Wiki · Gesundheit & Pflege

Gravidität

3 Min Lesezeit
Gravidität
Definition

Gravidität ist der medizinische Fachbegriff für die Trächtigkeit bei Hunden – die rund 63 Tage dauernde Phase zwischen dem Eisprung und der Geburt.

Inhalt
  1. Woran erkenne ich eine trächtige Hündin?
  2. Wie füttere ich eine trächtige Hündin richtig?
  3. Welche Komplikationen können auftreten?
  4. Wie bereite ich die Wurfbox vor?

Woran erkenne ich eine trächtige Hündin?

Die ersten drei Wochen bleiben meist unauffällig. Verlässlich sichtbar wird die Trächtigkeit spät: der Bauchumfang ab etwa Tag 30 bis 40, das Gesäuge deutlich erst um Tag 45. Frühe Veränderungen an den Zitzen sind möglich, aber kein Nachweis.

Verhaltensänderungen fallen oft früher auf als körperliche. Manche Hündinnen werden anhänglicher und suchen mehr Nähe. Andere ziehen sich zurück und schlafen deutlich mehr. Der Appetit schwankt: Einige fressen plötzlich doppelt so viel, andere verweigern in den ersten Wochen ihr gewohntes Futter.

Sicherheit bringt nur der Ultraschall beim Tierarzt. Ab Tag 17 bis 20 nach dem Eisprung sind die Fruchtblasen sichtbar, ab Tag 22 bis 25 die Herzschläge der Welpen.

Wie füttere ich eine trächtige Hündin richtig?

Die ersten vier Wochen bleibt alles beim Gewohnten. Ab der fünften Woche steigt die Futteraufnahme um 30 bis 50 Prozent über den Erhaltungsbedarf. Bei grossen Hündinnen kann der rechnerische Energiebedarf am Ende noch deutlicher darüber liegen. Welpenfutter eignet sich jetzt besser als normales Adultfutter, weil es mehr Protein und Kalzium enthält.

Überfütterung schadet mehr als sie nützt. Eine zu starke Gewichtszunahme macht die Geburt schwerer und erhöht das Kaiserschnitt-Risiko. Lieber die Futtermenge langsam steigern und dabei das Gewicht wöchentlich kontrollieren.

In den letzten zehn Tagen vor der Geburt auf kleinere, häufigere Mahlzeiten umstellen. Der gewachsene Bauch lässt wenig Platz für grosse Portionen.

Welche Komplikationen können auftreten?

Hormonell durchlaufen praktisch alle nicht tragenden Hündinnen nach der Läufigkeit eine Scheinträchtigkeit – sichtbare Anzeichen zeigt aber nur ein Teil. Die Angaben reichen je nach Rasse von 10 bis 75 Prozent. Meist klingen sie innert ein bis drei Wochen von selbst ab. Dauern sie länger als acht Wochen, gehört die Hündin abgeklärt – dahinter können eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Lebererkrankung stecken.

Geburtsschwierigkeiten entstehen meist durch zu grosse Welpen oder eine ungünstige Lage. Französische Bulldoggen, Chihuahuas und andere Rassen mit extremen Proportionen brauchen öfter einen Kaiserschnitt. Presst die Hündin kräftig, ohne dass innert 20 bis 30 Minuten ein Welpe kommt, ist das ein Notfall – sofort in die Praxis. Auch schwache, unregelmässige Wehen über mehr als vier Stunden ohne Welpen und Pausen von über zwei Stunden zwischen zwei Welpen gehören abgeklärt.

Blutiger, eitriger oder grünlicher Ausfluss vor der Geburt ist immer ein Alarmzeichen: Grün bedeutet, dass sich die Plazenta löst. Welpen, die vor Tag 57 zur Welt kommen, haben kaum Überlebenschancen, weil die Lunge noch nicht reif ist.

Wie bereite ich die Wurfbox vor?

Drei Wochen vor dem Geburtstermin sollte die Wurfbox stehen. Sie muss gross genug sein, dass die Hündin sich ausstrecken kann, aber erhöhte Ränder haben, damit Welpen nicht herausfallen.

Der Standort entscheidet oft über die Akzeptanz. Ruhig, aber nicht isoliert – Hündinnen wollen ihre Familie in der Nähe wissen. Zu viel Trubel stresst, völlige Abgeschiedenheit auch.

Als Unterlage eignen sich waschbare Decken oder spezielle Wurfunterlagen. Handtücher werden schnell zu nass und kalt. In der ersten Lebenswoche braucht die Wurfkiste 29 bis 32 Grad – nicht das Zimmer, sondern das Nest. In Woche 2 bis 3 sind es rund 27 Grad, ab Woche 4 genügen 20 bis 24 Grad. Unter 27 Grad kühlen Neugeborene aus, weil sie ihre Temperatur noch nicht selbst halten können.