Gesundheit & Pflege

Häufige Welpenkrankheiten: Präventionsstrategien für Hundehalter

CHV, Parvovirose und Staupe können bei Welpen lebensbedrohlich verlaufen. Rechtzeitige Impfungen und das Erkennen früher Warnsignale schützen deinen Welpen vor den häufigsten Gesundheitsrisiken.

3 Min Lesezeit
Häufige Welpenkrankheiten: Präventionsstrategien für Hundehalter
Inhalt
  1. Welche Welpenkrankheiten sind besonders gefährlich?
  2. Wann sollte ein Welpe das erste Mal geimpft werden?
  3. Wie erkennt man Wurmbefall bei Welpen?
  4. Warum bekommen Welpen häufiger Blasenentzündungen?
  5. Ist vermehrtes Trinken bei Welpen normal?

Ein acht Wochen alter Welpe wirkt plötzlich schlapp und verweigert das Futter? Bei Welpen kann sich der Gesundheitszustand innerhalb weniger Stunden drastisch verschlechtern. Ihr Immunsystem ist noch nicht vollständig entwickelt – deshalb sind sie besonders anfällig für Infektionen, die bei erwachsenen Hunden harmlos verlaufen würden.

Welche Welpenkrankheiten sind besonders gefährlich?

CHV (Canines Herpesvirus) führt bei Welpen in 80 % der Fälle zum Tod. Das Virus überträgt sich meist von der Mutter auf die Welpen, entweder während der Geburt oder in den ersten Lebenswochen. Symptome zeigen sich oft erst, wenn es bereits zu spät ist.

Parvovirose und Staupe sind weitere lebensbedrohliche Viruserkrankungen. Beide verursachen schweren Durchfall, Erbrechen und Fieber. Der entscheidende Unterschied: Parvovirose befällt hauptsächlich den Darm, während Staupe auch das Nervensystem angreift und zu Krampfanfällen führen kann.

Gegen Parvovirose und Staupe existieren wirksame Impfungen. Gegen CHV kann nur die Mutterhündin geimpft werden.

Wann sollte ein Welpe das erste Mal geimpft werden?

Die erste Grundimmunisierung erfolgt zwischen der 6. und 8. Lebenswoche. Dann folgt die zweite Impfung in der 10. Woche und die dritte zwischen der 12. und 14. Woche. Dieser Drei-Stufen-Plan ist notwendig, weil die mütterlichen Antikörper den Impfschutz zunächst blockieren können.

Viele Halter bringen ihre Welpen zu früh nach draussen. Vollständiger Impfschutz besteht erst eine Woche nach der letzten Grundimmunisierung, also frühestens mit 13 Wochen.

Die Kosten für die Grundimmunisierung liegen zwischen 150 und 250 Euro, je nach Tierarzt und Region.

Wie erkennt man Wurmbefall bei Welpen?

Wurmbefall ist die häufigste Erkrankung bei Welpen – über 85 % sind bereits bei der Geburt infiziert. Die Würmer gelangen über die Plazenta oder die Muttermilch in den Hundekörper.

Typische Anzeichen: aufgeblähter Bauch trotz dünner Beine, glanzloses Fell und manchmal sichtbare weisse Segmente im Kot. Manche Welpen erbrechen sogar ganze Würmer.

Erste Entwurmung erfolgt bereits mit 2 Wochen, dann alle 2 Wochen bis zur 12. Woche. Danach vierteljährlich bis zum ersten Lebensjahr. Würmer entziehen dem Welpen lebenswichtige Nährstoffe in der wichtigsten Wachstumsphase.

Warum bekommen Welpen häufiger Blasenentzündungen?

Welpen haben weniger Fell am Bauch und bewegen sich bodennah – zwei Faktoren, die Unterkühlungen begünstigen. Besonders Hündinnen-Welpen sind betroffen, da ihre Harnröhre kürzer ist als die von Rüden.

Warnsignale: häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen, Blut im Urin oder Jammern beim Urinieren. Bei diesen Symptomen sollte der Welpe innerhalb von 24 Stunden zum Tierarzt.

Vorbeugung funktioniert über warme, trockene Liegeplätze und regelmässiges Säubern der Genitalregion mit einem feuchten Tuch.

Ist vermehrtes Trinken bei Welpen normal?

Ein Welpe trinkt normalerweise 50 bis 100 ml pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Trinkt ein 2 kg schwerer Welpe plötzlich mehr als 200 ml am Tag, kann das auf Diabetes, Nierenprobleme oder eine Vergiftung hindeuten.

Polydipsie (krankhaft vermehrtes Trinken) zeigt sich auch daran, dass der Welpe nachts aufwacht, um zu trinken, oder sogar aus Pfützen säuft.

Die Trinkmenge sollte drei Tage lang dokumentiert und diese Aufzeichnung zum Tierarzt mitgebracht werden – das beschleunigt die Diagnose erheblich.

Ab welchem Alter sind Welpen weniger krankheitsanfällig?

Das Immunsystem von Welpen ist erst ab dem 6. Lebensmonat vollständig ausgereift. Bis dahin bleiben sie anfälliger für Infekte als erwachsene Hunde.

Kann man Welpen vor Giardiose schützen?

Giardiose wird durch Parasiten verursacht, die über verschmutztes Wasser übertragen werden. Eine Impfung dagegen existiert nicht – Schutz bietet nur sauberes Trinkwasser und das Vermeiden von Pfützen beim Spaziergang.

Was kostet eine Notfallbehandlung bei Welpenkrankheiten?

Eine Parvovirose-Behandlung kostet zwischen 800 und 2000 Euro, bei schweren Fällen auch mehr. Deshalb ist eine Krankenversicherung für Welpen sinnvoll – Vorerkrankungen sind meist ausgeschlossen.

Wie erkennt man CHV bei Welpen?

CHV verläuft oft ohne deutliche Symptome, bis der Welpe plötzlich schwächer wird und die Nahrung verweigert. Leider ist dann meist keine Behandlung mehr möglich – deshalb ist die Impfung der Mutterhündin so entscheidend.

Sind selbstgemachte Entwurmungsmittel wirksam?

Hausmittel wie Kürbiskerne oder Knoblauch haben keine wissenschaftlich belegte Wirkung gegen Würmer. Bei Welpen können sie sogar schädlich sein – nur vom Tierarzt verordnete Entwurmungsmittel sollten verwendet werden.