Gravidität
Gravidität ist der medizinische Fachbegriff für die Trächtigkeit bei Hunden – die etwa 63 Tage dauernde Phase zwischen Befruchtung und Geburt.
Inhalt
Woran erkenne ich eine trächtige Hündin?
Die ersten drei Wochen bleiben meist unauffällig. Dann zeigt sich die Trächtigkeit durch veränderte Zitzen – sie werden größer und dunkler, manchmal schon in der vierten Woche. Der Bauch wölbt sich erst ab Woche fünf sichtbar, außer bei sehr großen Würfen.
Verhaltensänderungen fallen oft früher auf als körperliche. Manche Hündinnen werden anhänglicher und suchen mehr Nähe. Andere ziehen sich zurück und schlafen deutlich mehr. Der Appetit schwankt: Einige fressen plötzlich doppelt so viel, andere verweigern in den ersten Wochen ihr gewohntes Futter.
Sicherheit bringt nur der Ultraschall beim Tierarzt. Ab der dritten Woche sind die Fruchtblasen sichtbar, ab der vierten lassen sich Herzschläge der Welpen nachweisen.
Wie füttere ich eine trächtige Hündin richtig?
Die ersten vier Wochen bleibt alles beim Gewohnten. Ab Woche fünf steigt der Energiebedarf rapide – bis zu 50 Prozent mehr am Ende der Trächtigkeit. Welpenfutter eignet sich jetzt besser als normales Adultfutter, weil es mehr Protein und Kalzium enthält.
Überfütterung schadet mehr als sie nützt. Eine zu starke Gewichtszunahme macht die Geburt schwerer und erhöht das Kaiserschnitt-Risiko. Lieber die Futtermenge langsam steigern und dabei das Gewicht wöchentlich kontrollieren.
In den letzten zehn Tagen vor der Geburt auf kleinere, häufigere Mahlzeiten umstellen. Der gewachsene Bauch lässt wenig Platz für große Portionen.
Welche Komplikationen können auftreten?
Scheinträchtigkeit trifft etwa jede vierte Hündin nach der Läufigkeit. Sie zeigt alle Anzeichen einer echten Trächtigkeit – nur ohne Welpen. Das kann bis zu neun Wochen dauern und ist hormonell bedingt, aber harmlos.
Geburtsschwierigkeiten entstehen meist durch zu große Welpen oder eine ungünstige Lage. Französische Bulldoggen, Chihuahuas und andere Rassen mit extremen Proportionen brauchen öfter einen Kaiserschnitt. Dauern die Presswehen länger als zwei Stunden ohne Erfolg, ist der Gang zum Tierarzt überfällig.
Vaginaler Ausfluss vor der 57. Trächtigkeitswoche deutet auf Probleme hin. Grünlicher oder übelriechender Ausfluss ist immer ein Notfall, auch wenn die Hündin sonst normal wirkt.
Wie bereite ich die Wurfbox vor?
Drei Wochen vor dem Geburtstermin sollte die Wurfbox stehen. Sie muss groß genug sein, dass die Hündin sich ausstrecken kann, aber erhöhte Ränder haben, damit Welpen nicht herausfallen.
Der Standort entscheidet oft über die Akzeptanz. Ruhig, aber nicht isoliert – Hündinnen wollen ihre Familie in der Nähe wissen. Zu viel Trubel stresst, völlige Abgeschiedenheit auch.
Als Unterlage eignen sich waschbare Decken oder spezielle Wurfunterlagen. Handtücher werden schnell zu nass und kalt. Die Temperatur sollte zwischen 22 und 24 Grad liegen, für neugeborene Welpen ist das überlebenswichtig.
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