Haltung & Alltag

Die ersten Schritte nach dem Hundekauf: Eine Checkliste für neue Hundebesitzer

Die ersten 72 Stunden entscheiden über ein entspanntes Zusammenleben. Konkrete Anleitung für Ausrüstung, Fütterung und Eingewöhnung ohne typische Anfängerfehler.

3 Min Lesezeit
Die ersten Schritte nach dem Hundekauf: Eine Checkliste für neue Hundebesitzer
Inhalt
  1. Welche Ausrüstung benötigt der Hund am ersten Tag?
  2. Was füttere ich in den ersten drei Tagen?
  3. Wie gelingt die Eingewöhnung ohne Stress?
  4. Wann sollte der erste Tierarzttermin stattfinden?
  5. Wie beginne ich mit dem Training?
  6. Was sind die häufigsten Anfängerfehler?

Der Transportkorb steht im Flur, der Hund schnüffelt vorsichtig durch die Wohnung – jetzt beginnen die entscheidenden ersten 72 Stunden. Was du in dieser Zeit richtig oder falsch machst, prägt das Zusammenleben für Monate.

Welche Ausrüstung benötigt der Hund am ersten Tag?

Fünf Dinge müssen vor der Ankunft bereitstehen. Ein erhöhter Futternapf aus Edelstahl verhindert Nackenverspannungen bei grösseren Hunden. Der Wassernapf sollte täglich zwei Liter fassen – ein Labrador trinkt an warmen Tagen bis zu einem Liter.

Das Bett platzierst du so, dass der Hund den Raum überblicken kann, aber nicht im Durchgang liegt. Ein ausgewachsener Golden Retriever benötigt mindestens 80×60 cm Liegefläche.

Bei der Leine gilt: 2 Meter für den Stadtspaziergang, 5 Meter Schleppleine für Freilauftraining. Das Halsband sitzt richtig, wenn zwei Finger zwischen Hals und Riemen passen.

Was füttere ich in den ersten drei Tagen?

Bleib beim gewohnten Futter des Vorbesitzers oder Züchters. Eine Futterumstellung in der ersten Woche kann bei vielen Hunden zu Durchfall führen – zusätzlicher Stress in einer ohnehin aufregenden Zeit.

Füttere dreimal täglich kleinere Portionen statt zweimal grosse. Ein nervöser Magen verträgt das besser. Die Gesamtmenge richtet sich nach dem Körpergewicht: 20 bis 30 Gramm Trockenfutter pro Kilogramm Körpergewicht bei Welpen, 15 bis 20 Gramm bei erwachsenen Hunden.

Wie gelingt die Eingewöhnung ohne Stress?

Der erste Spaziergang findet erst nach vier Stunden Ruhezeit statt. Vorher hat der Hund genug neue Eindrücke zu verarbeiten. Zeig ihm die Wohnung Raum für Raum – nicht alles auf einmal.

Besucher sind in den ersten 48 Stunden tabu. Selbst gut gemeinte Nachbarschaftsbesuche überfordern. Der Hund benötigt Zeit, dich als neue Bezugsperson zu akzeptieren, bevor weitere Menschen dazukommen.

Ein fester Tagesablauf entwickelt sich ab Tag drei: Morgens Gassi um 7 Uhr, Futter um 7:30 Uhr, zweiter Spaziergang um 12 Uhr. Regelmässigkeit schafft Orientierung.

Wann sollte der erste Tierarzttermin stattfinden?

Innerhalb der ersten Woche, aber nicht in den ersten drei Tagen. Der Gesundheitscheck kann warten, bis sich der Hund eingelebt hat. Eine Ausnahme: Durchfall länger als 24 Stunden oder Verweigerung von Futter und Wasser.

Bring zum Termin den Impfpass mit und eine Kotprobe vom Morgen. Der Tierarzt prüft das Gewicht, hört Herz und Lunge ab und berät zur weiteren Impfplanung.

Wie beginne ich mit dem Training?

Das erste Kommando lernst du, nicht der Hund: seinen Namen. Sag ihn nur, wenn er dir seine Aufmerksamkeit schenken soll – nicht als Dauerbeschallung.

„Sitz“ funktioniert über Futterbelohnung: Leckerli über den Kopf, der Po geht automatisch runter, sofort „Sitz“ sagen und belohnen. Drei Wiederholungen, dann Pause. Mehr überfordert in der ersten Woche.

Stubenreinheit: Alle zwei Stunden raus, nach jedem Fressen, nach jedem Schlafen. Erwischst du ihn beim Lösen in der Wohnung, unterbrich mit einem „Nein“ und geh sofort raus. Nachträgliches Schimpfen bringt nichts.

Was sind die häufigsten Anfängerfehler?

Zu viel Aufmerksamkeit in den ersten Stunden. Der Hund soll lernen, dass Entspannung normal ist. Wer ihn permanent bespasst, macht ihn nervös und fordernd.

Falsche Reaktion auf Jaulen oder Winseln. Gehst du jedes Mal hin, trainierst du ungewollt aufmerksamkeitsheischendes Verhalten an. Ignorieren ist oft die bessere Wahl.

Zu lange Spaziergänge. Ein Welpe schafft fünf Minuten pro Lebensmonat – zweimal täglich. Ein drei Monate alter Welpe ist nach 15 Minuten erschöpft, auch wenn er noch läuft.

Wie erkenne ich, dass die Eingewöhnung funktioniert?

Der Hund frisst normal. Ein entspannter Hund hat Appetit.

Wann darf der Hund aufs Sofa?

Wenn du es für immer erlauben willst. Einmal erlaubt, ist es schwer wieder zu verbieten.

Sollte der Hund nachts im Schlafzimmer schlafen?

In den ersten Wochen ja – aber in seinem eigenen Bett. Die Nähe beruhigt, ohne Rangordnungsprobleme zu schaffen.

Ab wann kann ich den Hund allein lassen?

Nach zwei Wochen für 30 Minuten. Steigere um 15 Minuten pro Woche bis maximal vier Stunden.

Was tun, wenn der Hund nicht frisst?

Napf nach 20 Minuten wegnehmen, auch wenn er leer ist. Beim nächsten Fütterungstermin wieder anbieten. Gesunde Hunde verhungern nicht freiwillig.