Wo finde ich einen gesunden Zwergspitz
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Gesunder Zwergspitz: Was heisst das konkret?
Ein gesunder Zwergspitz zeigt keine genetischen Erkrankungen, Deformitäten oder chronischen Gesundheitsprobleme. Er ist aktiv, lebhaft, mental stabil und kann normale hündische Aktivitäten ohne Einschränkungen ausüben. Glänzendes Fell, klare Augen, saubere Ohren und eine gute Zahnhygiene sind weitere Indikatoren.
Worauf beim Kauf achten?
- Züchter mit nachweisbaren Gesundheitstests: Seriöse Züchter führen alle relevanten Gesundheitstests durch und zeigen dir die Ergebnisse.
- Tierärztliche Untersuchung: Lass den Welpen vor dem Kauf von einem unabhängigen Tierarzt untersuchen.
- Regional kaufen: Züchter in deiner Region erlauben dir, die Zuchtbedingungen vor Ort selbst zu prüfen.
- Empfehlungen einholen: Frage Freunde, Familie oder Tierärzte mit Erfahrung zu Zwergspitz-Züchtern.
- Qualzucht vermeiden: Extrem kleine Grössen oder übertriebene „Niedlichkeits“-Merkmale schaden der Gesundheit.
- Papiere prüfen: Ein seriöser Züchter legt Abstammungs- und Gesundheitspapiere vor.
Extreme Verzwergung macht krank
Geschrieben von Zwergspitzhalterin Dominique
Jeder Züchter wirbt mit den schönsten, gesündesten Hunden. Pokale von Ausstellungen schmücken die Homepages, der Satz „ich züchte schon seit XY Jahren“ soll Vertrauen schaffen.
Doch extreme Verzwergung kann nicht gesund sein. Je kleiner der Hund, desto anfälliger wird er für:
- BOAS (Brachycephalic Obstructive Airway Syndrome): Atemwegserkrankung bei Hunden mit kurzer Schnauze. Führt zu Atembeschwerden, Schnarchen, in schweren Fällen zu Erstickungsgefahr. Oft ist eine Operation erforderlich.
- Unterzuckerung (Hypoglykämie): Gefährlich niedriger Blutzuckerspiegel. Symptome: Schwäche, Zittern, Desorientierung, Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle. Besonders kleine und junge Hunde sind betroffen. Schnelle Behandlung mit zuckerhaltigen Lösungen nötig, bei Wiederholung Tierarzt aufsuchen.
- Offene Fontanelle: Weiche Stelle am Schädel, die sich nach der Geburt normalerweise schliesst. Bleibt sie offen, steigt das Risiko für Hirnverletzungen und -erkrankungen. Besondere Vorsicht nötig, ein Tierarzt sollte die Risiken beurteilen.
- Wasserkopf (Hydrozephalus): Übermässige Ansammlung von Hirnwasser im Schädel. Der erhöhte Druck auf das Gehirn verursacht schwere neurologische Symptome. Meist genetisch bedingt, tritt häufig bei Welpen auf. Die Symptome reichen von Verhaltensänderungen bis zu schweren neurologischen Defiziten. Diagnose und Behandlung durch einen spezialisierten Tierarzt nötig, je nach Schweregrad mit Medikamenten oder chirurgischen Eingriffen.
- CM/SM (Chiari-ähnliche Fehlbildung und Syringomyelie): Besonders bei kleineren Rassen wie dem Cavalier King Charles Spaniel bekannt, doch bei Zwergspitzen weit verbreitet. Eine Fehlbildung des Schädels verengt den Raum für das Gehirn. Gehirnflüssigkeit wird in den Rückenmarkskanal gepresst und bildet dort Zysten (Syringe). Folge: Schmerzen und neurologische Probleme. Diagnose per MRT. Behandlung symptomatisch, in schweren Fällen Operation.
- Overlap: Mehrere gesundheitliche Probleme gleichzeitig, die sich gegenseitig beeinflussen oder erschweren.
- Weitere Erkrankungen: Patellaluxation (Verschiebung der Kniescheibe), Trachealkollaps (Zusammenbruch der Luftröhre), Zahnprobleme. Die Liste ist nicht abschliessend.
Kurze Schnauze, grosse Probleme
Je kürzer die Schnauze, desto mehr Atemprobleme. Je teddy-förmiger der Kopf, desto höher das Risiko für neurologische Erkrankungen.
Wer einen „süssen Teddy-Hund“ kaufen möchte, sollte sich über die möglichen Folgen im Klaren sein. Die Verantwortung liegt aber bei den Züchtern. Wer die Rasse seit Jahren kennt, kann und sollte aufklären. Wenn ein Käufer einen Teddy-Typ wünscht, muss der Züchter die Gesundheitsrisiken und das potenzielle Leid ansprechen.
Stattdessen höre ich oft: „Die Käufer wollen Teddys, dann züchten wir diese halt so. Wir können nichts dafür, wenn sie krank sind.“
Das ist falsch. Kauft nur bei Züchtern, die Elterntiere per MRT testen und neurologische Auffälligkeiten ausgeschlossen haben. Vertraut nicht auf blosse Worte – lasst euch das MRT zeigen und erklären.
Es spielt keine Rolle, ob ein Züchter beim VDH, SKG oder Dissidenz züchtet. Keiner dieser Vereine schreibt die MRT-Pflicht vor. Wenige Züchter machen das MRT freiwillig. Danke dafür. 🙏🏻❤️
Wie schlimm CM/SM beim Hund sein kann, seht ihr in meinen Beiträgen auf https://www.instagram.com/mishasgoldensoul/. So viele Hunde sind betroffen, es werden immer mehr.
Augen auf beim Welpenkauf. Informiert euch nicht nur beim Verein und Züchter, sondern auch bei Betroffenen – wir sind viele.
Petition: MRT-Pflicht für Zuchthunde 🙏🏻
Immer mehr Zwergspitze erkranken an SM/CM oder Hydrozephalus. Für betroffene Hunde bedeutet das einen lebenslangen Leidensweg.
Eine Heilung existiert nicht. In keinem europäischen Land besteht MRT-Pflicht. Hauptsächlich in den Niederlanden und Belgien testen Züchter ihre Hunde per MRT, um diese Krankheiten einzudämmen.
Bei Doc. Mandigers und an der Uniklinik Bern läuft aktuell eine Studie zu den oben genannten Erkrankungen. Die Zahlen sind erschreckend.
Helft mit dieser Petition, dass das MRT zur Pflicht wird und nur mit getesteten Zwergspitzen gezüchtet werden darf, damit sich diese Krankheit nicht weiter verbreitet.
Für die Gesundheit dieser Rasse: Jetzt Petition unterstützen!