Die Geburt der Welpen: Wie du deine Hündin optimal unterstützt
Konkrete Anleitung zur Welpengeburt: Wann du den Tierarzt rufen musst, welche Ausrüstung nötig ist und wie du richtig eingreifst.
Inhalt
Deine Hündin ist trächtig und du fragst dich, ob du während der Geburt helfen musst? Die meisten Hündinnen gebären instinktiv – aber es gibt Situationen, in denen dein Eingreifen überlebenswichtig ist. Ein Welpe, der nach 30 Minuten Presswehen noch nicht geboren wurde, benötigt sofortige tierärztliche Hilfe.
Ab wann muss ich den Tierarzt rufen?
Ruf sofort in der Tierarztpraxis an, wenn:
- Nach 2 Stunden Presswehen kein Welpe geboren wurde
- Zwischen zwei Welpen mehr als 4 Stunden vergehen
- Grünlicher oder übelriechender Ausfluss auftritt
- Die Hündin extrem erschöpft wirkt oder kollabiert
- Ein Welpe teilweise geboren ist, aber seit 10 Minuten nicht weiterkommt
Die Zeitangaben gelten für alle Hunderassen. Bei Bulldoggen oder anderen brachycephalen Rassen ist das Risiko für Kaiserschnitte höher – ruf hier schon bei ersten Anzeichen von Problemen an.
Welche Ausrüstung benötige ich für die Geburt?
Bereite diese Utensilien 5–7 Tage vor dem errechneten Geburtstermin vor:
- 10–15 saubere Handtücher (vorgewaschen, ohne Weichspüler)
- Desinfizierte Schere (in kochendem Wasser 10 Minuten sterilisiert)
- Ungewachste Zahnseide zum Abbinden der Nabelschnur
- Einweghandschuhe (Grösse M oder L)
- Digitales Thermometer
- Telefonnummer der tierärztlichen Notfallpraxis
Die Wurfkiste sollte 1,5-mal so lang sein wie deine Hündin ausgestreckt liegt. Stelle sie 2 Wochen vor dem Termin auf – so gewöhnt sie sich daran.
Wie erkenne ich, dass die Geburt beginnt?
Die Körpertemperatur sinkt 12–24 Stunden vor der Geburt um 1–2 °C ab (normal: 38–39 °C, vor der Geburt: 36–37 °C). Miss zweimal täglich ab dem 58. Trächtigkeitstag.
Weitere Anzeichen der beginnenden Geburt:
- Unruhe und Nestbauverhalten
- Verweigerung des Futters 8–12 Stunden vorher
- Verstärktes Hecheln
- Häufiges Umdrehen und Lecken der Flanken
Die erste Phase dauert 6–12 Stunden. Erst wenn echte Presswehen beginnen – erkennbar an sichtbarer Anspannung der Bauchmuskulatur –, startet die aktive Geburtsphase.
Wann muss ich bei der Geburt eingreifen?
Greife nur in den folgenden Situationen ein:
Fruchtblase entfernen: Wird ein Welpe mit intakter Fruchtblase geboren und öffnet die Mutter sie nicht binnen 30 Sekunden, reisst du sie vorsichtig am Kopf des Welpen auf.
Nabelschnur durchtrennen: Normalerweise beisst die Mutter die Nabelschnur durch. Tut sie es nach 2–3 Minuten nicht, bindest du die Nabelschnur 2–3 cm vom Welpen entfernt mit Zahnseide ab und trennst sie dann mit der Schere durch.
Atemwege freihalten: Einen Welpen, der nicht sofort atmet, hältst du kopfüber und schüttelst ihn vorsichtig. Mit einem Handtuch reibst du Maul und Nase ab.
Ansonsten gilt: beobachten, aber nicht stören. Deine Anwesenheit beruhigt die Hündin – ständiges Eingreifen stresst sie.
Wie füttere ich die Hündin nach der Geburt?
Ab dem ersten Tag nach der Geburt benötigt eine säugende Hündin 2–3-mal mehr Futter als normal. Bei 4 Welpen sind das etwa 150 % der normalen Futtermenge, bei 8 Welpen bis zu 300 %.
Verteile die Futtermenge auf 3–4 Mahlzeiten täglich. Hochwertiges Welpenfutter eignet sich besser als normales Adultfutter – der Energiegehalt ist höher.
Frisches Wasser muss permanent verfügbar sein. Eine säugende Hündin trinkt 2–3-mal mehr als sonst.
Sollte ich die Welpen sofort anfassen?
Nein, ausser es ist medizinisch notwendig. Die ersten 48 Stunden sind kritisch für die Bindung zwischen Mutter und Welpen.
Wie lange dauert eine normale Geburt?
Zwischen dem ersten und letzten Welpen vergehen meist 2–6 Stunden. Pausen zwischen den Welpen von 30 Minuten bis 2 Stunden sind normal.
Was passiert mit der Nachgeburt?
Jeder Welpe hat eine Nachgeburt, die meist 5–15 Minuten nach dem Welpen ausgestossen wird. Die Hündin frisst sie normalerweise – das ist natürlich und liefert Nährstoffe.