infektiös
Infektiös bedeutet, dass ein Erreger eine Infektion auslösen kann.
Inhalt
Infektiös bedeutet, dass ein Erreger eine Infektion auslösen kann. Ein infektiöser Erreger – Virus, Bakterium, Pilz oder Parasit – dringt in den Körper ein und vermehrt sich dort. Das ist aber noch nicht dasselbe wie ansteckend.
Was ist der Unterschied zwischen infektiös und ansteckend?
Jede ansteckende Krankheit ist infektiös – aber nicht umgekehrt. Ein Hund kann sich mit einem infektiösen Erreger aus der Umwelt anstecken, ohne dass ein anderer Hund beteiligt war. Leptospirose-Bakterien etwa überleben in Pfützen und Teichen. Dein Hund trinkt daraus und erkrankt – die Krankheit ist infektiös, aber er steckt andere Hunde nicht direkt an.
Ansteckend wird eine Krankheit erst, wenn sie von Hund zu Hund übertragbar ist. Zwingerhusten springt über Tröpfchen von einem infizierten Hund zum nächsten. Parvovirose verbreitet sich über winzige Kotpartikel an den Pfoten.
Welche Krankheiten sind besonders ansteckend?
Zwingerhusten ist der Klassiker in Hundepensionen. Ein hustender Hund kann binnen Stunden eine ganze Gruppe anstecken. Die Erreger Bordetella bronchiseptica und das Parainfluenzavirus fliegen beim Bellen meterweit durch die Luft.
Das Parvovirus überlebt monatelang auf Oberflächen und überträgt sich schon durch winzige Kotmengen an den Schuhen. Ungeimpfte Welpen können binnen Tagen sterben. Staupe (Canines Staupevirus) ist ebenfalls hochansteckend und kann neurologische Schäden verursachen.
Leptospirose macht dagegen seltener Hund-zu-Hund-Sprünge. Die Bakterien gelangen meist über kontaminiertes Wasser in den Körper. Trotzdem können infizierte Hunde andere über ihren Urin anstecken – und auch den Menschen.
Wie verbreiten sich infektiöse Krankheiten?
Die meisten Atemwegserkrankungen springen über die Luft. Ein infizierter Hund hustet, und andere atmen die Erreger ein. Bei direktem Nasenkontakt oder gemeinsamem Spielzeug geht es noch schneller.
Der fäkal-orale Weg funktioniert über Kotpartikel. Das Parvovirus ist hier perfektioniert – es haftet an allem und übersteht Frost wie Hitze. Schnüffelt dein Hund an einer Stelle, wo vor Wochen ein infizierter Hund gekotet hat, kann das reichen.
Zecken und Mücken transportieren andere Erreger. Die Herzwurmlarve reist per Mückenstich, Borrelien per Zeckenbiss. Hier ist nicht der Hund ansteckend, sondern das Insekt trägt den Erreger weiter.
Kann man infektiöse Krankheiten verhindern?
Impfungen schützen vor den gefährlichsten Erregern. Die Grundimmunisierung deckt Parvovirose, Staupe, Hepatitis und Tollwut ab. Zwingerhusten und Leptospirose kommen oft dazu.
Bei hochansteckenden Krankheiten hilft Abstand. Meide Hundeansammlungen, wenn in der Region Parvovirose oder Staupe kursiert. Wasche nach dem Spaziergang die Hände und wechsle die Schuhe, bevor du zu Hause den Welpen begrüßt.
Zecken- und Flohschutz reduziert vektorübertragene Infektionen. Ein kranker Hund gehört isoliert, bis er nicht mehr ansteckend ist – bei Zwingerhusten sind das meist ein bis zwei Wochen nach Symptombeginn.
Mehr aus dem Wiki
Alle Wiki-Einträge →Giftnotruf für Hunde, DACH-Übersicht
Was tun bei Verdacht auf Vergiftung beim Hund: Sofortmaßnahmen, was du nicht tun solltest, Notfall-Nummern für …
Pflege
Wie erkenne ich, ob ein Welpe gesund ist?
Ein gesunder Welpe zeigt spezifische körperliche und verhaltensbasierte Merkmale, die du systematisch überprüfen kannst, bevor ein …