Wiki · Gesundheit & Pflege

Giardia

1 Min Lesezeit
Giardia
Definition

Giardia ist ein einzelliger Darmparasit, der bei Hunden hartnäckigen, oft gelblichen Durchfall verursacht und sich durch extreme Widerstandsfähigkeit seiner Zysten auszeichnet.

Inhalt
  1. Warum ist Giardia so hartnäckig?
  2. Wie erkennt man Giardia-Durchfall?
  3. Womit wird Giardia verwechselt?
  4. Wie läuft die Behandlung konkret ab?
  5. Wo steckt sich der Hund an?

Giardia ist ein einzelliger Darmparasit, der bei Hunden hartnäckigen, oft gelblichen Durchfall verursacht. Seine Zysten sind aussergewöhnlich widerstandsfähig.

Warum ist Giardia so hartnäckig?

Die Zysten überleben wochenlang in feuchter Umgebung – auch bei Minusgraden. Normale Haushaltsreiniger töten sie nicht ab. Das macht Giardia zu einem der lästigsten Hundeparasiten in Deutschland.

Wie erkennt man Giardia-Durchfall?

Giardia-Kot riecht penetrant süsslich-faulig und weist oft eine gelbliche bis grünliche Färbung mit schleimiger Konsistenz auf. Anders als bei bakteriellem Durchfall ist meist kein Blut sichtbar. Der Durchfall kommt in Schüben – mal besser, mal schlechter.

Weitere mögliche Anzeichen:

  • Gewichtsverlust trotz normaler Futteraufnahme
  • Blähungen mit übel riechendem Gasabgang
  • Unruhe nach dem Fressen
  • Müdigkeit bei sonst aktiven Hunden

Womit wird Giardia verwechselt?

Futterunverträglichkeiten verursachen ähnlichen Durchfall – aber ohne den typischen Geruch. Bakterielle Infekte führen eher zu blutigem Kot. Stress-Durchfall bessert sich nach wenigen Tagen von selbst.

Ein sicherer Nachweis gelingt nur über drei Kotproben an aufeinanderfolgenden Tagen. Eine einzelne Probe übersieht Giardia in einem erheblichen Anteil der Fälle.

Wie läuft die Behandlung konkret ab?

Die Standardbehandlung erfolgt mit Metronidazol über 5–7 Tage oder Fenbendazol über 3–5 Tage. Bei hartnäckigen Fällen kombinieren Tierärzte beide Wirkstoffe oder setzen Ronidazol ein.

Parallel zur Medikation ist eine Umgebungsdesinfektion notwendig: kochendes Wasser oder speziell Giardia-wirksame Desinfektionsmittel. Ein Dampfreiniger ab 60 °C tötet die Zysten ebenfalls ab.

Wo steckt sich der Hund an?

Pfützen und stehende Gewässer sind die Hauptquellen – besonders nach Regenfällen. Auch eingetrockneter Hundekot anderer Tiere sowie kontaminierte Futter- und Wassernäpfe in der Gruppenhaltung stellen ein Ansteckungsrisiko dar.

Ein infizierter Hund scheidet bis zu 14 Tage nach erfolgreicher Behandlung noch ansteckende Zysten aus.