Brackieren
Quelle: KI-Symbolbild Rasse Brackieren ist eine Jagdart, bei der ein spurlauter Hund Wild selbstständig sucht und auf seiner Spur verfolgt, während der Jäger den Verlauf der Jagd anhand des Lautes verfolgt.
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Brackieren, auch Brackjagd oder Brackenjagd genannt, bezeichnet eine traditionelle Jagdart, bei der ein Jagdhund Wild selbstständig sucht, aufstöbert und auf seiner Spur verfolgt. Typischerweise werden dafür Bracken eingesetzt. Der Hund verfolgt das Wild dabei spurlaut, sodass der Jäger anhand des Lautes verfolgen kann, wo sich Hund und Wild befinden.
Beim klassischen Brackieren werden vor allem Hasen bejagt. Das Wild wird vom Hund aus seinem Einstand aufgespürt und verfolgt. Der Hase versucht dabei, den Hund durch Richtungswechsel von seiner Spur abzubringen. Da der Hund langsamer ist als der Hase, handelt es sich nicht um eine Hetzjagd. Der Hase kehrt häufig in einem Bogen in die Nähe seines ursprünglichen Aufenthaltsortes zurück, wo der Jäger ihn erwarten kann.
Wie funktioniert Brackieren?
Beim Brackieren wird der Hund zunächst zur selbstständigen Suche nach Wild geschnallt, also von der Leine gelassen. Die Bracke arbeitet mit tiefer Nase und sucht nach einer frischen Spur. Hat sie Wild gefunden, nimmt sie dessen Spur auf und verfolgt sie.
Dabei gibt der Hund Spurlaut. Der Jäger muss das Wild nicht selbst sehen, sondern kann anhand des Lautes des Hundes nachvollziehen, wo sich die Jagd ungefähr befindet. Die Bracke arbeitet dabei weitgehend selbstständig und entfernt sich häufig deutlich vom Jäger.
Der verfolgte Hase versucht, den Hund durch Richtungswechsel und sogenannte Haken von seiner Spur abzubringen. Die Bracke nimmt die Spur wieder auf und verfolgt sie weiter. Da der Hase schneller ist als der Hund, wird er nicht durch körperliches Einholen erlegt. Stattdessen kehrt er bei dieser traditionellen Jagdform häufig wieder in seinen ursprünglichen Einstand oder dessen Nähe zurück. Dort kann der Jäger das Wild erwarten.
Der Spurlaut des Hundes ist für diese Jagdart besonders wichtig. Er ermöglicht dem Jäger, die Arbeit des Hundes auch über grössere Entfernung und ohne direkten Sichtkontakt zu verfolgen.
Welche Hunde eignen sich zum Brackieren?
Für das Brackieren sind vor allem Bracken geeignet. Zu dieser Jagdhundegruppe gehören beispielsweise die Deutsche Bracke, Brandlbracke, Steirische Rauhhaarbracke, Tiroler Bracke und Westfälische Dachsbracke.
Charakteristisch für Bracken sind eine ausgeprägte Nasenleistung, Spurwille und die Fähigkeit, Wild selbstständig und spurlaut zu verfolgen. Der Deutsche Jagdverband beschreibt das spur- und fährtenlaute Verfolgen von Haarwild als eine der ursprünglichen Hauptaufgaben der Bracken.
Nicht jede Bracke wird heute tatsächlich zum Brackieren eingesetzt. Die Rassengruppe wird inzwischen auch für andere jagdliche Aufgaben verwendet, beispielsweise für die Stöberjagd oder Nachsuche.
Kann man Brackieren trainieren?
Ja. Die für das Brackieren benötigten Fähigkeiten werden im Rahmen der jagdlichen Ausbildung gezielt gefördert und geprüft. Dazu gehören unter anderem die selbstständige Suche nach Wild, die sichere Arbeit auf der Spur, Spurtreue und der Spurlaut.
Die grundlegenden Anlagen sind jedoch nicht allein durch Training entstanden. Bracken wurden über viele Generationen auf Eigenschaften selektiert, die für ihre spezielle Arbeitsweise wichtig sind. Dazu gehören insbesondere eine gute Nase, ausgeprägter Spurwille und die Fähigkeit, Wild selbstständig über grössere Entfernungen zu verfolgen.
Ein Hund lässt sich deshalb nicht allein durch gewöhnliches Fährtentraining zu einer Bracke machen. Nasenarbeit und Fährtentraining können zwar bestimmte Grundlagen fördern, ersetzen aber nicht die rassespezifischen Anlagen und die jagdliche Ausbildung.
Was bedeutet Brackieren im Alltag?
Für den normalen Hundehalter ist Brackieren vor allem deshalb interessant, weil es erklärt, warum Bracken häufig einen ausgeprägten Spur- und Jagdtrieb zeigen.
Eine Bracke kann bei einem Spaziergang eine interessante Spur aufnehmen und ihr über eine grössere Entfernung folgen wollen. Dabei kann sie sich deutlich weiter vom Menschen entfernen als ein Hund, der auf kurze Distanz arbeitet. Auch das spurlaute Verfolgen einer aufgenommenen Spur gehört zu den natürlichen Arbeitsanlagen dieser Hundegruppe.
Wer eine Bracke als Familienhund hält, sollte deshalb berücksichtigen, dass ihre selbstständige und ausdauernde Suche nach Spuren nicht einfach schlechte Erziehung ist. Gleichzeitig müssen diese Anlagen im Alltag zuverlässig kontrollierbar sein. Freilauf ist nur dort sinnvoll, wo der Hund sicher geführt werden kann und keine Gefahr für Wild oder den Hund besteht.
Das klassische Brackieren selbst ist heute deutlich weniger verbreitet als früher. In Deutschland ist diese Jagdart zudem an gesetzliche Voraussetzungen geknüpft. Nach Angaben des Deutschen Jagdverbands ist Brackieren nur in Revieren mit einer Fläche von mehr als 1’000 Hektar erlaubt.
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