Impfung
Eine Impfung ist die Verabreichung abgetöteter oder abgeschwächter Krankheitserreger, um das Immunsystem des Hundes zur Antikörperbildung anzuregen.
Inhalt
Kurz erklärt: Bei einer Impfung spritzt der Tierarzt abgetötete oder abgeschwächte Krankheitserreger – gerade so viel, dass das Immunsystem des Hundes anfängt, Antikörper zu bilden, ohne wirklich krank zu werden.
Für den Körper des Hundes ist das ein gezieltes Lernprogramm: Er erkennt den Erreger, speichert die Information – und kann beim nächsten echten Kontakt sofort gegensteuern. Funktioniert prinzipiell ähnlich wie beim Menschen, nur dass Hunde eben keine Wahl haben, ob sie mitmachen.
Welche Impfungen sind in Deutschland Pflicht?
Streng genommen ist Tollwut die einzige gesetzlich vorgeschriebene Impfung – allerdings nur dann, wenn du mit dem Hund ins Ausland reist oder in bestimmten Risikogebieten unterwegs bist. Alles andere liegt in deiner Hand, am besten abgestimmt mit dem Tierarzt.
Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) teilt Impfungen in zwei Kategorien: Core und Non-Core. Core heißt: grundsätzlich für jeden Hund empfohlen – egal ob Stadtbewohner oder Landhund.
Core-Impfungen (für alle Hunde)
- Staupe: Das Virus befällt Atemwege, Darm und Nervensystem. Hunde, die eine schwere Staupe überleben, tragen oft bleibende neurologische Schäden davon.
- Parvovirose: Gerade für Welpen extrem gefährlich. Die Krankheit löst blutigen Durchfall aus und kann binnen weniger Stunden zur lebensbedrohlichen Austrocknung führen.
- Leptospirose: Bakterien, die Leber und Nieren angreifen. Die Übertragung passiert oft ganz unspektakulär – eine Pfütze, der Urin eines infizierten Tieres, das reicht.
- Tollwut: Verläuft immer tödlich, ist auf Menschen übertragbar – hier gibt es nichts abzuwägen.
Non-Core-Impfungen (je nach Situation)
- Zwingerhusten: Sinnvoll, wenn der Hund regelmäßig in die Hundeschule geht, in einer Pension landet oder häufig Kontakt zu anderen Hunden hat
- Borreliose: Vor allem in zeckenreichen Regionen relevant – Bayern und Baden-Württemberg zählen dazu
- Leishmaniose: Nur ein Thema, wenn Reisen in den Mittelmeerraum geplant sind
Was kostet die Grundimmunisierung beim Welpen?
Für die komplette Grundimmunisierung eines Welpen solltest du mit 150 bis 250 Euro rechnen. Dazu kommen 50 bis 80 Euro für die Tollwutimpfung.
Warum diese Spanne? Impfstoffhersteller, regionale Preisniveaus und die jeweilige Tierarztpraxis spielen alle eine Rolle. Eine Praxis in München oder Zürich kostet spürbar mehr als eine in einer ländlichen Kleinstadt – das ist keine Überraschung, aber gut zu wissen.
Jährliche Auffrischungen für die Core-Impfungen liegen bei etwa 80 bis 120 Euro. Borreliose und Zwingerhusten schlagen jeweils mit 40 bis 60 Euro extra zu Buche.
Welcher Zeitplan gilt für Welpenimpfungen?
Der frühestmögliche Startpunkt ist die achte Lebenswoche. Vorher macht es wenig Sinn – die mütterlichen Antikörper, die der Welpe durch die Muttermilch bekommt, würden die Impfwirkung schlicht blockieren.
Standard-Impfplan:
- 8 Wochen: Staupe, Parvovirose, Leptospirose
- 12 Wochen: Wiederholung + Tollwut
- 16 Wochen: Abschlussimpfung (nur bei bestimmten Impfstoffen notwendig)
- 15 Monate: Erste Auffrischung
- Danach: alle 1 bis 3 Jahre, je nach Impfstoff
Zwischen zwei Terminen sollten 2 bis 4 Wochen liegen. Einen Termin zu verpassen bedeutet übrigens nicht, dass die ganze Serie von vorne beginnt – dein Tierarzt passt den Plan einfach an.
Wie erkenne ich eine Impfreaktion?
Eine leichte Schwellung an der Einstichstelle und etwas Müdigkeit sind vollkommen normal. Beides legt sich in der Regel nach ein bis zwei Tagen.
Sofort zum Tierarzt, wenn:
- Gesicht oder Hals anschwellen
- Atemnot auftritt oder der Hund ohne erkennbaren Grund stark hechelt
- der Hund innerhalb der ersten Stunden erbricht
- er kollabiert oder das Bewusstsein verliert
Das sind Zeichen einer allergischen Reaktion. Sie tritt meist in den ersten 30 Minuten auf – weshalb viele Tierärzte empfehlen, nach der Impfung noch mindestens 15 Minuten in der Praxis zu bleiben. Klingt nach einer Kleinigkeit, kann aber entscheidend sein.
Schützen Impfungen wirklich vor Ansteckung?
Impfungen senken das Erkrankungsrisiko deutlich – Schätzungen sprechen von 95 bis 99 Prozent. Einen absolut sicheren Schutz garantieren sie nicht. Ein geimpfter Hund kann sich theoretisch noch anstecken, erkrankt dann aber meist deutlich milder oder zeigt gar keine Symptome.
Besonders deutlich wird das bei Parvovirose: Studien zeigen, dass ungeimpfte Welpen eine Sterblichkeitsrate von rund 90 Prozent haben. Bei geimpften Welpen liegt sie unter 5 Prozent. Das ist kein statistisches Detail – das ist der Unterschied, der zählt.
Damit der sogenannte Herdenschutz greift, müssen mindestens 80 Prozent aller Hunde in einer Region geimpft sein. In Deutschland liegt die Impfquote derzeit bei etwa 70 Prozent – noch ein Stück unter dieser Schwelle.
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