Patellaluxation
Die Patellaluxation ist eine Verlagerung der Kniescheibe aus ihrer Gleitrinne am Oberschenkelknochen, die bei etwa 7% aller Hunde auftritt und nach medial (zur Körpermitte hin) oder lateral (nach außen) erfolgen kann.
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Die Patellaluxation ist eine Verlagerung der Kniescheibe aus ihrer Gleitrinne am Oberschenkelknochen, die bei etwa 7% aller Hunde auftritt und nach medial (zur Körpermitte hin) oder lateral (nach außen) erfolgen kann.
Die Erkrankung betrifft vorwiegend kleine Rassen unter 15 kg Körpergewicht. Yorkshire Terrier zeigen mit 12,9% die höchste Prävalenz, gefolgt von Chihuahua (8,7%) und Zwergpudel (7,2%). Bei großen Rassen ist die laterale Form häufiger – Golden Retriever und Labrador zeigen hier eine genetische Prädisposition.
Wie wird der Schweregrad der Patellaluxation eingeteilt?
Die Klassifikation erfolgt in vier Graden nach Singleton: Grad 1 zeigt nur gelegentliches Luxieren unter Druck, Grad 4 bedeutet permanente Luxation mit Unvermögen zur Reposition. Grad 2 und 3 liegen dazwischen – wobei ab Grad 3 die operative Korrektur als Standard gilt.
Entscheidend ist die Häufigkeit der Luxationsereignisse. Ein Hund mit Grad-2-Luxation kann jahrelang beschwerdefrei leben, während andere bereits bei geringer Belastung humpeln. Die Einteilung hilft bei der Operationsentscheidung, ersetzt aber nicht die individuelle Beurteilung der Lebensqualität.
Welche Symptome zeigen betroffene Hunde?
Das typische Bild ist das kurzzeitige Hochziehen des Hinterlaufs während des Laufens – oft nur für 2-3 Schritte. Danach läuft der Hund normal weiter, als wäre nichts gewesen.
Bei permanenter Luxation entwickelt sich ein charakteristischer „Kuhessiggang“ mit nach innen gedrehten Sprunggelenken. Manche Hunde zeigen auch Schmerzreaktionen beim Strecken des Kniegelenks oder vermeiden Sprünge vom Sofa. Nicht alle Hunde mit Patellaluxation hinken – die Symptome hängen stark von der individuellen Schmerztoleranz ab.
Wann ist eine Operation notwendig?
Die Operationsindikation richtet sich primär nach den klinischen Symptomen, nicht nach dem Luxationsgrad. Ein beschwerdefreier Hund mit Grad-3-Luxation braucht keine OP, während ein Hund mit schmerzhafter Grad-2-Luxation operiert werden sollte.
Studien zeigen Erfolgsraten von 85-95% bei korrekter Operationstechnik. Die häufigste Methode ist die Trochleaplastik mit Tuberositas-Versetzung. Komplikationen treten in etwa 8% der Fälle auf – meist als Re-Luxation oder Implantat-Lockerung. Die meisten Hunde laufen nach 6-8 Wochen wieder normal.
Kann Physiotherapie die Operation ersetzen?
Konservative Therapie funktioniert nur bei Grad-1-Luxationen ohne klinische Symptome. Gezielter Muskelaufbau der Oberschenkelmuskulatur kann die Kniescheibenführung verbessern und Luxationsereignisse reduzieren.
Unterwasserlaufband und isometrische Übungen haben sich bewährt. Bei höheren Graden oder symptomatischen Hunden verzögert reine Physiotherapie meist nur die notwendige Operation und kann zu fortschreitenden Knorpelschäden führen. Die Kombination aus Operation und anschließender Physiotherapie zeigt die besten Langzeitergebnisse.
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