Gesundheit & Pflege

Häufige Hundekrankheiten: Der Abszess

Abszesse beim Hund erkennst du an warmen, schmerzhaften Schwellungen mit weicher Konsistenz. Kleine Abszesse kannst du mit warmen Kompressen unterstützen – größere gehören zum Tierarzt.

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Häufige Hundekrankheiten: Der Abszess
Inhalt
  1. Wie erkenne ich einen Abszess bei meinem Hund?
  2. Was löst Abszesse bei Hunden aus?
  3. Kann ich einen Abszess selbst behandeln?
  4. Wie läuft die Behandlung beim Tierarzt ab?
  5. Können Abszesse wieder auftreten?

Dein Hund hat eine warme, schmerzhafte Schwellung – und du fragst dich, ob das ein Abszess ist. Diese eitergefüllten Kapseln entstehen meist nach Beißereien oder wenn Fremdkörper wie Grannen unter die Haut gelangen. Während oberflächliche Abszesse oft gut sichtbar sind, verstecken sich tieferliegende manchmal wochenlang.

Wie erkenne ich einen Abszess bei meinem Hund?

Ein Abszess fühlt sich warm an und schmerzt bei Berührung. Die Stelle schwillt innerhalb von 24-48 Stunden deutlich an. Wenn dein Hund eine Körperregion plötzlich nicht mehr berühren lässt oder beim Laufen schont, kann ein tiefliegender Abszess dahinterstecken.

Das verräterischste Zeichen: Die Schwellung hat eine weiche, „schwabbelige“ Konsistenz – anders als harte Beulen durch Tumore oder Blutergüsse. Manche Abszesse brechen von selbst auf und entleeren gelb-grünlichen Eiter mit unangenehmem Geruch.

Was löst Abszesse bei Hunden aus?

Bisswunden sind die häufigste Ursache – besonders an Kopf, Hals und Beinen. Dabei gelangen Bakterien aus dem Maul des anderen Tiers tief ins Gewebe. Die Wunde schließt sich oberflächlich, während sich darunter Eiter ansammelt.

Grannen von Gräsern bohren sich durch die Haut und wandern im Gewebe weiter. Diese „Wanderabszesse“ können an völlig anderen Stellen aufbrechen als dort, wo die Granne eingedrungen ist. Verstopfte Haarfollikel und eingewachsene Haare verursachen kleinere Abszesse, besonders bei Rassen mit dichtem Fell.

Kann ich einen Abszess selbst behandeln?

Kleine oberflächliche Abszesse kannst du unterstützend behandeln. Lege 3-4 mal täglich warme, feuchte Kompressen für 10 Minuten auf die Stelle. Das fördert die Durchblutung und kann den Abszess zum Reifen bringen.

Wenn der Abszess aufbricht, tupfe den Eiter vorsichtig mit einem sauberen Tuch ab. Drücke niemals an der Stelle herum – das kann Bakterien tiefer ins Gewebe pressen oder den Abszess unvollständig entleeren.

Bei Abszessen größer als ein 2-Euro-Stück oder wenn dein Hund Fieber hat, kommst du um den Tierarzt nicht herum. Das gilt auch, wenn sich die Schwellung nach 48 Stunden warmer Kompressen nicht gebessert hat.

Wie läuft die Behandlung beim Tierarzt ab?

Der Tierarzt öffnet den Abszess unter lokaler Betäubung und spült die Höhle gründlich aus. Bei großen oder komplizierten Abszessen legt er eine Drainage ein – einen kleinen Schlauch, der verhindert, dass sich die Wunde zu früh schließt.

Antibiotika bekommst du meist für 7-14 Tage mit nach Hause. Die Wunde muss täglich gespült werden, bis sie von innen heraus zuheilt. Schmerzmittel helfen deinem Hund in den ersten Tagen nach dem Eingriff.

Können Abszesse wieder auftreten?

An derselben Stelle entstehen Abszesse selten erneut – außer der ursprüngliche Auslöser wurde nicht beseitigt. Grannen können noch Monate später Probleme machen, wenn Reste im Gewebe verblieben sind.

Hunde, die häufig Abszesse entwickeln, haben manchmal ein schwaches Immunsystem oder leiden unter einer Grunderkrankung wie Diabetes. Lass das tierärztlich abklären, wenn dein Hund mehr als zwei Abszesse pro Jahr bekommt.

Mein Hund leckt ständig an der Stelle – ist das normal?

Lecken verschlimmert Abszesse, da Bakterien aus dem Maul die Infektion verstärken können. Ein Halskragen verhindert das für die ersten Tage nach der Behandlung.

Wie lange dauert die Heilung?

Oberflächliche Abszesse heilen nach der Eröffnung meist binnen einer Woche ab. Tiefe Abszesse brauchen 2-3 Wochen, bis das Gewebe vollständig regeneriert ist.

Wann wird ein Abszess gefährlich?

Rote Streifen, die vom Abszess wegführen, deuten auf eine Blutvergiftung hin – ein tierärztlicher Notfall. Auch wenn dein Hund apathisch wird oder nicht mehr frisst, solltest du sofort handeln.

Kann ich Abszesse verhindern?

Kontrolliere deinen Hund nach jedem Spaziergang auf kleine Verletzungen und spüle sie mit klarem Wasser aus. In der Grannenzeit von Mai bis August solltest du besonders gründlich zwischen den Zehen und in den Ohren nachsehen.

Sind manche Hunderassen anfälliger für Abszesse?

Rassen mit Hautfalten wie Shar-Peis oder Bulldoggen neigen zu Abszessen in den Falten durch Reibung und Feuchtigkeit. Langhaarige Rassen haben häufiger Probleme mit verstopften Haarfollikeln.