sofort zum Tierarzt?

Bei Fieber, eitrigem oder blutigem Sekret ist Eile geboten – hier droht ein Abszess. Auch wenn dein Hund seit mehr als 24 Stunden nicht mehr koten kann oder sichtbare Schwellungen am After zeigt, solltest du noch am selben Tag einen Tierarzt aufsuchen.

Ein einfaches Schlittenfahren ohne weitere Symptome kann dagegen bis zum nächsten Werktag warten – quälende Schmerzen oder Verweigerung des Fressens sind es nicht.