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Spulwürmer

3 Min Lesezeit
Spulwürmer Bild: Wikimedia Commons – Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
Definition

Spulwürmer (Toxocara canis) sind rundliche Darmparasiten, deren Weibchen bis zu 18 Zentimeter lang werden und die bei Welpen infizierter Hündinnen meist schon vor der Geburt über die Plazenta übertragen werden.

Inhalt
  1. Wie übertragen sich Spulwürmer auf Hunde?
  2. Welche Symptome zeigen Hunde mit Spulwurmbefall?
  3. Wie wird ein Spulwurmbefall diagnostiziert?
  4. Welche Wurmkuren wirken gegen Spulwürmer?
  5. Können Spulwürmer auf Menschen übertragen werden?

Spulwürmer (Toxocara canis) sind rundliche Darmparasiten; die Weibchen werden bis zu 18 Zentimeter lang, die Männchen etwa 10. Trägt die Mutterhündin ruhende Larven im Gewebe, können bis zu 100 Prozent ihrer Welpen schon im Mutterleib infiziert werden – ab etwa dem 42. Trächtigkeitstag wandern die Larven über die Plazenta in die Feten.

Diese Zahlen zeigen: Ein Spulwurmbefall ist bei jungen Hunden fast unvermeidlich. Erwachsene Hunde infizieren sich seltener neu, können aber jahrelang Zysten in der Muskulatur tragen.

Wie übertragen sich Spulwürmer auf Hunde?

Welpen infizieren sich bereits im Mutterleib über die Plazenta oder später durch die Muttermilch. Der Weg über die Gebärmutter ist dabei mit Abstand der wichtigere: In einem Versuch erreichten 98,5 Prozent der Larven die Welpen vor der Geburt und nur 1,5 Prozent über die Milch. Bei erwachsenen Hunden erfolgt die Ansteckung durch das Fressen von Eiern aus dem Kot anderer Tiere oder durch Beutetiere wie Mäuse.

Die Eier brauchen 2-4 Wochen in der Umwelt, um infektiös zu werden. In feuchter Erde überleben sie jahrelang – ein Grund, warum Hundespielplätze oft Infektionsquellen sind.

Welche Symptome zeigen Hunde mit Spulwurmbefall?

Ein typischer Welpe mit schwerem Spulwurmbefall hat einen aufgetriebenen „Wurmbauch“ bei gleichzeitig sichtbaren Rippen. Erwachsene Würmer werden manchmal erbrochen oder sind im Kot sichtbar.

Weitere Anzeichen: schleimiger Durchfall, stumpfes Fell, Wachstumsstörungen bei Welpen. Husten kann auftreten, wenn Larven durch die Lunge wandern. Ein massiver Befall kann zu Darmverschluss führen.

Wie wird ein Spulwurmbefall diagnostiziert?

Tierärzte suchen unter dem Mikroskop nach ovalen, dickschaligen Eiern in einer Kotprobe. Eine einzelne negative Probe schliesst einen Befall nicht aus: In den ersten Wochen nach der Ansteckung sind die Würmer noch nicht geschlechtsreif und scheiden gar keine Eier aus, und bei schwachem Befall liegt die Eizahl unter der Nachweisgrenze.

Deshalb sammeln viele Tierärzte Kotproben von drei aufeinanderfolgenden Tagen. Bei Welpen wird oft vorsorglich entwurmt, ohne vorherige Kotuntersuchung.

Welche Wurmkuren wirken gegen Spulwürmer?

Bewährte Wirkstoffe sind Fenbendazol, Pyrantel oder Milbemycin. Die Behandlung erfolgt als Tablette, Paste oder Spot-on. Statt pauschal nachzubehandeln, lässt sich der Erfolg rund zwei bis drei Wochen nach der Kur durch eine Kotuntersuchung prüfen – und nur bei Bedarf wiederholen.

Welpen werden ab der 2. Lebenswoche alle 14 Tage entwurmt – bis zwei Wochen nach dem Absetzen. Je nach Infektionsrisiko folgt danach eine monatliche Behandlung bis zum 6. Lebensmonat. Für erwachsene Hunde empfiehlt ESCCAP mindestens vier Entwurmungen pro Jahr; ein bis drei Behandlungen jährlich bieten nachweislich keinen ausreichenden Schutz. Bei engem Zusammenleben mit kleinen Kindern sind bis zu zwölf Behandlungen angezeigt.

Können Spulwürmer auf Menschen übertragen werden?

Ja, Toxocara canis kann Menschen befallen und das Krankheitsbild „Toxocariasis“ auslösen. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, die mit kontaminierter Erde spielen.

Beim Menschen wandern die Larven durch Organe und Gewebe. Meist verläuft das mild und bleibt unerkannt; erreichen die Larven aber Auge, Nervenbahnen oder Gehirn, kann das ernsthafte Folgen haben. Gefährdet sind vor allem Kleinkinder, die im Sand oder in der Erde spielen. In mitteleuropäischen Städten fanden sich in 38 Prozent der Sandproben von Kinderspielplätzen Hundespulwurm-Eier. Frischer Hundekot ist dabei noch nicht ansteckend: Die Eier brauchen mindestens zwei Wochen in der Umwelt. Genau deshalb wirkt tägliches Aufsammeln so gut. (Die bekannte Empfehlung, dass Schwangere das Katzenklo meiden sollen, betrifft nicht Spulwürmer, sondern die Toxoplasmose.)