Pannikulitis
Bild: Wikimedia Commons – Wikimedia Commons von Original by Kilbad. Derivative by Mikael Häggström · CC0 Pannikulitis bezeichnet eine Entzündung des Unterhautfettgewebes (Subcutis), die verschiedene Ursachen haben kann und sich durch einzelne oder mehrere feste Knoten unter der Haut zeigt.
Inhalt
Bei einer Pannikulitis entzündet sich das Unterhautfettgewebe, also die Fettschicht unterhalb der eigentlichen Haut. Medizinisch wird diese Gewebeschicht als Subcutis oder Subkutis bezeichnet.
Pannikulitis ist keine einzelne Erkrankung mit einer einheitlichen Ursache. Der Begriff beschreibt zunächst den Entzündungsprozess im Unterhautfettgewebe. Verschiedene Auslöser können zu einem ähnlichen Krankheitsbild führen. Dazu gehören beispielsweise Verletzungen, Infektionen, Fremdkörper, Immunreaktionen und Erkrankungen innerer Organe. Auch nach Injektionen oder bestimmten Medikamenten kann eine Pannikulitis entstehen. Häufig lässt sich bei Hunden allerdings keine eindeutige Ursache feststellen.
Eine Pannikulitis kann oberflächlich zunächst wie ein gewöhnlicher Hautknoten wirken. Die Entzündung sitzt jedoch tiefer und betrifft vor allem das Fettgewebe.
Welche Ursachen kann eine Pannikulitis haben?
Die möglichen Ursachen sind vielfältig. Bei Hunden kommen unter anderem folgende Auslöser infrage:
- Verletzungen oder stumpfes Trauma
- Bakterielle oder pilzbedingte Infektionen
- Fremdkörper
- Reaktionen des Immunsystems
- Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
- bestimmte Erkrankungen der Leber
- Gefässerkrankungen
- Vitamin-E-Mangel bzw. Störungen des Fettstoffwechsels
- Reaktionen auf Injektionen
- bestimmte Medikamente
Auch systemische Erkrankungen können mit einer Pannikulitis verbunden sein. Deshalb sollte bei mehreren, wiederkehrenden oder ungewöhnlich ausgeprägten Knoten nicht nur die Haut beziehungsweise Subcutis untersucht werden. Je nach Befund kann eine weiterführende Untersuchung nach einer zugrunde liegenden Erkrankung notwendig sein.
Welche Formen der Pannikulitis gibt es?
Eine Pannikulitis kann nach dem Gewebemuster der Entzündung eingeteilt werden. In der histologischen Untersuchung wird unter anderem unterschieden, ob vor allem die Fettläppchen oder die dazwischenliegenden Bindegewebsstrukturen betroffen sind.
Bei einem Teil handelt es sich um eine sterile Pannikulitis. Dabei lassen sich in den betroffenen Geweben keine infektiösen Erreger nachweisen. Eine sterile Pannikulitis kann idiopathisch sein, also ohne erkennbare Ursache auftreten. Sie kann aber auch mit anderen Erkrankungen zusammenhängen.
Bei einer lobulären Pannikulitis liegt die Entzündung überwiegend innerhalb der Fettläppchen.
Bei einer septalen Pannikulitis betrifft die Entzündung vor allem die bindegewebigen Septen zwischen den Fettläppchen.
Daneben gibt es Formen, bei denen beide Bereiche betroffen sind. Auch innerhalb einer einzelnen Läsion können unterschiedliche Entzündungsmuster vorkommen.
Diese Einteilung beschreibt das mikroskopische Erscheinungsbild. Sie sagt allein noch nichts darüber aus, wodurch die Pannikulitis entstanden ist.
Wie sieht eine Pannikulitis beim Hund aus?
Typisch sind feste Knoten oder Schwellungen unter der Haut. Die Veränderungen können einzeln oder an mehreren Körperstellen auftreten.
Die Knoten können fest oder weicher sein, unterschiedlich gross sein, schmerzhaft oder schmerzlos sein, mit der Zeit aufbrechen und Flüssigkeit absondern oder von einer geröteten oder veränderten Haut bedeckt sein.
Bei manchen Hunden entstehen offene Stellen, aus denen Flüssigkeit, Blut oder ein ölig wirkendes Sekret austritt. Die Veränderungen können sich entzünden und sekundär infizieren.
Pannikulitis kann grundsätzlich an verschiedenen Körperstellen auftreten. Beim Hund werden unter anderem Veränderungen an der Körperseite und am Rumpf beobachtet. Bei Katzen treten entsprechende Veränderungen häufig am Bauch auf.
Die genaue Verteilung hängt allerdings vom jeweiligen Auslöser ab. Deshalb lässt sich anhand der Körperstelle allein nicht feststellen, welche Form der Pannikulitis vorliegt.
Bei einer ausgeprägten Pannikulitis können zusätzlich allgemeine Krankheitszeichen auftreten. Dazu gehören beispielsweise Fieber, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Abgeschlagenheit.
Besonders bei mehreren Knoten und gleichzeitig bestehenden Allgemeinsymptomen sollte nach einer möglichen zugrunde liegenden Erkrankung gesucht werden.
Wie wird eine Pannikulitis diagnostiziert?
Eine Pannikulitis lässt sich anhand eines Hautknotens allein nicht sicher diagnostizieren. Auch Tumorerkrankungen oder andere entzündliche Veränderungen können ähnliche Knoten verursachen.
Eine erste Untersuchung kann eine Feinnadelaspiration umfassen. Dabei wird mit einer dünnen Nadel Zellmaterial aus dem Knoten entnommen und mikroskopisch untersucht. Bei einer Pannikulitis können dabei entzündliche Zellen und veränderte Fettzellen sichtbar werden.
Für eine definitive Diagnose ist häufig eine Biopsie notwendig. Dabei wird Gewebe aus der betroffenen Region entnommen und histopathologisch untersucht. Die Histopathologie ermöglicht es, die Entzündung genauer einzuordnen und andere Erkrankungen, insbesondere bestimmte Tumoren, abzugrenzen.
Je nach Verdacht können zusätzlich mikrobiologische Untersuchungen erforderlich sein. Dazu gehören beispielsweise bakterielle oder mykologische Kulturen sowie spezielle Färbungen oder molekularbiologische Untersuchungen auf bestimmte Erreger.
Das ist besonders wichtig, weil eine infektiöse Pannikulitis unter dem Mikroskop ähnlich aussehen kann wie eine sterile Form. Eine vorschnelle Behandlung mit immunsuppressiven Medikamenten kann bei einer unerkannten Infektion problematisch sein.
Wie wird eine Pannikulitis behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei einer bakteriellen oder pilzbedingten Pannikulitis muss die zugrunde liegende Infektion gezielt behandelt werden. Bei einem Fremdkörper kann dessen Entfernung notwendig sein. Bei einer traumatisch bedingten Pannikulitis steht dagegen die Versorgung der betroffenen Region im Vordergrund.
Bei einzelnen Knoten kann eine chirurgische Entfernung sinnvoll sein. Das entfernte Gewebe kann gleichzeitig histopathologisch untersucht werden.
Bei einer sterilen nodulären Pannikulitis kommen dagegen häufig Medikamente zum Einsatz, die die Aktivität des Immunsystems vermindern. Dazu gehören beispielsweise Glukokortikoide. In einzelnen Fällen wurden auch andere immunmodulierende Medikamente eingesetzt.
Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, ob eine zugrunde liegende Erkrankung gefunden wurde. Bei einer sekundären Pannikulitis sollte möglichst die Ursache behandelt werden und nicht nur die Hautveränderung.
Wie ist die Prognose?
Die Prognose hängt stark von der Ursache ab. Bei einer einzelnen, durch ein Trauma verursachten Veränderung kann die Pannikulitis nach Behandlung des Auslösers wieder vollständig abheilen. Auch sterile noduläre Pannikulitis kann auf eine immunmodulierende Behandlung ansprechen. In einer Studie mit zehn Hunden bildeten sich die Läsionen nach verschiedenen Behandlungen bei allen Tieren zurück.
Wenn die Pannikulitis dagegen mit einer anderen Erkrankung verbunden ist, hängt der weitere Verlauf wesentlich von dieser Grunderkrankung ab. Bei wiederkehrenden oder multiplen Knoten ist deshalb eine gründliche diagnostische Abklärung besonders wichtig.
Ist Pannikulitis beim Hund gefährlich?
Pannikulitis ist nicht grundsätzlich gefährlich. Sie kann jedoch ein Hinweis auf eine zugrunde liegende Erkrankung sein.
Ein einzelner Knoten nach einer Verletzung hat eine andere Bedeutung als zahlreiche wiederkehrende Knoten, die von Fieber und Abgeschlagenheit begleitet werden. Auch eine infektiöse Pannikulitis kann eine gezielte Behandlung erfordern.
Neue, wachsende oder wiederkehrende Knoten unter der Haut sollten deshalb tierärztlich untersucht werden. Das gilt insbesondere dann, wenn sie schmerzhaft sind, sich öffnen, Flüssigkeit absondern oder gleichzeitig Allgemeinsymptome auftreten.
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