Gesundheit & Pflege

Lilos Geschichte

Von Andrea Hemmert 4 Min Lesezeit
Lilos Geschichte Quelle: eigene · Andrea Hemmert
Inhalt
  1. Doch dann nahm der Horror seinen Lauf
  2. Leider hielt diese Hoffnung nicht lange an

Am 21. Juli 2026 begann für uns ein Albtraum, mit dem ich niemals gerechnet hätte. Lilo war zu diesem Zeitpunkt nicht einmal vier Jahre alt.

Sie war ein lebensfroher Hund mit riesigen Ohren, die man eigentlich gar nicht übersehen konnte. Mit ihren ganz eigenen Ideen trieb sie mich manchmal in den Wahnsinn und mindestens genauso oft brachte sie mich zum Lachen.

Dabei war schon ihr Start ins Leben ungewöhnlich: Lilo wurde im Alter von ungefähr fünf Tagen gemeinsam mit ihren Geschwistern in einem Karton im Wald gefunden und anschließend mit der Flasche aufgezogen.

Bis zu diesem Juli war sie für mich aber einfach ein junger, fröhlicher Hund. Dann wurde sie plötzlich schlapp, wollte nicht mehr fressen und hatte Ausfluss. Ich fuhr mit ihr in die Tierklinik. Der erste Verdacht war eine Gebärmutterentzündung.

Doch dann nahm der Horror seinen Lauf

Bei den weiteren Untersuchungen zeigte sich, dass hinter ihrem Zustand etwas ganz anderes steckte. Im CT wurden eine schwere Bauchspeicheldrüsenentzündung, Flüssigkeit im Bauchraum und stark vergrößerte Lymphknoten festgestellt. Verschiedene mögliche Ursachen standen im Raum und Lilo musste stationär in der Tierklinik bleiben.

Ihr Zustand verschlechterte sich zeitweise so stark, dass sogar die Frage aufkam, ob eine weitere Behandlung noch sinnvoll wäre oder ob wir sie gehen lassen müssten. Für mich war das kaum zu begreifen. Wenige Tage vorher war sie noch mein ganz normaler junger Hund gewesen.

Dann geschah etwas, womit ich kaum noch gerechnet hatte: Lilo kämpfte sich noch einmal zurück. Sie begann wieder zu fressen, wurde wacher und ihr Zustand stabilisierte sich so weit, dass sie am 31. Juli tatsächlich nach Hause durfte. Ihre behandelnde Tierärztin bezeichnete diese Entwicklung sogar als ein kleines Wunder.

Für mich fühlte es sich genauso an. Nach all der Angst durfte ich sie wieder mit nach Hause nehmen und hatte plötzlich wieder Hoffnung, dass wir es vielleicht doch schaffen könnten.

Leider hielt diese Hoffnung nicht lange an

Am 9. August verschlechterte sich Lilos Zustand erneut und wir fuhren wieder in die Tierklinik. Dort wurde das Cortison wieder erhöht und wir durften noch einmal nach Hause.

Nur zwei Tage später, am 11. August, war ihr Zustand so kritisch, dass wir erneut in die Klinik mussten. Lilo wurde stationär aufgenommen. Da sie beim ersten Mal so gut auf die Behandlung angesprochen hatte, hatten auch die Ärzte Hoffnung, dass sie es noch einmal schaffen könnte.

Doch es kam anders. Lilo verstarb, noch bevor die geplante Behandlung beginnen konnte.

Nach ihrem Tod entnahm die Tierklinik Gewebeproben und schickte diese zur pathologischen Untersuchung ein. Die Kosten dafür übernahm die Klinik. Mir wurde sinngemäß gesagt, dass auch die Ärzte von ihrem ungewöhnlichen Krankheitsverlauf und ihrem plötzlichen Tod betroffen waren und dass solche Fälle auch an ihnen nicht einfach spurlos vorbeigehen.

Erst die Pathologie brachte schließlich Gewissheit: Lilo hatte ein diffuses großzelliges Lymphom. Der Krebs hatte bereits Leber, Darm und Lymphknoten betroffen. Erst nach ihrem Tod wussten wir endgültig, gegen welche Krankheit wir in den Wochen zuvor überhaupt gekämpft hatten.

Lilo war krankenversichert. Leider lag die Höchstgrenze für Heilbehandlungen in ihrem Tarif bei 2.000 Euro. Wer bis hierhin gelesen hat, kann sich vermutlich schon denken: Das reichte nicht einmal annähernd.

Am Ende belief sich die Rechnung der Tierklinik auf 6.881,61 Euro. Die Versicherung übernahm die vertraglich vereinbarten 2.000 Euro. Für die verbleibenden Kosten musste ich schließlich einen Spendenaufruf für Lilo starten.

Das Geld kann mir Lilo nicht zurückbringen. Die vielen Menschen, die mich inzwischen mit Spenden, dem Teilen meines Aufrufs oder lieben Worten unterstützt haben, helfen mir aber dabei, diese finanzielle Belastung nicht vollkommen allein tragen zu müssen. Dafür bin ich jedem Einzelnen sehr dankbar.

Ganz verschwunden ist die Sorge um die Rechnung allerdings noch nicht, denn noch immer sind fast 4.000 Euro offen. Neben der Trauer beschäftigt mich deshalb auch die finanzielle Seite weiterhin.

Gleichzeitig bin ich der Tierklinik und den behandelnden Tierärztinnen und Tierärzten sehr dankbar, dass sie um Lilo gekämpft haben. Die Behandlung hat uns noch diese eine gute Woche zu Hause geschenkt, die mir heute unglaublich viel bedeutet. Auch wenn Lilos Geschichte viel zu früh geendet hat, würde ich diese Woche um nichts in der Welt missen.

Lilo wurde nur drei Jahre und acht Monate alt. Wenn ich an sie denke, möchte ich trotzdem nicht zuerst an ihre letzten Wochen in der Tierklinik denken, sondern an den lebensfrohen Hund mit den riesigen Ohren, der mich regelmäßig in den Wahnsinn und genauso regelmäßig zum Lachen gebracht hat.

Lilos Geschichte - lilo lebensfreude
Lilo von Andrea Hemmert