Haltung & Alltag

Littering, es ist oder wird zu deiner Scheisse

Hundekot gehört nicht in die Natur – er enthält Krankheitserreger, die monatelang überleben und andere Hunde, Wildtiere und Menschen gefährden können.

4 Min Lesezeit
Littering, es ist oder wird zu deiner Scheisse
Inhalt
  1. Warum ist Hundekot in der Natur so problematisch?
  2. Was kostet es, wenn du Hundekot nicht aufsammelst?
  3. Welcher Kotbeutel ist der richtige?
  4. Wo gehört der gefüllte Kotbeutel hin?
  5. Was machst du, wenn andere Halter nicht aufsammeln?
  6. Ausnahmen von der Aufsammel-Pflicht

Du kennst die Situation: Ein Spaziergang im Park wird zum Slalomlauf zwischen Hundehaufen. Oder schlimmer, du trittst hinein, weil jemand die Hinterlassenschaften seines Hundes einfach liegen liess. Hundekot-Littering ist das häufigste Problem bei Hundespaziergängen und betrifft jeden Hundehalter direkt.

Warum ist Hundekot in der Natur so problematisch?

Hundekot enthält Parasiten und Krankheitserreger, die monatelang überleben können. Giardia-Zysten bleiben bis zu drei Monate infektiös, Spulwurm-Eier sogar jahrelang im Boden. Sie übertragen sich auf andere Hunde, Wildtiere und Menschen.

Besonders Kinder sind gefährdet. Sie spielen am Boden, greifen alles an und stecken die Hände in den Mund. Toxocara canis, der Hundespulwurm, verursacht beim Menschen die Toxocariasis, eine Erkrankung, die im schlimmsten Fall zu Sehstörungen führt.

Ein Gramm Hundekot kann 23 Millionen Kolibakterien enthalten. Regnet es, spült das Bakterien in Gewässer und Grundwasser. In den USA werden Hundehinterlassenschaften in manchen Studien als eine der häufigsten Quellen der Gewässerverschmutzung genannt.

Was kostet es, wenn du Hundekot nicht aufsammelst?

Die Bussgelder variieren stark zwischen den Gemeinden. In Deutschland zahlst du zwischen 10 und 150 Euro, wenn dein Hund sein Geschäft unaufgeräumt hinterlässt. München verlangt 80 Euro, Berlin bis zu 55 Euro.

In Österreich kostet es in Wien bis zu 50 Euro, in anderen Bundesländern oft weniger. Die Schweiz schlägt mit 40 bis 200 Franken zu Buche, je nach Kanton.

Kontrolliert wird mehr als früher. Viele Gemeinden haben spezielle Teams für Parkanlagen und Hundezonen eingesetzt.

Welcher Kotbeutel ist der richtige?

Klassische Plastikbeutel funktionieren, benötigen aber 400 Jahre zum Verrotten. Kompostierbare Alternativen aus Maisstärke oder PLA zersetzen sich unter industriellen Bedingungen in 12 Wochen, im heimischen Kompost dauert es deutlich länger.

Papiertüten reissen schnell, besonders bei weichem Kot. Zeitungspapier ist wasserdicht genug und kostet nichts, manche Hundehalter schwören darauf.

Aus der Praxis: Ein stabiler Beutel, den du gut zuknoten kannst, ist wichtiger als das Material. Lieber einen Plastikbeutel benutzen als gar keinen.

Wo gehört der gefüllte Kotbeutel hin?

In den Restmüll, nicht in den Biomüll. Auch kompostierbare Beutel gehören dort hin, Kompostieranlagen sortieren sie meist als Störstoff aus.

Spezielle Hundekot-Container existieren in vielen Parks. Sie werden häufiger geleert als normale Mülleimer und reduzieren Gerüche. Falls keiner da ist: jeder öffentliche Mülleimer nimmt Kotbeutel.

Zuhause kannst du eine separate Tonne nutzen oder kleine Mengen über die Toilette entsorgen, den Beutel dabei aber immer abnehmen.

Was machst du, wenn andere Halter nicht aufsammeln?

Direkte Ansprache funktioniert oft. Die meisten Hundehalter haben einfach vergessen, Beutel mitzunehmen. Biete einen deiner Beutel an, das wirkt weniger vorwurfsvoll als ein Hinweis auf die Pflicht.

Bei wiederholten Verstössen in derselben Gegend kannst du das Ordnungsamt informieren. Viele Städte haben WhatsApp-Nummern oder Apps für solche Meldungen.

Sammle niemals fremden Hundekot auf, das Infektionsrisiko ist zu hoch. Markiere die Stelle mental und wähle beim nächsten Spaziergang eine andere Route.

Ausnahmen von der Aufsammel-Pflicht

In landwirtschaftlich genutzten Gebieten, auf Feldern und Wiesen, ist Hundekot oft geduldet, aber nicht erwünscht. Landwirte ärgern sich über Parasiten im Tierfutter und Bakterien, die Nutztiere krank machen können.

Im tiefen Wald abseits der Wege sehen es manche Gemeinden lockerer. Das gilt aber nur für naturbelassene Gebiete, nicht für Wanderwege oder Erholungsgebiete.

Wenn andere Menschen den Bereich nutzen, sammelst du auf. Im Zweifel immer aufsammeln, dann liegst du nie falsch.

Kann kranker Hundekot andere Hunde anstecken?

Ja, besonders bei Durchfall oder Wurmbefall ist das Ansteckungsrisiko hoch. Giardia und Spulwürmer übertragen sich durch Kotaufnahme oder das Beschnüffeln kontaminierter Stellen.

Wie lange bleiben Krankheitserreger im Hundekot aktiv?

Giardia-Zysten überleben bis zu drei Monate in feuchter Umgebung. Spulwurm-Eier sind extrem widerstandsfähig und bleiben jahrelang infektiös. Kolibakterien sterben meist nach wenigen Wochen ab.

Darf Hundekot in den Biomüll?

Nein, auch nicht in kompostierbaren Beuteln. Die meisten Kompostieranlagen erreichen nicht die nötigen 70 Grad, um alle Krankheitserreger abzutöten. Hundekot gehört immer in den Restmüll.

Was passiert, wenn mein Hund Kot von anderen Hunden frisst?

Koprophagie ist eklig, aber meist harmlos. Das Risiko für Parasiten steigt aber deutlich. Halte deinen Hund davon ab und lass bei wiederholtem Kotfressen eine Kotprobe beim Tierarzt untersuchen.

Muss ich auch flüssigen Durchfall aufsammeln?

Ja, so weit wie möglich. Bei flüssigem Durchfall geht es mehr ums Markieren der Stelle und das Vermeiden durch andere. Streue etwas Sand oder Erde darüber, wenn vorhanden.