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Lautjagd

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Lautjagd
Definition

Lautjagd bezeichnet die Verfolgung von Wild durch einen Hund, der dabei Laut gibt und dem Jäger dadurch die Arbeit auch ohne Sichtkontakt hörbar macht.

Inhalt
  1. Wie funktioniert Lautjagd?
  2. Spurlaut
  3. Sichtlaut
  4. Fährtenlaut
  5. Waidlaut
  6. Welche Hunde zeigen Lautjagd?
  7. Kann man Lautjagd trainieren?
  8. Was bedeutet Lautjagd im Alltag?

Lautjagd bezeichnet eine Jagdweise, bei der ein Hund Wild verfolgt und dabei Laut gibt. Der Hund macht durch seine Lautäusserungen hörbar, dass er Wild gefunden hat und verfolgt. Der Jäger kann dadurch die Arbeit des Hundes auch dann verfolgen, wenn er weder den Hund noch das Wild sehen kann.

Je nach Situation und Art der Wahrnehmung des Wildes werden verschiedene Lautarten unterschieden. Besonders bekannt sind Spurlaut, Sichtlaut und Fährtenlaut. Daneben gibt es unter anderem den Waidlaut, der als unerwünschte Lautäusserung gilt.

Wie funktioniert Lautjagd?

Ein laut jagender Hund nimmt zunächst die Spur oder Fährte eines Wildtieres auf oder entdeckt das Wild direkt. Während der Verfolgung gibt er wiederholt Laut. Der Jäger kann anhand des Lautes erkennen, dass der Hund Wild verfolgt und teilweise auch abschätzen, wie sich die Jagd bewegt.

Besonders bei Hunden, die Wild ausser Sicht verfolgen, ist der Laut für den Jäger eine wichtige Orientierung. Der Hund kann sich dabei deutlich vom Führer entfernen und selbstständig arbeiten.

Welche Lautart ein Hund zeigt, hängt davon ab, ob er das Wild sieht oder es ausschliesslich über seine Spur oder Fährte wahrnimmt.

Spurlaut

Beim Spurlaut gibt der Hund Laut auf der Spur eines Wildtieres, das er nicht sieht. Typischerweise betrifft dies die Spur von Hase oder Fuchs. Der Hund nimmt die Spur mit der Nase wahr und verfolgt sie, während er Laut gibt.

Nach den Prüfungsbestimmungen des Jagdgebrauchshundverbands soll ein spurlauter Hund möglichst über einen grossen Teil der Spurarbeit anhaltend Laut geben. Verliert er die Spur, soll er verstummen.

Sichtlaut

Beim Sichtlaut verfolgt der Hund das Wild, während er es tatsächlich sehen kann, und gibt dabei anhaltend Laut.

In den Prüfungsbestimmungen des JGHV wird diese Lautart insbesondere bei der sichtbaren Verfolgung von Hase oder Fuchs unterschieden.

Fährtenlaut

Der Fährtenlaut bezeichnet das Lautgeben auf der Fährte eines Wildtieres, das der Hund nicht sieht. Der Begriff wird insbesondere bei der Arbeit auf der Fährte von Schalenwild verwendet.

Damit unterscheidet sich der Fährtenlaut vom Spurlaut vor allem durch die jagdliche Unterscheidung zwischen Spur und Fährte sowie der jeweiligen Wildart.

Waidlaut

Als Waidlaut wird eine Lautäusserung bezeichnet, bei der der Hund nicht mehr in einer direkten geruchlichen Verbindung mit der Spur oder Fährte des Wildes steht. Nach der Definition des JGHV geht dem Laut zwar zunächst eine nasenmässige Wahrnehmung einer Wildspur oder -fährte voraus, der Hund gibt den Laut später jedoch ohne die entsprechende Verbindung zur Spur oder Fährte weiter.

Waidlaut gilt im jagdlichen Gebrauch als unerwünschte Eigenschaft. Er kann die Arbeit des Hundes und die Beurteilung seiner tatsächlichen Spur- oder Fährtenarbeit erschweren.

Die genaue Einteilung der Lautarten kann je nach Prüfungsordnung und jagdlichem Zusammenhang unterschiedlich ausfallen. Der JGHV weist ausdrücklich darauf hin, dass lange keine einheitlichen Richtlinien für alle Lautarten bestanden.

Welche Hunde zeigen Lautjagd?

Lautjagd ist vor allem bei Jagdhunden verbreitet, die Wild selbstständig verfolgen und dabei ausser Sicht ihres Führers arbeiten. Dazu gehören insbesondere Bracken, Stöberhunde und bestimmte andere Jagdhunde.

Bei Bracken gehört der Spurlaut zu den charakteristischen Anlagen. Er ermöglicht dem Jäger, die selbstständige Arbeit des Hundes auch über grössere Entfernungen zu verfolgen. Der Laut ist deshalb ein wichtiger Bestandteil des klassischen Brackierens.

Auch Stöberhunde arbeiten selbstständig und häufig ohne Sichtkontakt zum Führer.

Nicht jeder Jagdhund muss jedoch laut jagen. Je nach Einsatzgebiet kann ein Hund sogar ausdrücklich ruhig arbeiten müssen. Die geeignete Arbeitsweise hängt von der jeweiligen jagdlichen Aufgabe und der Rasse beziehungsweise deren Zuchtziel ab.

Kann man Lautjagd trainieren?

Die Lautgebung bei der Jagd ist in erheblichem Mass von der individuellen und genetischen Veranlagung des Hundes abhängig. Bei Rassen, bei denen Lautjagd zum ursprünglichen Einsatzgebiet gehört, wird diese Anlage gezielt züchterisch berücksichtigt und im Rahmen der jagdlichen Ausbildung gefördert.

Die Ausbildung hilft dabei, die vorhandenen Anlagen zu entwickeln und den Hund zuverlässig auf der Spur oder Fährte arbeiten zu lassen. Ein Hund lernt dabei unter anderem, konzentriert einer Spur zu folgen und seine jagdliche Arbeit kontrolliert auszuführen.

Die Lautgebung selbst lässt sich jedoch nicht bei jedem Hund einfach antrainieren. Ebenso wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem erwünschten Laut auf Spur oder Fährte und unerwünschtem Laut ohne entsprechende Verbindung zum Wild.

Was bedeutet Lautjagd im Alltag?

Für Hundehalter ohne jagdlichen Einsatz kann Lautjagd vor allem deshalb interessant sein, weil sich die entsprechende Veranlagung auch im Alltag bemerkbar machen kann.

Ein Hund mit ausgeprägtem Spur- oder Fährtenwillen kann beispielsweise eine interessante Spur aufnehmen und ihr über grössere Entfernungen folgen wollen. Bei entsprechend veranlagten Jagdhunden kann dabei auch Lautgebung auftreten.

Besonders bei Bracken und anderen selbstständig arbeitenden Jagdhunden sollte deshalb berücksichtigt werden, dass eine intensive Beschäftigung mit Gerüchen und Spuren zum natürlichen Arbeitsverhalten gehört. Ein ausgeprägtes Interesse an Wildspuren ist nicht automatisch ein Zeichen mangelnder Erziehung.

Gleichzeitig muss ein Jagdhund im Alltag zuverlässig kontrollierbar sein. Wo Wild gefährdet werden könnte oder der Hund sich entfernen und dadurch selbst in Gefahr geraten kann, ist ein sicherer Freilauf nicht verantwortbar.